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Formel 1: Springt Hockenheim für den Nürburgring ein?

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Rund um den Rennzirkus  

Springt Hockenheim für den Nürburgring ein?

25.07.2010, 11:35 Uhr | motorsport-total.com, Motorsport-Total.com

Formel 1: Springt Hockenheim für den Nürburgring ein?. Steckt angeblich in Schwierigkeiten: der Nürburgring (Foto: imago)

Steckt angeblich in Schwierigkeiten: der Nürburgring (Foto: imago) (Quelle: imago)

Der Große Preis von Deutschland auf dem Nürburgring 2011 wackelt, der Hockenheimring steht als Ersatz bereit. "Die Voraussetzungen müssen stimmen. Wenn wir der Formel 1 einen Gefallen tun können, sind wir dazu gerne bereit", sagte Karl-Josef Schmidt, einer der Geschäftsführer der Hockenheimring GmbH. Der Finanz-Fachmann betonte allerdings: "Wir springen nicht ein, um Verluste zu machen."

Sein Managerkollege Georg Seiler pflichtete bei: "Die Infrastruktur ist da. Wir wollen aber nicht drauflegen. Der Motorsport-Weltrat müsste bald die Entscheidung treffen, damit wir rechtzeitig starten könnten."

Steht der Grand Prix in der Eifel auf der Kippe?

Seit längerem kursieren Spekulationen, dass der Grand Prix in der Eifel aus finanziellen Gründen gefährdet sein könnte. Längst befasst sich ein Untersuchungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags mit der dubiosen Finanzierung des Ausbaus. Es geht um über 300 Millionen Euro, die die Regierung in das Megaprojekt rund um den Ring gesteckt hat, nachdem eine Privatfinanzierung gescheitert war. Rheinland-Pfalz gehören 90 Prozent des Freizeitparks, das restliche Zehntel ist im Besitz der Nürburgring GmbH.

Wegen der immensen Lizenzkosten für die Formel 1 wechselte sich der Nürburgring zuletzt mit Hockenheim jährlich als Gastgeber für die Königsklasse ab. Nun aber könnten die Nürburgring-Manager den Deal platzen lassen.

Lindner: "Halte die Formel 1 für sinnvoll"

Seit dem Frühjahr betreibt Jörg Lindner mit seiner Automotive GmbH den Traditionskurs. "Ich halte die Formel 1 für sinnvoll. Sie trägt zum Image des Nürburgrings weltweit bei, ist wichtig für die Region", sagte der Hotelbesitzer. Einschränkend fügte er aber hinzu: "Man sollte sie nicht um jeden Preis wollen." Bernie Ecclestone, den mit allen Wassern gewaschenen Chefvermarkter der Formel 1, kümmern die Probleme der Nürburgring-Verantwortlichen nicht. "Als sie den Vertrag unterzeichnet haben, wussten sie, was sie taten. Ich denke, sie waren über 21", sagte der Brite der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" lakonisch.

Für den deutschen Grand Prix 2011 werden zwar schon Tickets verkauft, allerdings unter Vorbehalt. Für den Herbst werde die Entscheidung des Internationalen Automobil-Verbands FIA erwartet, heißt es auf der Internetseite der Nürburgring GmbH.

Schmidt: "Wir müssen jetzt mal abwarten"

Spätestens bis zu diesem Zeitpunkt wollen auch die Hockenheimring-Macher wissen, ob sie den Zuschlag erhalten. "Wir müssten rechtzeitig initiativ werden können", sagte Seiler. Schmidt erklärte: "Wir kennen das neue Nürburgring-Management, aber darüber sprechen wir nicht." Beide betonen, dass sie keinesfalls hinter den Gerüchten über angebliche Probleme des Konkurrenten stecken.

Aber Schmidt nährt die Spekulationen süffisant. "Uns fragt ja niemand, ob wir vielleicht jedes Jahr wollen", sagte der Jurist. "Wir müssen jetzt mal abwarten, welche Strategie die neuen Verantwortlichen am Nürburgring verfolgen. Vielleicht ändert sich dort etwas in der Hinsicht, dass man Motorsport nur noch als einen Teil des Business' betrachtet. Bisher gibt es aber von uns keine konkreten Pläne, deren Rennen zu übernehmen."

Hockenheim verbucht "eine schwarze Null"

Die Hockenheimring GmbH, die überwiegend im Besitz der badischen Kleinstadt ist, schrieb in den letzten Jahren ebenfalls Verluste in Millionenhöhe. Dank des neuen Vertrags mit Ecclestone und etwa 63.000 Zuschauern am Rennsonntag kann die Gesellschaft dieses Mal "eine schwarze Null" verbuchen, wie Seiler mitteilte. "Aber es gibt natürlich noch andere Kosten. Die Zinstilgungen betragen 1,9 Millionen, die Abschreibungen 3,0 Millionen."

Schmidt kann sich deshalb eine Spitze gegen die baden- württembergische Regierung, die im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz nichts beisteuert, nicht verkneifen: "Die 1,9 Millionen hätten wir gerne vom Land. Aber das Land nimmt die Mehrwertsteuer und gibt sie im Rahmen des Länderfinanzausgleiches gerne an Rheinland-Pfalz oder andere Länder."

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