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Webber: "Das Chassis war gut zu mir"

28.06.2010, 09:46 Uhr | dpa, dpa

Mark Webber: "Das Chassis war gut zu mir". Mark Webber zeigt's an: "So bin ich abgeflogen" (Foto: imago)

Mark Webber zeigt's an: "So bin ich abgeflogen" (Foto: imago)

Nach seinem spektakulären Abflug beim Großen Preis von Europa war bei Mark Webber die Erleichterung größer als der Ärger über entgangene WM-Punkte. "Das Auto war Gott sei Dank sehr sicher. Ich bin okay. Ich habe einige Punkte verloren. Aber wenn man da oben ist, ist man nicht beunruhigt wegen der Punkte. Ich war besorgt, ob ich okay bin und bereit für Silverstone", sagte der australische Formel-1-Pilot in Valencia und blickte schon auf den Grand Prix in England in zwei Wochen.

Der Teamkollege von Sebastian Vettel war in der neunten Runde bei einem Überholversuch auf den Lotus von Heikki Kovalainen aufgefahren. Webber flog bei Tempo 300 km/h mit seinem Red Bull ab, überschlug sich in der Luft und raste in einen Reifenstapel.

Nichts abbekommen außer blauer Flecken

"Ich war nur noch Passagier. Ich hatte Glück, dass die Auslaufzone an dieser Stelle groß ist", meinte Webber. Seine größte Sorge war, "dass in der Luft irgendwelche Brücken im Weg sein könnten". Außer ein paar blauen Flecken trug der 33-Jährige keine Schäden davon. "Das Wichtigste ist, dass er okay ist", sagte Valencia-Sieger Vettel.

Vorwürfe an Kovalainen

Mit dem Auto hatte Webber die Rennen in Barcelona und Monaco gewonnen. "Das Chassis war gut zu mir, und es war heute gut zu mir, als es mich vor einigen Verletzungen geschützt hat." Auch sein finnischer Unfallgegner blieb ohne Blessuren. Kovalainen habe 80 Meter vor dem eigentlichen Bremspunkt überraschend gebremst, nannte Webber als Grund für die Kollision. Kovalainen erklärte, "dass ich meine Position verteidigen wollte". Vorwürfe gab es von Webber: «Beim Tango gibt es auch immer zwei. Beim Unfall ist das genauso."

"Rennwagen gehören nicht in die Luft"

Schon einmal hatte Webber einen ähnlichen Unfall gehabt. 1999 flog er in einem Sportwagen in Le Mans ab und blieb auch damals unverletzt. "Es war ungefähr bei gleichem Tempo und mit ähnlichem Ausgang in der Luft. Da gehören Rennautos eigentlich nicht hin", sagte er.

Seit Ratzenberger und Senna keine Toten mehr

Die letzten Toten in der Formel 1 waren im Mai 1994 Roland Ratzenberger und Ayrton Senna. Seitdem waren die Sicherheitsstandards immer weiter erhöht worden. Auch den letzten spektakulären Crash beim Grand Prix in Montréal 2007 hatte Robert Kubica im BMW-Sauber ohne schwere Verletzungen überstanden. "Risiken lassen sich aber niemals ganz ausschalten", erinnerte Vettel.

Valencia war nicht Webbers Rennen

Das Rennen in Valencia hatte schon schlecht für Webber begonnen. Von Position zwei aus gestartet lag nach der ersten Runde nur auf Platz neun. Nach einem verpatzten Boxenstopp war er in den hinteren Teil des Feldes zurückgefallen. Durch den Unfall blieb Webber erstmals in dieser Saison ohne Punkte. In der WM-Wertung rutschte er von Platz drei auf vier hinter Vettel ab. "Ich bleibe positiv, wir gehen es weiter an. Es ist erst der halbe Weg in der Weltmeisterschaft", sagte der Australier.

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