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Müllers Marktwert klettert - Spanier top

06.07.2010, 00:09 Uhr | dpa, t-online.de

. Auch in der Nationalelf ein Shootingstar: Bayerns Thomas Müller. (Foto: imago)

Auch in der Nationalelf ein Shootingstar: Bayerns Thomas Müller. (Foto: imago)

Den tollen Toren dürften frische Millionen auf dem Konto folgen: Thomas Müller wird nach seinen grandiosen Auftritten bei der Fußball-WM auch finanziell zu den Shootingstars zählen. "Er kann seinen Marktwert ganz sicher verdreifachen. Mindestens. Davon kann man ausgehen", sagte Spielerberater Pius Minder von der Schweizer Agentur Kögl & Partner. Das Internet-Portal "transfermarkt.de" hatte den Marktwert des vierfachen WM-Torschützen vom FC Bayern München vor der Weltmeisterschaft mit 10 Millionen Euro beziffert.

"Für diese Summe würde bei den Bayern im Moment keiner den Telefonhörer abheben", meinte Agentur-Co-Chef Minder. Laut der Schweizer Zeitung "Blick" liegt Müllers Marktwert jetzt schon bei rund 37 Millionen Euro. "Im Moment spielt der freie Markt bei Thomas Müller gar nicht mit, denn er hat bei den Bayern noch einen Vertrag bis 2013. Aber ich gehe davon aus, dass Deutschland Weltmeister wird. Und auch Müller war bis jetzt in jedem Spiel unglaublich gut. Da sind alle Optionen offen", erklärte Minder.

Vorher nicht mal Top 150

Müller, der für das Halbfinale gegen Spanien nach zwei Gelben Karten gesperrt ist, tauchte in der Markwert-Weltrangliste vor der WM 2010 nicht einmal unter den besten 150 Profis auf. Mit zehn Millionen Euro kam der 20-Jährige - wie Lukas Podolski - auch in der Stürmerwertung gerade einmal unter die Top 100.

Müller bester Nachwuchsspieler der WM?

Auch ohne die Teilnahme am Halbfinale ist Müller auf einem guten Weg, zum besten Nachwuchsspieler der WM gekürt zu werden. "Er schreibt weiter an seinem persönlichen Märchen", lautete die offizielle Stellungnahme der FIFA. Müller wäre damit Nachfolger von Lukas Podolski, dem diese Ehre bei der WM 2006 in Deutschland zuteil wurde. "Das wäre eine tolle Auszeichnung, aber der Erfolg der Mannschaft ist mir wichtiger", sagt Müller. Mit zusätzlich drei Torvorlagen neben seinen vier Treffern hat er seinen Beitrag dazu längst geleistet und ist auch im Rennen um die Krone als bester Torjäger der WM 2010 noch dabei.

Transfermarkt.de: Gomez noch bester DFB-Kicker

Ein Vergleich der Halbfinalisten Spanien und Deutschland spricht Bände: Allein die besten fünf Spanier - Xavi (65 Millionen Euro), Andres Iniesta (60), Cesc Fabregas (55), Fernando Torres (50) und Top-Torjäger David Villa (45) - hatten laut "transfermarkt.de" einen um rund 50 Millionen Euro höheren Marktwert als die Stammspieler der deutschen Nationalmannschaft zusammen. Bester DFB-Kicker ist Mario Gomez auf Platz 42 (27,5), der in bisher fünf WM-Spielen dreimal eingewechselt wurde.

Melo und Co.: "From Hero to zero"

Doch nach der WM werden die Karten neu gemischt: Mega-Star Lionel Messi, mit 80 Millionen Euro die Nr. 1, dürfte seinen Marktwert wohl behaupten. Zwar traf der Torjäger für Diego Maradonas Argentinier überhaupt nicht, spielte aber beim FC Barcelona eine überragenden Saison. Der schon als WM-Star gehandelte Portugiese Cristiano Ronaldo (Nr. 2 / 75 Millionen Euro) enttäuschte dagegen. "From Hero to zero" - auch für den Brasilianer Felipe Melo war die WM kein Hit: Von Juventus Turin für 25 Millionen Euro geholt, sank sein Marktwert auf 17 Millionen. Nun will ihn keiner mehr haben.

Löw: "Eine der ganz großen Entdeckungen"

Um Müller werden sich dagegen viele reißen. Nicht nur für Bundestrainer Joachim Löw ist der Stürmer eine "der ganz großen Entdeckungen und Überraschungen. Er spielt unbeschwert und mit Leichtigkeit. Thomas ist instinktiv an allen torgefährlichen Situationen beteiligt", lobte der Coach.

FC Zürich ließ ihn abblitzen

Den gewissen Instinkt ließ dagegen der FC Zürich vermissen - der zweite große Bayern-Müller war den Schweizern offenbar nicht gut genug. Eine entsprechendes Angebot von Müllers Berater, den Spieler dem Verein auf Leihbasis zu überlassen, sei vom FCZ abgelehnt worden, berichtete "Blick".

Nur eine DVD als Empfehlung

Eine DVD mit den Toren des Stürmers der Bayern-Amateure sei dem Verein im Frühjahr 2009 zugegangen, doch Präsident Ancillo Canepa habe abgelehnt. Das Blatt zitierte Canepa mit dem Hinweis, man habe keinen Spieler verpflichten wollen, "den wir nur vom Video her kennen". Außerdem habe der Klub "eher einen großen, bulligen Stürmertypen" gesucht.

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