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Mit Traumfußball zum Titelfavoriten

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Mit Traumfußball zum Titelfavoriten

04.07.2010, 18:42 Uhr | t-online.de, t-online.de

. Das deutsche Team spielt dich zunehmend in einen Rausch. (Foto: dpa)

Das deutsche Team spielt dich zunehmend in einen Rausch. (Foto: dpa)

Aus Kapstadt berichten Patrick Brandenburg und Markus Polak

Für Bastian Schweinsteiger gab es nach der Gala gegen Argentinien überhaupt keinen Zweifel, was das WM-Halbfinale am Mittwoch in Durban angeht. "Mir wären die exzellenten Spanier lieber. Ich spiele am liebsten gegen die stärksten Teams." Wenige Stunden später erfüllte sich der Wunsch des Mittelfeldchefs. Die damit verbundene forsche Warnung an die Fußballwelt lautet: Deutschland hat keine Angst, auch nicht vorm Europameister. Vielmehr sollten sich die drei verbliebenen WM-Konkurrenten gut überlegen: Wie ist das DFB-Team zu stoppen, das Traumfußball zelebriert und nun als Titelfavorit gelten darf?

"So wie wir gespielt haben, gehören wir wirklich zu den besten vier Mannschaften der Welt", lobte Joachim Löw nach dem deutlichen 4:0. "Das ist mehr als internationales Niveau. Das ist Champions League", so der stolze Bundestrainer. Nach allen Regeln der Kunst hatte sein junges Team die hoch gehandelten Südamerikaner um Superstar Lionel Messi entzaubert. Die Nationalmannschaft bestätigte damit den Erfolg im Achtelfinale über England. "Das ist beeindruckend, wenn man zwei Mal so hoch gewinnt. Und zwar nicht gegen Aserbaidschan", klopfte auch Lukas Podolski sich und seinen Kollegen auf die Schulter.

Im Stile einer Klassemannschaft

Natürlich spielte der Traumstart der DFB-Elf in die Karten. Schon nach drei Minuten hatte Shootingstar Thomas Müller zum vierten Mal in diesem Turnier zugeschlagen, diesmal per Kopf. Aber was die deutsche Mannschaft danach bot, war alles andere als selbstverständlich. Im Stile einer Klassemannschaft überstand sie mit weiter verbesserter Defensive kleinere Druckphasen der Argentinier, machte läuferisch aufwendig die Räume dicht, behielt selbst kühlen Kopf und schlug willensstark und erbarmungslos zu, als sich die Gelegenheit ergab. Und das auch noch stilvoll: "Gegen ein Weltklasse-Team war das super herausgespielt", so Löw. Seine Torfabrik hat mit 13 Treffern in fünf Spielen die mit Abstand meisten des Turniers erzielt.

Das vorentscheidende 2:0 durch Miroslav Klose war sensationell eingeleitet worden von Müller, der seine Führung in der WM-Scorerliste weiter ausbaute, und super vorbereitet durch Lukas Podolski. Beim 3:0 glänzte Schweinsteiger als Messi-Double. Der Münchner umkurvte gleich drei hellblau-weiße Slalomstangen und behielt Arne Friedrich in der Mitte im Blick, der im 77. Länderspiel unverhofft sein Tordebüt feierte. "Ich habe nicht mehr damit gerechnet, überhaupt noch mal einen Treffer zu erzielen", schickte die Entdeckung dieses Turniers einen Dank an den Münchner, der eine Weltklasseleistung zeigte. "Herausragend, in jeder Beziehung", urteilte der Bundestrainer. Auf diesem Niveau gehört Schweinsteiger in der Auswahl für den besten Spieler des Turniers.

Neidische Blicke

Das letzte Tor war schlicht traumhafter Konterfußball, mit einem Geniestreich von Mesut Özil und Kloses abgezockter Vollendung. Der Oldie schrieb zudem mit seinem Doppelpack im 100. Länderspiel Geschichte: Nur noch Brasiliens Ronaldo ist mit seinen 15 WM-Treffern erfolgreicher in der achtzigjährigen Turnier-Historie. Teamplayer Klose hatte hinterher trotzdem nichts besseres zu tun, als die Mannschaft in den Vordergrund zu rücken: "Wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre ich lieber Weltmeister, als in der Torjägerliste noch jemanden zu überholen."

Selten haben deutsche Länderspiele so viel Spaß gemacht. Fast schon beängstigend gut sehen die Auftritte aus. Selbst die internationale Presse hat die DFB-Elf ins Herz geschlossen. Die ständigen anerkennenden, ja fast neidischen Fragen fremdsprachiger Journalisten in den Pressekonferenzen sind selbst der Führungsriege des DFB-Trosses fast schon peinlich. So wie Spanien, Frankreich oder Holland zuvor muss nun Deutschland als Vorbild für die Entwicklung des Weltfußballs herhalten. Es gibt wirklich Schlimmeres.

Die Fallhöhe steigt

Vor allem der jugendliche Elan hat es den Beobachtern angetan. "Ihr seid jünger, schneller, ausdauernder", hatte der Bundestrainer sein Team gegen die etwas zu routiniert spielende argentinische Mannschaft eingeschworen und Recht behalten. Selbst die Einwechselspieler fügten sich nahtlos ein. Alle Puzzleteile fallen zurzeit an die passende Stelle.

Daher ist dem Bundestrainer auch nicht bange, im Moses Mabhida Stadion von Durban einen seiner Leistungsträger ersetzen zu müssen: Nach der zweiten Gelben Karte bleibt Goalgetter Müller nur die Zuschauerrolle im Showdown mit Spanien. "Sein Ausfall wiegt natürlich schwer. Aber es wird uns gelingen, ihn zu ersetzen", so Löw. Das einzige Problem scheint derzeit die ständig steigende Fallhöhe zu sein. Von Deutschland wird inzwischen Großartiges wie selbstverständlich erwartet.

Bei Wettanbietern hat das Team alle früheren Favoriten überholt. In der Gunst der Fans steht es sowieso ganz oben. "Wir dürfen jetzt nicht emotional überdrehen", warnte Löw, ist sich jedoch sicher, dies vermeiden zu können: "Die Freude in der Kabine war natürlich riesengroß. Aber es ist deutlich zu sehen: Die Spieler denken längst schon wieder weiter."

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