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Uruguay gewinnt das Elfmeter-Drama gegen Ghana

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Uruguay gewinnt das Elfmeter-Drama gegen Ghana

03.07.2010, 01:56 Uhr | t-online.de, dpa, t-online.de, dpa

. Uruguays entscheidender Elfmeterschütze Sebastian Abreu dreht nach seinem Tor zum 4:2 gegen Ghanas Torhüter Richard Kingson jubelnd ab. (Foto: Reuters)

Uruguays entscheidender Elfmeterschütze Sebastian Abreu dreht nach seinem Tor zum 4:2 gegen Ghanas Torhüter Richard Kingson jubelnd ab. (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Uruguay steht erstmals seit 1970 wieder in einem WM-Halbfinale. Dort warten die Niederlande. Sebastian Abreu verwandelte vor 84.017 Zuschauern im Soccer City Stadion von Johannesburg im Stile Antonin Panenkas den entscheidenden Strafstoß im Elfmeterschießen für die Celeste gegen untröstliche Ghanaer. Sie unterlagen mit 2:4 (1:1, 1:1). Uruguays Keeper Fernando Muslera parierte die Elfmeter John Mensahs und Dominic Adiyiahs. Für Uruguay verschoss zwischen den beiden Afrikanern Maximiliano Pereira.

Ein Drama hatte sich bereits zuvor abgespielt: In der zweiten Minute der Nachspielzeit der Verlängerung hatte Asamoah Gyan mit einem Elfmeter die erste Halbfinal-Teilnahme einer afrikanischen Mannschaft bei einer WM überhaupt auf dem Fuß - und jagte WM-Ball Jabulani an die Querlatte! Dem vorausgegangen war eine Doppelabwehr des uruguayischen Torjägers Luis Suarez: gegen Stephen Appiahs Schuss war Suarez' Eingreifen auf der Torlinie noch korrekt. Gegen Adiyiahs Kopfball nicht mehr. Handspiel, Rot. Doch Gyan versagten vom Punkt die Nerven. Nach dessen Fehlschuss blieb es beim 1:1.

Die Führung hatte in der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit einem beherzten Schuss aus der zweiten Reihe Inter Mailands Sulley Muntari erzielt. Der Ausgleich ging nach einem Freistoß auf das Konto Diego Forlans (55.). Schon in der 38. Minute hatte Uruguay seinen Kapitän Diego Lugano durch Verletzung verloren. Sein Ersatzmann Andres Scotti behielt im Elfmeterschießen die Nerven und traf zum 3:2.

Die Sieger sind außer sich vor ungläubiger Freude

"Wir sind natürlich voller positiver Gefühle, sprachlos. Die Energie, der Wille pusht die Jungs nach vorne, irgendeine Kraft. Sie haben es sich verdient", suchte Uruguays Nationaltrainer Oscar Tabarez nach diesem historischen Sieg des ersten Gastgebers und Weltmeisters der Geschichte nach den passenden Worten. Der coole Elfmeterschütze Sebastian Abreu sagte: "Wir haben Geschichte geschrieben, sind unter den besten Vier der Welt. Ich hoffe, dass dies unser Land genießt. Die Leute haben es verdient. Es ist ein Geschenk für Uruguay. Wir haben im Laufe des Turniers gesehen, dass wir gewachsen und von Spiel zu Spiel besser geworden sind."

Stürmerstar Forlan schilderte die harten 120 Minuten gegen wehrhafte Ghanaer so: "Ich bin erschöpft, am Ende, völlig von der Rolle. Es ist unglaublich, nicht zu fassen, dass wir als Sieger dastehen. Suarez hat uns gerettet mit seiner Aktion. Er hat das zwar nicht vorgehabt und ist jetzt beim nächsten Mal nicht dabei. Aber das hat den Unterschied ausgemacht."

Uruguay mit den ersten Chancen

Dank der besseren Spielanlage und größeren Ballsicherheit kontrollierte Uruguay die Partie zunächst und erarbeitete sich einige gute Möglichkeiten. Suarez (11.) prüfte Ghanas Schlussmann Richard Kingson, der wenig später bei einer Freistoß-Flanke von Forlan eine kleine Unsicherheit verriet. Der Keeper vom englischen Premier-League-Klub Wigan Athletic bewahrte sein Team danach aber zwei Mal vor einem Rückstand. Zunächst verhinderte er mit einem Reflex ein Eigentor von Mensah (18.), dann lenkte der 27-Jährige einen Schuss von Suarez über den Querbalken.

Ghana erwacht plötzlich

Von Ghana war eine halbe Stunde lang nichts zu sehen, doch plötzlich waren die Black Stars da. Nach einer Ecke verfehlte Abwehrspieler Isaac Vorsah vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim per Kopf nur um Haaresbreite das 1:0. Eine Minute später strich ein Schuss von Asamoah Gyan nach Vorarbeit des sich von Minute zu Minute steigernden Boateng ähnlich knapp am Pfosten vorbei.

Lugano muss raus

Die von den Vuvuzelas lautstark nach vorn getriebenen Ghanaer beherrschten nun die Szenerie und kamen durch einen Kopfball von Muntari (39.) zur nächsten Möglichkeit. Kurz zuvor hatte Uruguay seinen Kapitän und Abwehrchef Lugano verloren. Der Profi von Fenerbahce Istanbul musste seinen Platz wegen einer Knieverletzung für Scotti räumen. Da Diego Godin (Muskelbeschwerden) gar nicht erst auflaufen konnte, war der Ausfall doppelt schmerzhaft.

Die Defensive der Südamerikaner gerät aus den Fugen

Den Urus war die Verunsicherung anzumerken, in der Defensive ging es beim Weltmeister von 1930 und 1950 nun drunter und drüber. In der 45. Minute verpasste Boateng, der nach seinem verhaltenen Beginn wieder Denker und Lenker im Spiel seiner Mannschaft war, mit einem spektakulären Fallrückzieher die Führung.

Muntaris Wandlung

Für den längst fälligen Jubel sorgte dann Muntari in der Nachspielzeit. Der Mittelfeldspieler, der im Turnierverlauf wegen heftiger Trainer-Schelte kurz vor dem Rausschmiss und erstmals in der Startelf stand, überwand Muslera mit einem Schuss aus 30 Metern.

Kingson im Mittelpunkt

Nach dem Wechsel wogte das Geschehen auf und ab. Forlan brachte Uruguay mit seinem Freistoßtor aus 20 Metern, bei dem Kingson eine unglückliche Figur abgab, ins Spiel zurück. Ghana wirkte jedoch keineswegs geschockt und hätte durch Gyan (58.) erneut in Führung gehen können. Muslera fischte den Flachschuss aus dem unteren Eck. Auf der Gegenseite hatte Suarez nach Vorarbeit von Forlan seinen vierten WM-Treffer auf dem Fuß, verfehlte das Gehäuse per Direktabnahme aber knapp. 20 Minuten vor Ultimo scheiterte der Torjäger von Ajax Amsterdam am dieses Mal glänzend reagierenden Kingson. Auch bei einem Kopfball des brandgefährlichen Stürmers (78.) rettete Ghanas Keeper bravourös.

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