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Özil erlöst die deutsche Elf

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Özil erlöst die deutsche Elf

24.06.2010, 01:14 Uhr | t-online.de

Von Patrick Brandenburg und Markus Polak
Das Minimalziel ist erreicht – Deutschland steht im WM-Achtelfinale. Die Nationalmannschaft gewann ihr letztes Vorrundenspiel gegen Ghana mit 1:0 (0:0) und trifft nun als Spitzenreiter der Gruppe D in der K.-o.-Runde auf England, das in Gruppe E nur Zweiter wurde. Mesut Özil erzielte in Johannesburg in der 60. Minute den Siegtreffer für eine DFB-Elf, die einige Wünsche offen ließ. Ghana scheiterte an seiner mangelhaften Chancenverwertung, darf sich aber trotzdem freuen. Dank des 2:1-Sieges Australiens über Serbien überstanden die Black Stars dennoch die Vorrunde. "Das war kein hochklassiges Spiel. Aber solche Spiele muss man gewinnen", sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Deutschland begann den Showdown vor 83.391 Fans im Soccer City Stadium äußerst vorsichtig. Der Respekt vor den Black Stars war der DFB-Elf deutlich anzumerken – allen selbstbewussten Sprüchen der vergangenen Tage zum Trotz. Dennoch hatte Löws Team die erste große Chance, als Ghanas Abwehrchef Jonathan Mensah eine harmlose Flanke von Lukas Podolski fast ins eigene Tor gelenkt hätte (10.).

Aber die Nervosität im DFB-Team wollte sich kaum legen. Die Schwarzafrikaner hatten zwar weniger Ballbesitz, kamen aber immer wieder gefährlich vors Tor von Manuel Neuer. So störte Bastian Schweinsteiger gerade noch rechtzeitig, nachdem Asamoah Gyan den unsicher wirkenden Mertesacker ausgetanzt hatte und sich Anthony Annan in der Mitte freie Schussbahn bot (14.). Zehn Minuten später bügelte Neuer den nächsten Mertesacker-Fehler aus und nach einer halben Stunde kratzte Lahm den Ball sogar von der Linie. Gyan hatte die Kugel per Kopf aufs Tor gejagt. "Ghana hatte sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit gute Chancen. Das darf uns eigentlich nicht passieren", sagte Lahm.

Riesenchance für Kevin-Prince Boateng

Auch Ghanas Spielgestalter Kevin-Prince Boateng hatte noch eine Riesenmöglichkeit per Kopf (32.), nachdem auf der anderen Seite sein Bruder Jerome, der überraschend für Holger Badstuber ins Team gerückt war, den schnellen Hoffenheimer Prince Tagoe nicht vom Flanken abhalten konnte. Der 32. der Weltrangliste war nicht der von Löw befürchtet körperlich harte Gegner, vielmehr zeigte das Team von Trainer Milovan Rajevac einige spielerische Klasse.

Die deutschen Angriffsbemühungen blieben meistens im Ansatz stecken. Thomas Müller bediente Podolski zwar maßgerecht mit einer Flanke, doch der Kölner traf bei seinem Volleyversuch den Ball nicht richtig (15.). Lahm dribbelte sich mit einem Solo in der Abwehr fest (20.) und den Freistoß von Schweinsteiger vier Minuten vor der Pause konnte Kingson gerade noch abwehren. Die größte Chance vergab Özil schon nach gut einer halben Stunde, als er Ghanas Abseitsfalle überlistete, aber im Duell mit Torhüter Richard Kingson nicht die Nerven behielt. "Da muss ich das 1:0 machen", befand Özil, "ich bin froh, dass ich dann doch noch das Tor gemacht habe."

Glanzparade von Neuer

Nach dem Wechsel zunächst das gleiche Bild: Deutschland bemühte sich um einen geordneten Spielaufbau, Ghana hatte die Möglichkeiten. Durchatmen in der 50. Minute, als Neuer sein Team mit einer Glanzparade gegen Kwadwo Asamoah im Spiel und im Turnier hielt. Doch dann endlich die Erlösung für die DFB-Elf. Özil machte sein Versäumnis aus der ersten Halbzeit wett und erzielte mit einem ansatzlosen Distanzschuss aus 20 Metern die 1:0-Führung. Die Erleichterung war allen Spielern deutlich anzumerken, dem 21-jährigen Spielmacher am meisten.

Danach plätscherte die Partie dahin, denn beim viermaligen Afrikameister hatte sich wohl das Ergebnis des Parallelspiels rumgesprochen. Und die DFB-Elf wollte nichts mehr riskieren, schon gar keine Gelbe Karte. Alle fünf vorbelasteten Spieler kamen ohne weitere Verwarnung davon und sind am Sonntag spielberechtigt, wenn Deutschland im Free State Stadion von Bloemfontein gegen England ran muss. Ghana spielt einen Tag davor in Rustenburg gegen die USA. Aufgrund des Weiterkommens nahm auch Abwehrspieler Hans Sarpei die Niederlage nicht so schwer: "Wir wollten ins Achtelfinale. Wir sind im Achtelfinale. Jetzt können wir feiern."

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