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1. FC Kaiserslautern im Teamcheck: Runderneuert zum Klassenerhalt

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1. FC Kaiserslautern: Die Roten Teufel sind wieder da

28.07.2010, 08:00 Uhr | Eine Analyse von Lars Fritsch, t-online.de

1. FC Kaiserslautern im Teamcheck: Runderneuert zum Klassenerhalt. Das Team der Roten Teufel. (Foto: imago)

Das Team der Roten Teufel. (Foto: imago)

Am 20. August startet die Bundesliga in ihre 48. Spielzeit. t-online.de hat alle 18 Klubs unter die Lupe genommen. Teil 2 der Teamcheck-Serie beschäftigt sich mit dem Aufsteiger vom Betzenberg, dem 1. FC Kaiserslautern.

Sie sind wieder da, die Roten Teufel vom Betzenberg. Vier Jahre lang quälte sich der 1. FC Kaiserslautern durch die Zweitliga-Hölle, entging 2008 sogar in letzter Sekunde der Drittklassigkeit und stand dicht vor dem finanziellen Ruin. Jetzt wird in der Pfalz wieder Erstliga-Fußball geboten. Retter Stefan Kuntz hat den Chaosklub in den beiden vergangenen Jahren wieder rehabilitiert, hat beim Traditionsverein wieder alte Tugenden geweckt und den FCK dorthin geführt, wo er hingehört:  in die Bundesliga.

Drei Jahre, so Kuntz, brauche der Verein, um finanziell saniert zu sein und wieder höhere Ziele als den Klassenerhalt anvisieren zu können. Die Pfälzer müssen eng zusammen rücken, damit das erste Jahr nicht gleich das letzte wird.

Seine Tore könnten fehlen: Erik Jendrisek. (Foto: imago)Seine Tore könnten fehlen: Erik Jendrisek. (Foto: imago)1. Die Transfers: Wer kam, wer ging?

Kauffreudig war der 1. FC Kaiserslautern: Gleich neun Neuzugänge hat der Zweitliga-Meister bislang vermeldet. Außerdem konnten mit Rodnei und Ivo Ilicevic zwei ausgeliehene Leistungsträger fest verpflichtet werden. Mit Sidney Sam (Bayer Leverkusen), Georges Mandjeck (Stade Rennes) und Erik Jendrisek (Schalke 04) verließen jedoch drei wichtige Stützen das Team. Diese Lücken mussten geschlossen werden. Insgesamt geschätzte vier Millionen Euro ließ sich der FCK seine Neulinge kosten. Prominentester Neuzugang ist Jan Simunek, der vom VfL Wolfsburg geholt wurde und die Innenverteidigung ergänzt. Mit Leon Jessen (FC Mydtiylland) hat Kaiserslautern auf der linken Abwehrseite den Druck auf Alexander Bugera erhöht. Der 24 Jahre alte Däne will dem Routinier und Standardspezialisten die Stammposition streitig machen.

Den Weggang von Mandjeck soll durch Christian Tiffert kompensiert werden. Der vom MSV Duisburg gewechselte 28-Jährige wird die Sechser-Position bekleiden. Im zentralen Mittelfeld soll Jan Moravek für das Kreativmoment sorgen. Der Tscheche wurde für eine Spielzeit vom FC Schalke 04 ausgeliehen. In seiner Heimat gilt er seit langem als Riesentalent. Für die Flügelpositionen haben sich die Lauterer gleich drei Spieler geangelt. Der Kroate Stiven Rivic sucht nach vier Jahren Energie Cottbus eine neue Herausforderung. Mit Oliver Kirch (Arminia Bielefeld) kann ein weiterer Profi Bundesliga-Erfahrung nachweisen. Außerdem wechselte Chadli Amri vom FSV Mainz 05 in die Pfalz, der mit seinen Dribblings ein wenig an Sidney Sam erinnert.

Im Angriff hat der FCK mit Ilian Micanski und Erwin "Jimmy" Hoffer aufgerüstet. Beide sind ähnlich veranlagte, kompakte Instinktfußballer, doch während der Österreicher Hoffer beim SSC Neapel ein Seuchenjahr hinter sich hat, blickt der Bulgare Micanski auf erfolgreiche Spielzeiten zurück. In 60 Pflichtspielen für den polnischen Erstligisten Zaglebie Lubin erzielte er 48 Tore – eine Quote, die sich sehen lassen kann. Deutlich wird, dass sich der FCK für die kommende Saison vor allem in der Breite besser aufgestellt hat. Macher Kuntz wollte in erster Linie jede Position doppelt besetzt wissen, was auch fast ausnahmslos gelungen ist. Nur auf der rechten Defensivseite, wo Florian Dick derzeit noch konkurrenzlos ist, wird noch eine Verstärkung gesucht.

2. Der Kader: Stärken und Schwächen

Die große Flexibilität der Spieler soll das Plus für Kaiserslautern sein. Viele Akteure fühlen sich auf mehreren Positionen zuhause, können variabel eingesetzt werden. Das macht den FCK weniger berechenbar. Für jede Position steht quasi ein fast gleichwertiger Ersatz zur Verfügung. Im Tor braucht man sich in der Pfalz keine Gedanken machen: Keeper Tobias Sippel ist ohne Zweifel erstligareif. Generell zählt der Abwehrverbund zu den größten Stärken der Lauterer.

Macher am Betzenberg: Stefan Kuntz. (Foto: imago)Macher am Betzenberg: Stefan Kuntz. (Foto: imago)Die Viererkette um Dick, Martin Amedick, Rodnei und Bugera ließ in der letzten Saison nur 28 Gegentreffer zu. Als größtes Manko offenbart sich bei den Roten Teufeln die Unerfahrenheit. Trainer Marco Kurz hat mit seinen 300 Bundesliga-Spielen alleine mehr Einsätze als alle seine Neuverpflichtungen zusammen.

3. Der Trainer: Marco Kurz

Ein Jahr lang leitet Kurz nun die sportlichen Geschicke des Traditionsvereins aus der Pfalz, holte auf Anhieb die Zweitliga-Meisterschaft und schaffte den Aufstieg ins Oberhaus. Aber es sind nicht nur die statistisch messbaren Erfolge, die den 41-Jährigen auszeichnen. Die professionelle Art, mit der er seine junge Truppe führt, die Akribie, mit der er seiner Arbeit nachgeht und die Ruhe, die er dabei ausstrahlt, sind neben seiner Punkteausbeute besonders erwähnenswert.

Kurz versteht es, eine Einheit zu formen, ein verschworenes Team, das sich scheinbar jeder noch so schweren Aufgabe gewachsen fühlt. Außerdem gelingt es ihm, den Fokus auf das Wesentliche zu richten. "Wir denken von Spiel zu Spiel", lautete seine Parole im letzten Jahr, die auch in dieser Runde als Marschroute ausgegeben wird. Kurz identifiziert sich völlig mit dem 1. FC Kaiserslautern und will sich jetzt als Trainer nun auch in der Bundesliga etablieren.

4. Das Umfeld: Wie ist die Stimmung?

Die Euphorie könnte auf dem Betzenberg kaum größer sein. Der Verein hat seinen absoluten Tiefpunkt hinter sich gelassen und blickt nun weiter nach oben. Die zahlreichen Fans, die in ihrer Arena nun endlich wieder die Mannschaften aus München, Dortmund, Bremen und Gelsenkirchen empfangen dürfen, fiebern dem Saisonstart mit großer Vorfreude entgegen. Die ganze Region kann es kaum erwarten wieder zu den 18 Top-Teams in Deutschland zu gehören. 

Mit lautstarkem Einsatz hatten die treuen Anhänger sicher großen Anteil am Aufstieg der Kurz-Truppe. Jetzt, in der ersten Liga, werden sich die Fans wohl noch mehr ins Zeug legen. Knapp drei Wochen vor dem Auftakt sind schon rund 30.000 Dauerkarten verkauft bzw. reserviert. Wie der Verein mitteilte, gab es unglaubliche 130.000 Ticket-Anfragen für das Heimspiel gegen Bayern München am zweiten Spieltag. Der Betze boomt also, und die Liga darf sich auf ein stets gut gefülltes Fritz-Walter-Stadion freuen.

5. Die Vorbereitung: So liefen die Testspiele bisher

Drei lockeren Siegen zum Auftakt gegen unterklassige Gegner folgte ein 2:0-Erfolg gegen Zweitligist FSV Frankfurt sowie ein torloses Remis gegen den französischen Erstligisten FC Metz. Das Highlight in der Vorbereitung war unumstritten das Duell gegen den FC Liverpool im eigenen Stadion, das der FCK vor 22.000 Zuschauern mit 1:0 gewann.

Viele Neue - werden sie zum Problem? (Foto: imago)Viele Neue - werden sie zum Problem? (Foto: imago)Sogar Liverpool-Coach Roy Hodgson zeigte sich beeindruckt: "Ich denke, sie werden eine gute Saison spielen. Vor allem bei dieser fantastischen Stimmung, die hier auf dem Betzenberg herrscht. Alle Mannschaften werden sich darauf freuen in diesem Stadion vor diesen Fans zu spielen. Und es wird einige geben, die sich wundern, warum sie mit leeren Händen wieder heim fahren." Doch warten mit AJ Auxerre (31.7.) und dem FC Aberdeen (7.8.) noch zwei weitere Testspiel-Brocken auf die Pfälzer.

6. Die Startelf: So will Kurz spielen lassen

Der FCK-Trainer hat die Qual der Wahl und auf allen Positionen genügend Alternativen. An der Abwehrkette dürfte sich zum Anfang im Vergleich zur letzten Saison nichts ändern. Interessant wird der Kampf um die Positionen auf den Außen und im Sturm, wo die Neuen mit aller Macht ins Team drängen.

So könnte die Startelf des FCK gegen den 1. FC Köln aussehen

7. Unsere Prognose: Nur das Kollektiv kann den Klassenerhalt schaffen

Neun Neuzugänge sprechen eine deutliche Sprache. Auch, wenn aus FCK-Kreisen immer wieder betont wird, wie gut sich die Verstärkungen bereits integriert haben, könnten die weitgreifenden Kaderumbauten auch zum Verhängnis werden. Von einer eingespielten Mannschaft kann noch keine Rede sein.

Wie schon in der vergangenen Saison, in der die Lauterer den jüngsten Kader aller deutschen Profi-Klubs stellten, hat Marko Kurz auch in diesem Jahr eine vergleichsweise jungfräuliche Truppe beisammen. Dass jung und unerfahren aber nicht gleich erfolglos sein muss, hat die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika eindrucksvoll gezeigt. Ein verschworener Haufen kann häufig mehr bewegen als eine Ansammlung von Superstars. Will heißen: Der FCK kann nur über das Kollektiv bestehen und zum Erfolg kommen. Es wird eng für Kaiserslautern, am Ende wird es aber für den Klassenerhalt reichen.

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