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Zoff ums Kapitänsamt: Bierhoff kritisiert Lahm

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Zoff ums Kapitänsamt: Bierhoff kritisiert Lahm

06.07.2010, 22:50 Uhr | t-online.de, t-online.de

. WM-Kapitän Philipp Lahm (re.) und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff. (Foto: dpa)

WM-Kapitän Philipp Lahm (re.) und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Ausgerechnet vor dem wichtigsten Spiel des Jahres gibt es in der Nationalmannschaft Ärger um das wichtigste Amt innerhalb der Elf: 24 Stunden vor dem WM-Halbfinale gegen Spanien holte sich Kapitän Philipp Lahm von Manager Oliver Bierhoff einen Rüffel ab: "Der Zeitpunkt ist nicht so glücklich", kommentierte der frühere Kapitän den Vorstoß des aktuellen. Lahm hatte seine Ansprüche auf das Kapitänsamt auch über die WM hinaus angemeldet (hier der ausführliche Bericht). Erst die schwere Sprunggelenks-Verletzung Michael Ballacks und dessen WM-Aus hatten Lahm die Ehre der Binde eingetragen.

Dass er sie nun freiwillig nicht mehr hergeben möchte und darin auch von seinen Mannschaftskollegen bestärkt wird, ist grundsätzlich nicht verwerflich. Doch hätte diese Diskussion nach Ansicht Bierhoffs auch noch nach dem Turnier in Südafrika geführt werden können. "In der wichtigsten Woche der WM müssen die sportlichen Dinge im Vordergrund stehen. Es ist schade, dass etwas zusammenkommt und zu Missinterpretationen führen kann", erklärte Bierhoff kurz vor der Abreise des DFB-Teams in den Halbfinal-Spielort Durban. Dort hatte am 13. Juni durch ein begeisterndes 4:0 über Australien das Abenteuer WM auch begonnen. "Das Thema darf jetzt überhaupt keine Rolle spielen", forderte Bierhoff. Der Status quo sei klar, verdeutlichte Bierhoff: "Philipp Lahm ist der WM-Kapitän, und Michael Ballack ist der Kapitän." Bundestrainer Joachim Löw sah Lahms Aussagen gelassen: "Das stört uns hier überhaupt nicht."

Konflikt der Generationen

Der Konflikt zwischen der jungen, erfolgreichen Generation im deutschen Nationalteam und Alt-Kapitän Ballack bricht offen aus, noch ehe der deutsche Weg am Kap beendet ist. Der 33-jährige Ballack war 48 Stunden vor dem Halbfinal-Kracher überraschend aus dem DFB-Quartier in Erasmia abgereist. Dort hatte er sich nach dem 4:0 gegen Argentinien zur weiteren Behandlung seiner Verletzung aufgehalten. Fast zeitgleich verkündete Lahm, den Löw zum WM-Kapitän ernannt hatte, dass er auch nach dem Turnier weiter die Kapitänsbinde tragen wolle: "Warum soll ich dann das Kapitänsamt wieder freiwillig zur Verfügung stellen?" Laut Bierhoff habe Ballack bei seiner Abreise aus dem Hotel Grand Velmoré von Lahms Kampfansage nichts gewusst.

Lahm hat Spaß

Beide interpretierten und interpretieren das Kapitänsamt höchst unterschiedlich. Der einstige Chelsea-Star Ballack gab klar den Ton vor, vieles fokussierte sich auf seine Person. Der sieben Jahre jüngere Lahm pflegt mehr seine Kollegen und sucht mit dem Mannschaftsrat eine einheitliche Linie. "Wir wissen, dass Philipp Lahm diese Rolle sehr gut übernommen hat und es ihm Spaß macht", lobte Bierhoff.

Zuschauen schmerzt

Ballack hatte schon unmittelbar nach seiner Verletzung durch ein böses Foul des ehemaligen deutschen Junioren-Spielers Kevin-Prince Boateng im DFB-Vorbereitungscamp auf Sizilien die Nähe zu seinen Kollegen gesucht. Zum Viertelfinale besuchte er die Mannschaft in Südafrika und erlebte als Zaungast live den Höhenflug des neuen Teams ohne ihn. "Für mich tut es schon weh", sagte der gebürtige Sachse zu seiner quälenden Zuschauerrolle.

Ballack wird in Leverkusen gebraucht

Viel mehr als Reha-Maßnahmen waren für den Rekonvaleszenten nicht drin. Da aber die medizinische Abteilung des DFB die WM-Spieler vorrangig behandeln muss, korrigierte Ballack seine Pläne und reiste nach Europa zurück. "Es macht mehr Sinn, dass er nach Hause geht, er ist ja auch seinem neuen Verein verpflichtet", begrüßte Bierhoff die Ballack-Entscheidung.

Bierhoff zerstreut Rauballs Sorgen

Bierhoff informierte außerhalb der Kapitänsdiskussion auch über den Umgang der Nationalmannschaft mit den Vorwürfen von Liga-Präsident Reinhard Rauball. Der Funktionär hatte mitten in die riesige deutsche Erfolgs- und Euphoriewelle hinein vor einer Verselbstständigung der Nationalmannschaft gewarnt: "Es muss sichergestellt sein, dass Strukturen nicht dazu führen, dass wir drei statt zwei Verbände haben: den DFB, die Liga und die Nationalmannschaft." Noch in der Nacht diskutierte Bierhoff mit Rauball, der mit im Quartier war. Gegenüber den Journalisten betonte Bierhoff vor allem auch den wirtschaftlichen Nutzen, den die Liga nicht nur von dieser WM habe. Es sei auch in der Vergangenheit so gewesen, dass die Vereine vom Auftritt der Nationalmannschaft profitiert hätten.

Jahre

Kapitän

Spiele als Kapitän

2010

Philipp Lahm

6

2004 - 2010

Michael Ballack

55

2000 - 2004

Oliver Kahn

50

1998 - 2000

Oliver Bierhoff

22

1995 - 1998

Jürgen Klinsmann

36

1987 - 1994

Lothar Matthäus

75

1984 - 1986

Toni Schumacher

14

1980 - 1984

Karl-Heinz Rummenigge

51

1978 - 1980

Bernard Dietz

19

1977 - 1978

Berti Vogts

20

1971 - 1977

Franz Beckenbauer

50

1961 - 1970

Uwe Seeler

40

1957 - 1961

Hans Schäfer

16

1951 - 1956

Fritz Walter

30

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