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Michael Schumacher über das Testverbot: "Das ist lächerlich"

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Mercedes GP  

Schumi spricht sich gegen Testverbot aus

25.07.2010, 10:01 Uhr | t-online.de, t-online.de

Michael Schumacher über das Testverbot: "Das ist lächerlich". Spricht sich gegen das Testverbot aus: Michael Schumacher (Foto: xpb.cc)

Spricht sich gegen das Testverbot aus: Michael Schumacher (Foto: xpb.cc) (Quelle: xpb)

Als Testfahrten während der Saison noch nicht verboten waren, gehörte es zu Michael Schumachers großen Stärken, Defizite seines Ferrari in akribischer Detailarbeit auf der hauseigenen Teststrecke in Fiorano Schritt für Schritt auszumerzen. Diese Möglichkeit hat der Rekordweltmeister seit der Einführung des Testverbots nicht mehr. Experten zufolge könnte genau das einer der Gründe für das bisher eher bescheiden verlaufene Comeback sein.

Nach seinem Scheitern in Q2 in Hockenheim sprach sich der siebenfache Weltmeister erstmals öffentlich für eine Aufhebung des Testverbots während der Saison aus: "Besonders dieses Jahr haben die Teams verschiedene aerodynamische Features an ihren Autos. Wenn du siehst, dass du diese nicht hast, willst du sie natürlich auch implementieren. Das bedeutet, man entwickelt sie zu Hause, ohne zu testen, und schraubt sie dann ans Auto - sei es nun der F-Schacht oder der auspuffangeströmte Diffusor", erklärt Schumacher. Verfolgen Sie den GP von Deutschland heute ab 13.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker!

Wenig Zeit, Erfahrungen zu sammeln

Neue Teile müssten nun an einem Rennwochenende getestet werden, aber da sei naturgemäß sehr wenig Zeit. "Mit all diesen neuen Ideen und Teilen, die an die Autos geschraubt werden, gibt es weitreichende Auswirkungen, sodass man ohne Erfahrung ins Rennwochenende geht", so Schumacher weiter. "Da hat man dann wenig Zeit, um Erfahrungen zu sammeln, und deswegen muss man sich auf Kompromisse einlassen. Es ist schwierig, sich durch die ganze Entwicklungsarbeit zu kämpfen, durch die man sich kämpfen muss. Die Folge ist, dass es Probleme gibt."

Schumacher: "Das ist lächerlich"

Es sei merkwürdig, dass die Formel 1 der einzige Sport sei, in dem man nicht trainieren oder testen darf. "Das ist lächerlich", fand Schumacher scharfe Worte. "Ich verstehe, warum es dazu gekommen ist, aber genauso lächerlich, wie es früher war, 90.000 Kilometer pro Jahr zu testen, ist es auch, jetzt gar nicht mehr zu testen. Ich finde, man sollte sich gut überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, Testfahrten in einem angemessenen Rahmen zuzulassen. Alle im Fahrerlager würden da zustimmen, glaube ich."

Eine der Schwierigkeiten ist seiner Meinung nach, dass zwar jeder eine Idee habe, man sich aber auf keine einigen könne. Eine der sinnvoller klingenden dieser Ideen ist, am Montag nach einem Grand Prix noch an der Strecke zu bleiben, um einen Tag lang mit den Rennteams zu testen. Das würde Reisekosten sparen und keine Rückkehr zu eigenen Testteams erforderlich machen. Die MotoGP hat bereits vorexerziert, dass dieses Modell funktionieren kann.

Probleme auf allen Ebenen

Schumacher leidet unter dem Testverbot nach seiner dreijährigen Pause mehr als die jungen Fahrer, die voll im Saft stehen - und das nicht nur aus Fahrer-, sondern auch aus Teamsicht: "Die Rahmenbedingungen sind für alle gleich, aber wenn das Auto gut läuft, leidest du darunter weniger", erläutert Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Der Silberpfeil war im Gegensatz zum Red Bull nicht vom ersten Testkilometer an konkurrenzfähig. Ist das der Fall, "hast du unter den aktuellen Regeln sicherlich größere Komplikationen, die damit verbunden sind", seufzt Schumacher.

"Das sieht man bei allen Teams - bei McLaren mit dem Auspuffsystem, bei Ferrari mit dem F-Schacht und bei uns mit dem Auspuffsystem. Alle haben damit ihre Probleme, weil es konzeptionell komplett andere Dinge sind, wo du nicht alles vorhersehen kannst", erklärt der 41-Jährige. "Red Bull war in der Hinsicht am besten vorbereitet - die hatten über den Winter mehr oder weniger das komplette Paket, bis auf den F-Schacht, der auch seine Probleme birgt. Aber mit dem Vorsprung, den sie mitgebracht haben, ist das natürlich nicht ganz so problematisch."

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