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Krake Paul sagt Deutschlands dritten Platz voraus

09.07.2010, 21:36 Uhr | t-online.de, dpa, dpa, t-online.de

. Fußball-Orakel Paul tippt Deutschland auf Platz drei. (Screenshot: Reuters)

Fußball-Orakel Paul tippt Deutschland auf Platz drei. (Screenshot: Reuters)

Kraken-Orakel Paul übt Wiedergutmachung bei Deutschland. Der tippsichere Tintenfisch hat im Oberhausener Sealife-Aquarium die Muschel mit der deutschen Flagge gefressen. Damit dürfte Deutschland am Samstag das "kleine Finale" gegen Uruguay gewinnen. Denn Paul kommt bei der WM bislang auf eine hundertprozentige Trefferquote. Auch die Niederlage im Halbfinale gegen Spanien (0:1) hatte das inzwischen weltbekannte Tentakel-Orakel vorhergesagt.

Nach einer kleinen Fresspause hat Paul auch das Endspiel Niederlande gegen Spanien getippt: Dabei sieht er die Furia Rocha vorn. Es war die erste Partie für Paul ohne deutsche Beteiligung. Seine Karriere begann bei der EM 2008. Damals hatte der Tintenfisch noch eine Trefferquote von 80 Prozent. Das Orakel funktioniert so: Paul bekommt zwei Gläser mit Muschelfleisch bereitgestellt, auf denen jeweils die Landesfahnen befestigt sind. Zum Sieger wird das Land erklärt, aus dessen Glas der Krake sich sein Fressen holt.

Pauls unglaubliche Trefferquote

Stimmen die Tipps des Kraken, hätte er acht WM-Spiele richtig vorhergesagt - mathematisch fast ein Unding. Schon die ersten sechs Spiele hatten nach Berechnung eines Mathematikers nur eine Wahrscheinlichkeit von zwei Prozent. Bei der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine wird Paul wohl nicht mehr dabei sein. Er ist jetzt zweieinhalb Jahre alt und schon ein Krakenopa.

Statistiker: "Krake zerstört mein Lebenswerk"

Die verlässlichen Vorhersagen des Meerestieres haben unterdessen einen berühmten Statistiker aus Cambridge aufgebracht. David Spiegelhalter, Professor für Wahrscheinlichkeitsberechnungen, hat schwere Vorwurfe gegen Paul erhoben: "Verflucht sei dieser Octopus - er hat mich der Lächerlichkeit preisgegeben", überschrieb der Experte einen Beitrag in der britischen "Times". "Dieser Tintenfisch ist dabei, mein Lebenswerk zu zerstören", klagte Spiegelhalter. "Es ist wirklich Zeit, in Rente zu gehen - zusammen mit meiner ganzen Wissenschaft." Eine seiner Hauptaufgaben sei es bisher gewesen, vor allem Schüler über die Risiken des Glücksspiels aufzuklären. Nun aber erwiesen sich Pauls Vorhersagen "ohne irgendeine Form von Nostradamischer Zweideutigkeit" jedes Mal als richtig. So viel Glück könne man einfach nicht haben. Er werde sich damit abfinden müssen, dass er nun künftig bei jedem Vortrag den Einwand bekomme: "Okay, Professor, aber wie erklären Sie sich dann den Kraken?"

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