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Der WM-Wahnsinn geht weiter

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Der WM-Wahnsinn geht weiter

03.07.2010, 20:25 Uhr | t-online.de, t-online.de

. So sehen Sieger aus: Müller, Klose und Co. feiern. (Foto: dpa)

So sehen Sieger aus: Müller, Klose und Co. feiern. (Foto: dpa)

Aus Kapstadt berichten Patrick Brandenburg und Markus Polak
Wahnsinn! Unglaublich! Nicht zu fassen! Die deutsche Nationalmannschaft hat zum zwölften Mal das Halbfinale einer WM erreicht. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw entzauberte den WM-Favoriten Argentinien mit 4:0 (1:0) und ist nun selbst ein ganz heißer Kandidat auf dem Titel in Südafrika. Thomas Müller (3.), Miroslav Klose (68., 88.) und Arne Friedrich (74.) erzielten in Kapstadt die Tore für ein DFB-Team, das wie schon im Achtelfinale gegen England teilweise sensationellen Offensivfußball zeigte. Gegner im Halbfinale am kommenden Mittwoch ist nun entweder Europameister Spanien oder Paraguay. "Wenn man Argentinien 4:0 vom Platz fegt, muss man erst einmal nach Worten suchen", sagte Müller.

Bundestrainer Löw nannte den Auftritt "wirklich klasse. Die Mannschaften hat den Willen eines Champions gezeigt." Die Höhe des Sieges ist wohl nicht nur für ihn "fast unvorstellbar". Und auch Kanzlerin Angela Merkel, die das Spiel im Stadion verfolgt hatte, war aus dem Häuschen. Unmittelbar nach dem Spiel begleitete sie DFB-Präsidenten Theo Zwanziger in die Kabine und beglückwünschte die Spieler zum Erfolg: "Es war ein Traum. Es ist so nah."

Vor gut 64.000 Fans im spektakulären Green Point Stadium zu Füßen des Tafelbergs hatte Löw die gleiche Mannschaft aufs Feld geschickt, die gegen England begeistert hatte. Auch Lukas Podolski hatte sich nach einer Muskelverhärtung rechtzeitig wieder fit gemeldet. Argentiniens Volksheld Diego Maradona, der vor Spielbeginn winkend eine Ehrenrunde drehte, verzichtete auf Routinier Juan Sebastian Veron. Der Trainer wollte im defensiven Mittelfeld das eingespielte Liverpooler Duo Javier Mascherano und Maxi Rodriguez nicht auseinander reißen.

Klose trifft schon wieder

Den perfekten Start der deutschen Mannschaft konnte das nicht verhindern: Schon nach nicht einmal drei Zeigerumdrehungen zappelte der Ball im Netz. Lukas Podolski hatte einen Freistoß rausgeholt und Shooting-Star Müller verlängerte die Hereingabe von Bastian Schweinsteiger mit dem Kopf – was für ein Paukenschlag! Für Müller war es bereits der vierte Treffer in diesem Turnier. Seinen dritten bei dieser WM hätte Sturmspitze Klose noch im ersten Durchgang machen müssen. Doch nach feiner Vorarbeit von Müller zielte der Torschützenkönig der WM 2002 und 2006 zu hoch (22.). Der Ball strich knapp über das Tor von Argentinien-Keeper Sergio Romero.

Die Gauchos waren erst einmal tief beeindruckt und brauchten lange, um ins Spiel zu finden. Superstar Lionel Messi bemühte sich darum, Linie ins Spiel zu bringen. Zunächst sprang aber nichts Zählbares heraus, auch wenn die Argentinier immer mehr Ballbesitz erkämpften. Die beste Chance der Albiceleste durch Carlos Tevez nach einem Traumpass von Messi machte Torwart Manuel Neuer zunichte (21.). Auch bei zwei guten Möglichkeiten von Angel di Maria (33.) und Gonzalo Higuain (34.) ließ Neuer nichts anbrennen. Einziger Wermutstropfen in einer tollen ersten Halbzeit der DFB-Elf: Nach einem vermeintlichen Handspiel sah Müller seine zweite Gelbe Karte in diesem Turnier – er ist damit fürs Halbfinale gesperrt.

Nach dem Wechsel verstärkten die Argentinier noch einmal den Druck, die Deutschen verlegten sich aufs Kontern. Di Maria mit einem sehenswerten Weitschuss hatte die erste Chancen für die Südamerikaner, doch zum Glück für Neuer strich der Ball knapp am Pfosten vorbei (48.). Vier Minuten später hielt der stark verbesserte Mertesacker unfreiwillig die Rübe hin, als Tevez aus 14 Metern gefährlich abzog. Mit Distanzschüssen war die DFB-Elf nicht zu bezwingen.

Müller wühlt erfolgreich

Auf der anderen Seite ergaben sich nun viele Räume für Schweinsteiger und Co. Zunächst konnte Romero noch mit einem Hechtsprung gegen Klose retten (57.). Aber elf Minuten später war der Keeper machtlos: Müller hatte sich als Wühler betätigt und im Boden liegend den öffnenden Pass auf Podolski geschafft. Der Kölner setzte sich wunderbar im Strafraum durch, und Klose musste in der Mitte nur noch zum 2:0 abstauben.

Und danach noch das Sahnehäubchen: das erste Länderspieltor von Friedrich, der schon vorher zu der Entdeckung dieser WM (mit 31 Jahren!) geworden war. "Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, dass ich in der Nationalelf treffe", bekannte Friedrich. Der größte Anteil am 3:0 gebührte allerdings Schweinsteiger, der in Messi-Manier durch den Strafraum wirbelte, vier Argentinier austanzte und dann noch den Blick für den Abwehrchef in der Mitte hatte.

Die Schlussviertelstunde war für die DFB-Elf dann ein einziges Schaulaufen. Der Bundestrainer konnte es sich sogar noch leisten, Toni Kroos, Marcell Jansen und Piotr Trochowski einen Einsatz zu schenken. Kurz vor Ende machte Klose den Deckel auf diese unglaubliche Demonstration schönen Fußballs. Nach Özils perfekter Flanke erzielte der Torjäger das 4:0. Mit seinem 14. Treffer in der WM-Geschichte rückte er zudem an die zweite Stelle der ewigen Torschützenliste zu "Bomber" Gerd Müller auf. Nur noch Brasiliens Fußball-Legende Ronaldo hat einen Treffer mehr erzielt.

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