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Das Ende der Ära Ballack

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Das Ende der Ära Ballack

06.07.2010, 20:50 Uhr | t-online.de, t-online.de

. Hat Michael Ballack im DFB-Team noch eine Zukunft? (Foto: imago)

Hat Michael Ballack im DFB-Team noch eine Zukunft? (Foto: imago)

Ein Kommentar von Patrick Brandenburg
Der Zeitpunkt war wohl Zufall, aber doch bezeichnend: Während sich Michael Ballack am Abend in Johannesburg in den Flieger Richtung Heimat setzte, lief über die Nachrichten-Agenturen die Meldung: Philipp Lahm will seine Kapitänsbinde nicht mehr freiwillig abtreten. Eine Kampfansage an den Capitano, eine Palastrevolution, deren Ausgang schon jetzt klar ist: Ballack wird nicht mehr als Chef in die Nationalmannschaft zurückkehren. Womöglich ist die Länderspiel-Karriere des 33-Jährigen nach stolzen 98 Einsätzen sogar ganz vorbei. In jedem Fall ist es das Ende einer Ära.

Denn es ist fast nicht vorstellbar, dass Ballack als Normalo zur DFB-Elf zurückkehrt. Das wird das Ego des lange Zeit einzigen deutschen Weltstars kaum zulassen. Auch wenn sich Oliver Bierhoff noch zu Ballack bekennt: Niemand beim DFB wird nach der WM Lahms Führungsanspruch widersprechen. Dafür hat Lahm mit seinem jungen Team beim Turnier in Südafrika zu viel richtig gemacht. Traumfußball, Teamgeist, Tempo, Tore: Dafür steht die neue deutsche Nationalmannschaft. Lahm formuliert seinen Anspruch aus einer Position der Stärke.

Schon vor zwei Jahren bei der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz hatte sich die Götterdämmerung angedeutet. Lahm und einige andere Revoluzzer hatten den Kapitän für seinen unzeitgemäßen Führungsstil kritisiert. Die junge Generation der Nationalspieler konnte den teils selbstherrlichen, diktatorischen Stil des Capitano nicht mehr ertragen. Der schwelende Zwist brach nach dem verlorenen Finale gegen Spanien endgültig aus. Noch auf dem Rasen des Ernst-Happel-Stadions hatte Ballack den Manager der Nationalelf, Oliver Bierhoff, mit derben Worten bedacht, als dieser die Spieler mit einem Danke-schön-Plakat zu den Fans schicken wollte.

Nach der EM probte Michael Ballack den Aufstand und verlor den Machtkampf mit dem Bundestrainer. Per Interview kritisierte der Chelsea-Star Joachim Löws Personalpolitik. Es war ihm ein Dorn im Auge, dass sein alter Spezi Torsten Frings keine Berücksichtigung mehr im Team fand. Mit dieser Aktion hatte es sich Ballack auch mit seinem früheren Fürsprecher Löw verscherzt. Der einstige Mittelpunkt der Mannschaft hatte sich isoliert.

Über den Zeitpunkt von Lahms Vorstoß lässt sich trefflich streiten. Zwei Tage vor dem Halbfinale einer Weltmeisterschaft eine Führungsdiskussion loszutreten ist – milde gesagt – mutig. Will der Münchner noch einmal alle Kräfte bündeln für das schwere Spiel gegen Spanien und alle Spieler hinter sich scharen? Falls das DFB-Team verliert, muss sich Lahm den Schuh anziehen, unnötig für Unruhe gesorgt zu haben. Denn das „Problem“ Ballack hätte sich nach der WM sowieso erledigt.

Vielleicht hätte der Bundesliga-Rückkehrer noch ein paar Länderspiele gemacht, um über die magische Zahl von hundert zu kommen. Mehr wäre aber kaum drin gewesen. Dass Ballack im Team nicht vermisst wird, war in den letzten Wochen rund ums Teamquartier vor den Toren Pretorias aus fast allen Bemerkungen mehr als deutlich rauszuhören. Das Team hat sich in Rekordzeit von ihrem Capitano emanzipiert und ein höheres Niveau erreicht. Spätestens nach den beiden Gala-Auftritten gegen England und Argentinien war klar: Dies ist nicht mehr Michael Ballacks Mannschaft - und sie wird es nie mehr sein.

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