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Paraguay zieht ins Viertelfinale ein

29.06.2010, 21:41 Uhr | t-online.de, dpa, dpa, t-online.de

. Lucas Barrios (li.) und Edgar Barreto jubeln über den Einzug ins Viertelfinale. (Foto: Reuters)

Lucas Barrios (li.) und Edgar Barreto jubeln über den Einzug ins Viertelfinale. (Foto: Reuters)

Dank der Nervenstärke vom Punkt steht Paraguay zum ersten Mal im Viertelfinale einer WM. Die Guaranis gewannen den Achtelfinal-Langweiler von Pretoria mit 5:3 im Elfmeterschießen gegen Japan und schrieben damit Fußball-Geschichte für ihr Land. Yuichi Komano leistete sich für das Nippon-Team den entscheidenden Fehlschuss. Vor 36.742 Zuschauer im Loftus-Versfeld-Stadion hatten beide Mannschaften in 120 niveauarmen Minuten keinen Treffer zustande gebracht. Die Südamerikaner treffen nun in der Runde der letzten Acht am Samstag im Ellis Park Stadion von Johannesburg auf den Gewinner des Duells zwischen Europameister Spanien und Portugal.

"Ein weiterer Schritt zum Ruhm"

"Das Glück war heute auf unserer Seite. Es ist ein weiterer Schritt zum Ruhm. Ich hoffe wir können uns schnell erholen, um weiter Geschichte zu schreiben", sagte Paraguays Trainer Gerardo Martino mit Tränen in den Augen. "Ich bin sehr glücklich über das, was ich getan habe", ergänzte Oscar Cardozo, der den entscheidenden Elfmeter verwandelte.


Not gegen Elend

Fehlpässe, Ungenauigkeiten, wenig Tempo - statt schwungvollem Angriffsfußball bekamen die Fans beim letzten Turnierspiel in Pretoria ein Duell Not gegen Elend zu sehen. Die Geduld wurde zwei Stunden lang auf eine harte Probe gestellt. Die größte Chance, Paraguay das erste Elfmeterschießen dieser WM zu ersparen, vergab der eingewechselte Dortmunder Nelson Valdez (97.).

Paraguay hat mehr vom Spiel

Die Südamerikaner erkämpften sich unter der Regie des Ex-Münchners Roque Santa Cruz zwar Feldvorteile, blieben aber im Abschluss wie schon im letzten Vorrundenspiel gegen Neuseeland harmlos. "Wir wollen das Match beherrschen, entscheidend ist die Frage des Ballbesitzes", hatte Coach Gerardo Martino vorher als Devise ausgegeben. Obwohl die Paraguayer das Spielgerät 61 Prozent der ersten Halbzeit in ihren Reihen hatten, sprang nichts Zählbares dabei heraus.

Da auch das defensiv ausgerichtete Team von Takeshi Okada kaum etwas zur Attraktivität der Begegnung beitragen konnte, blieb das Niveau dürftig. Darüber dürften sich vor allem die Italiener schwarz geärgert haben. Wäre die WM für den Titelverteidiger gelaufen wie erwartet, hätte er an Paraguays Stelle als Gruppenerster auf dem Platz gestanden. So sahen die blamabel ausgeschiedenen Azzurri zwei Gegner, die für sie in Normalform ein leichtes Fressen gewesen wären.

Abschlussschwäche auf beiden Seiten

Nach 20 Minuten Langeweile sorgte Barrios für den ersten Aufreger der Partie. Der Dortmunder setzte sich auf engstem Raum gegen zwei Abwehrspieler durch, konnte Eiji Kawashima mit seinem unplatzierten Schuss aber nicht überwinden. Im direkten Gegenzug demonstrierten die Japaner wie schon im Spiel gegen Dänemark ihre Stärke bei Schüssen aus der Distanz: Der Versuch von Daisuke Matsui (22.) aus gut 25 Metern landete an der Latte. Sieben Minuten später konnte Santa Cruz die Verwirrung in der Abwehr der Samurai nicht nutzen und zielte am Gehäuse vorbei. Auch der zweifache Turnier-Torschütze Keisuke Honda hatte sein Visier falsch eingestellt (40.).

Auch nach Wiederanstoß lösten beide Mannschaften die Handbremse zunächst nicht. Schwerfällig und zäh schleppte sich die Partie bis zur 56. Minute dahin, ehe Edgar Benitez, der für Valdez in die Startelf der Guaranis gekommen war, den nächsten Torschuss abgab. Yuji Nakazawa lenkte den Ball zur Ecke. Auch Cristian Riveros (59.) konnte Kawashima per Kopf nicht überlisten. Mit der Einwechslung von Shinji Okazaki wurden die Aktionen der Japaner in der Schlussphase etwas zielstrebiger, doch für das Siegtor innerhalb von 90 Minuten kamen auch die Asiaten nicht infrage.

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