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Neuseeland hält den Weltmeister in Schach

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Neuseeland hält den Weltmeister in Schach

20.06.2010, 21:06 Uhr | sid, sid

. Giampaolo Pazzini kann es nicht fassen: Italien hat gegen Neuseeland nur Unentschieden gespielt. (Foto: Reuters)

Giampaolo Pazzini kann es nicht fassen: Italien hat gegen die Kiwis nur Remis gespielt. (Foto: Reuters)

Für Italien gestaltet sich das Unternehmen Titelverteidigung schwerer als gedacht. Der Weltmeister kam auch in seinem zweiten Vorrundenspiel nicht über ein Unentschieden hinaus und musste die größte WM-Blamage seit 44 Jahren hinnehmen. Italien braucht aus dem letzten Gruppenspiel gegen die Slowakei einen Sieg, um sicher das WM-Achtelfinale zu erreichen. Gegen den krassen Außenseiter aus Neuseeland spielte die Squadra Azzura im Mbombela-Stadion von Nelspruit 1:1 (1:1) und musste sogar einen Rückstand wettmachen, nachdem Shane Smeltz die All Whites nach einem Abwehrfehler von Fabio Cannavaro in Führung gebracht hatte. Erst ein unnötiger Elfmeter, den Vincenzo Iaquinta (29.) verwandelte, brachte Italien wieder ins Spiel. In der 83. Minute hatte Chris Wood mit einem Schuss aus zwölf Metern sogar das Siegtor für Neuseeland auf dem Fuß, aber der Ball verfehlte knapp das Ziel.

Die Squadra Azzurra war bei einer WM zuletzt 1974 in der Vorrunde gescheitert. 1966 musste sie beim 0:1 gegen Außenseiter Nordkorea die wohl peinlichste Niederlage in ihrer Länderspielgeschichte hinnehmen.

Starke Vorstellung des Kiwi-Keepers

Vor 38.229 Zuschauern standen die Vorzeichen für Italia denkbar ungünstig: Kein Sieg im Jahr 2010, nur 1:1 im ersten Spiel gegen Paraguay, und dazu noch Regisseur Andrea Pirlo und Stammtorhüter Gianluigi Buffon verletzt. Wenigstens waren die Tifosi deutlich in der Überzahl, zudem hatte eine lokale Zeitung zur Unterstützung des Weltmeisters aufgerufen. Die All Whites ließen sich davon aber nicht beeindrucken und traten mutig auf. Nachdem sie schon die Slowakei zum Auftakt beim 1:1 geschockt hatten, schien ihre Devise auch gegen Italien klar: Die Azzurri ärgern, so oft es geht.

In der Tat erkämpften sie sich Standardsituationen, für deren gute Ausführung sie gefürchtet sind. Wie gut, das musste der Mit-Favorit früher feststellen als ihm lieb war. Nach einem Freistoß verlängerte Winston Reid, Schütze des 1:1 gegen die Slowaken, den Ball Richtung Fünfmeterraum. Dort fiel er Italiens Mannschaftskapitän Fabio Cannavaro auf den Oberschenkel - und Smeltz drückte ihn - aus allerdings abseitsverdächtiger Position - ins Tor. Italien brauchte jedoch nicht allzu lange, um sich von dem Rückschlag zu erholen. Mehr und mehr rückte Neuseelands Torhüter Mark Paston vom Hauptstadt-Klub Wellington Phoenix in den Mittelpunkt. Mit einer Mischung aus Können und viel Glück wie beim Pfostenschuss von Riccardo Montolivo (27.) wehrte er die Angriffe auf sein Tor aber zunächst ab.

Alle Bemühungen verpuffen

Erst nach einer knappen halben Stunde brach das Bollwerk der Neuseeländer. Nach einem Trikotzupfer von Abwehrspieler Tommy Smith stürzte Daniele De Rossi mit Verspätung theatralisch im Strafraum zu Boden - doch Schiedsrichter Carlos Batres aus Guatemala entschied ohne Zögern auf Elfmeter. Iaquinta verwandelte sicher für die in allen Statistiken überlegenen Italiener zum verdienten 1:1. Coach Marcello Lippi war das Unentschieden gegen den Underdog aber verständlicherweise nicht genug. Und so brachte der Mister zur zweiten Halbzeit mit Mauro Camoranesi und Antonio di Natale für Simone Pepe und Alberto Gilardino zwei frische Kräfte.

Di Natale fügte sich gleich gut ein und prüfte Paston mit einem Drehschuss - doch Torwart Paston wehrte ab (49.). Das blieb allerdings für einige Zeit die einzige gute Aktion der Italiener in der Offensive, in ihrem Spiel mangelte es weiter an Kreativität. Neuseeland dagegen schien die Pause dafür genutzt zu haben, sich neu zu ordnen und stand wieder sicherer. Nach einer guten Stunde kam Iaquinta doch einmal im Strafraum zum Schuss, aus 13 Metern vergab er jedoch kläglich.

Kurz darauf reagierte Lippi erneut und brachte mit Giampaolo Pazzini für den Mittelfeldspieler Claudio Marchisio einen weiteren Angreifer ins Spiel. Neuseeland aber verteidigte weiter mit allen Mitteln und wäre durch einen Distanzschuss von Ivan Vicelich fast wieder in Front gegangen. Doch der Verteidiger zielte knapp vorbei. Im Gegenzug setzte Giorgio Chiellini einen Kopfball neben das Tor. Montolivo, Di Natale und Camoranesi hatten für die nun immer verzweifeler anrennenden Italiener die Führung auf dem Fuß, doch Paston war nicht zu überwinden.

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