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Langlauf: Olympiasiegerin Nystad beendet Karriere

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Olympiasiegerin Nystad hört auf

22.06.2010, 11:39 Uhr | dpa, dpa

Der Staffel-Auftritt in Whistler war Claudia Nystads letztes Rennen. (Foto: dpa)Der Staffel-Auftritt in Whistler war Claudia Nystads letztes Rennen. (Foto: dpa)Blond, kantig, erfolgreich: Skilangläuferin Claudia Nystad war in ihrer 20-jährigen Karriere nie "everybody's darling" und doch souverän und kaum ersetzbar. Die 32-jährige Oberwiesenthalerin, die nun ihre Laufbahn beendete, war mit ihrer scheinbar kühlen Art eher das Gegenteil von Frohnatur Evi Sachenbacher-Stehle, mit der sie dennoch die meisten der größten Erfolge teilte: Staffel-Olympiasiegerin 2002, Team-Sprint-Olympiasiegerin 2010, Staffel-Weltmeisterin 2003 und weitere vier Silbermedaillen bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften. So leise und zurückhaltend Nystad zumeist auftrat, so leise war auch ihr Servus als Aktive. Der Staffel-Auftritt in Whistler war ihr letzter Start.

"Das Team-Sprint-Gold in Whistler war vielleicht der schönste Augenblick in meiner Laufbahn, weil ich den Erfolg bereits auf der Zielgeraden realisiert hatte. Streichen möchte ich nichts aus der Karriere, denn gerade durch die schlechten Momente konnte ich die schönen erst so richtig genießen", sagte Nystad. Die Medaillen waren auch der Auslöser für ihren Rücktritt. "Nach Vancouver wäre es für mich extrem schwer geworden, mich noch einmal einhundertprozentig zu motivieren", sagte Nystad, die nun ein Wirtschaftsinformatik-Studium aufnehmen wird.

Nur wenige wussten, dass sich Claudia Nystad schon vor Beginn der vergangenen, olympischen Saison mit Rücktrittsgedanken befasste. Die Virtuosin unter den Langläuferinnen, deren Technik der Perfektion sehr nahe kam, wollte nie als Verliererin die Loipen verlassen. Doch in den Einzelläufen gelang nur selten der große Wurf. Vier Weltcup-Siege stehen für die Sportsoldatin zu Buche. Zumeist konnte sie ihre überdurchschnittlichen Fähigkeiten in Staffel- und Teamentscheidungen abrufen. Und genau das machte sie für Bundestrainer Jochen Behle und die Frauen-Trainer Ismo Hämäläinen und Janko Neuber so unentbehrlich.

Bundestrainer Behle voll des Lobes

"Keine Frage: Claudia war eine Sportlerin, wie man sie nicht so schnell wiederfindet. Mit ihrem taktischen und läuferischen Vermögen - besonders im Kampf Frau gegen Frau in entscheidenden Phasen - hat sie uns viele Medaillen gesichert." sagte Bundestrainer Behle. Das sei nicht nur in Vancouver so gewesen, sondern auch bei der WM vor einem Jahr in Liberec und bei den Winterspielen 2006 in Turin, wo Nystad mit Silber im Sprint auch ein persönliches Erfolgserlebnis hatte. Neuber ergänzte: "Ich hätte mir gewünscht, dass sie noch ein Jahr weitermacht. Aber man muss ihre privaten Planungen respektieren. Fakt ist, sie wird nur schwer ersetzbar sein, in absehbarer Zeit wohl gar nicht. Wir hätten sie schon noch eine Weile gebraucht."

DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller, der zahlreiche Gespräche mit der Athletin geführt und bis zum Montag noch auf eine Wende gehofft hatte, zollte Nystad Respekt: "Die Lücke, die sie in unserer Mannschaft hinterlässt, wird von den jungen Athletinnen zunächst einmal nur sehr schwer zu schließen sein."

Goldmedaille für den guten Zweck versteigert

Für viele blieb Claudia Nystad bis zu ihrem Karriere-Ende ein Rätsel. Die hochintelligente Blondine sprühte vor Lebenslust, plante nie eingleisig. Mit ihren vielen Interessen wie Literatur, Turniertanz und Malerei hob sie sich von den anderen ab. Sie studierte Grafik-Design und hat mittlerweile auch ihre Leidenschaft für Innenarchitektur entdeckt. Und schließlich ließ sie auch durch ihr soziales Engagement aufhorchen. So trennte sie sich für eine Internetauktion zugunsten missbrauchter Kinder von ihrem Salt Lake City-Gold, was unglaubliche 22.000 Euro einbrachte.

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