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Eintracht Frankfurt: Den nächsten Schritt machen

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Eintracht Frankfurt: Den nächsten Schritt machen

27.07.2010, 19:36 Uhr | Eine Analyse von Patrick Rutishauser, t-online.de

Eintracht Frankfurt: Den nächsten Schritt machen. Der Kader von Eintracht Frankfurt für die Saison 2010/11. (Foto: imago)

Der Kader von Eintracht Frankfurt für die Saison 2010/11. (Foto: imago)

Am 20. August startet die Bundesliga in ihre 48. Spielzeit. t-online.de hat alle 18 Klubs unter die Lupe genommen. Teil 9 der Teamcheck-Serie beschäftigt sich mit Eintracht Frankfurt.

Die Eintracht hat sich im Bundesliga-Mittelfeld etabliert. Das war auch schon vor der vergangenen Saison der Fall, nur damals haftete der SGE eher das Image der grauen Maus an. Sicherheitsfußball mit wenig Offensivdrang und mit einem Auge immer die Abstiegszone im Blick – so festigten sich die Adler wieder in der Bundesliga. Einen der großen Klubs zu schlagen, wurde jedoch für nahezu unmöglich erklärt. Schließlich sei die Liga laut des Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen "zementiert".

Mit dem neuen Trainer Michael Skibbe, dessen Verpflichtung von der Öffentlichkeit zunächst mit Skepsis zur Kenntnis genommen worden war, kehrte der Wille nach mehr zurück. Und plötzlich waren auch die Großen schlagbar. Leverkusen, Bayern München, Werder Bremen und Borussia Dortmund wurden besiegt. Am Ende befand sich die Eintracht zwar wieder im grauen Mittelfeld, dennoch sammelte die SGE 13 Zähler mehr als in der Saison 2009/2010, schoss acht Tore mehr und kassierte sechs weniger. Nun soll die Reise nach oben weitergehen.

Von Theofanis Gekas erhofft sich die Eintracht mehr Durchschlalgskraft im Sturm. (Foto: imago)Von Theofanis Gekas erhofft sich die Eintracht mehr Durchschlalgskraft im Sturm. (Foto: imago)1. Die Transfers: Wer kam, wer ging?

Für ihren Weg nach oben hat die Eintracht eifrig investiert. Doch wie man es von dem Klub gewohnt ist, werden dadurch keine finanziellen Risiken eingegangen. "Wir konnten Trainer Michael Skibbe seine Wunschmannschaft bauen. Dafür sind wir bis an unsere Belastungsgrenze gegangen", sagte Eintracht-Finanzvorstand Thomas Pröckl. Der sportliche Aufschwung soll aus Eigenmitteln finanziert werden. Die Eintracht plant für kommende Saison mit einem Minus von rund zwei Millionen Euro.

Mit Theofanis Gekas wurde ein torgefährlicher Stürmer geholt. Bereits in der Winterpause wollten die Hessen den Griechen verpflichten. Er entschied sich jedoch für Hertha BSC. Nun, da die Berliner abgestiegen sind, gelang es, Gekas an den Main zu locken (ca. eine Millionen Euro Ablösesumme). Gekas hat in 99 Bundesliga-Partien 39 Tore erzielt. Das bedeutet, er erzielt alle 2,5 Spiele einen Treffer.

Georgios Tzavellas ist der zweite Neue aus Griechenland im Kader. Tzavellas wurde als Ersatz für den in die Heimat gewechselten Ex-Kapitän Christoph Spycher geholt. Der 22-Jährige ist in der vergangenen Saison zu Griechenlands bestem Linksverteidiger gewählt worden und gilt als großes Talent. Frankfurt hat rund 1,2 Millionen Euro Ablöse für Tzavellas hingeblättert. Dazu wurde mit Sebastian Rode von den Offenbacher Kickers ein hoffnungsvoller Nachwuchsspieler zum Erzrivalen gelockt.

Halil Altintop blieb nach einigem Hin und Her ein Adler und will Verantwortung übernehmen. Die ausgeliehenen Markus Steinhöfer und Habib Bellaid kehrten zurück. 

Verlassen haben den Verein Selim Teber (Kayserispor), Christoph Spycher (Young Boys Bern), Faton Toski (VfL Bochum), Nikos Liberopoulos, Juvhel Tsoumou und die beiden Torhüter Jan Zimmermann und Markus Pröll (unbekannt).

Nikola Petkovic, Habib Bellaid und Markus Steinhöfer dürfen den Verein ebenfalls noch verlassen, wenn ein geeigneter Abnehmer gefunden wird.

2. Der Kader: Stärken und Schwächen

Die Eintracht hat sich in der Offensive gut verstärkt und mit Gekas einen torgefährlichen Stürmer geholt. Selbst, wenn Ioannis Amanatidis sich erneut verletzen sollte, ist die SGE mit Altintop, Martin Fenin, Marcel Heller und den beiden Nachwuchsstürmern Cenk Tosun und Marcos Alvarez im Problembereich der vergangenen Saison ausreichend besetzt.

In der Abwehr und im Mittelfeld stehen sowieso genügend Spieler zur Verfügung. Im Tor könnte sich im Laufe der Saison der 21-jährige Ralf Fährmann gegenüber dem „ewigen“ Oka Nikolov durchsetzen.

Abgerundet wird der Kader mit Kräften aus dem eigenen Nachwuchs.

Die Eintracht scheint gut gerüstet für die kommende Spielzeit. Der Kader zeichnet sich durch seine Ausgeglichenheit aus. Viele Spieler sind nah an der Startelf, dadurch entsteht ein guter Konkurrenzkampf. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass sich keine wirkliche Stammformation etabliert und es dann an der Eingespieltheit fehlt. Außerdem gibt es keinen wirklichen Star im Team. Die Eintracht hat viele Spieler, die Potential haben, sich aber noch entwickeln müssen.

Mit Spycher und Liberopoulos haben zwei in der Mannschaft angesehene Spieler den Verein verlassen. Die Hierarchie bei der Eintracht muss erst wieder hergestellt werden. Der neue Kapitän Chris ist verletzt und sein Vertreter Patrick Ochs muss erst noch in die Führungsrolle hineinwachsen. Im Training ist es bereits zu Hahnenkämpfen zwischen Maik Franz und Amanatidis gekommen. Die fehlende Hackordnung bildet einen Unruheherd.

Geht in seine zweite Saison als Trainer bei Eintracht Frankfurt: Michael Skibbe (Foto: imago)Geht in seine zweite Saison als Trainer bei Eintracht Frankfurt: Michael Skibbe (Foto: imago)3. Der Trainer: Michael Skibbe

Michael Skibbe geht in sein zweites Jahr bei Eintracht Frankfurt. Nach anfänglicher Skepsis gab ihm der Erfolg Recht. Die offensivere und durch Kombinationsfußball geprägte Spielweise brachte die Fans auf Skibbes Seite. In der kommenden Saison muss der 44-Jährige den Aufwärtstrend aus dem vergangenen Jahr fortsetzen, um die Sympathien nicht gleich wieder zu verlieren.

4. Das Umfeld: Wie ist die Stimmung?

Die Anhänger des Traditionsvereins streben eigentlich nach mehr als einem Mittelfeldplatz. Aber die anhaltenden Predigten der Kluboberen, dass der nächste Schritt in Richtung Spitze ein langwieriger Prozess sei, zeigen langsam Wirkung. Man ist bescheidener geworden bei der einstigen Diva vom Main. 

Trotzdem liebäugeln die Fans insgeheim mit einem Europa-Pokalplatz am Ende der Saison. Steht die Mannschaft viel weiter hinten in der Tabelle, könnte es aber schnell unruhig werden im Umfeld. Spielt das Team aber mit Herz und Offensivdrang, werden Niederlagen eher verziehen werden.

5. Die Vorbereitung: So liefen die Testspiele bisher

Bisher hat die Eintracht sechs Testspiele bestritten und allesamt gewonnen. 45 Tore hat sie geschossen und nur sieben reinbekommen. Klingt gut, aber wirkliche Gegner waren nicht dabei. Auch der Sieg gegen Chelsea liest sich ganz nett, wirkliches Engagement war von den Londonern jedoch nicht zu sehen. Bereits zur Halbzeit wechselte Blues-Trainer Carlo Anceotti neun Spieler aus.

Skibbe ist mit dem "jetzigen Stand ganz zufrieden", und langsam kann man erkennen, wie Skibbes Startelf aussehen könnte.

6. Die Startelf: So will Skibbe spielen lassen

Im Tor wird wohl zunächst Oka Nikolov den Vorzug bekommen. Aber Ralf Fährmann macht nach Aussage von Skibbe Druck auf den Eintracht-Dauerbrenner und könnte ihn bald ablösen. Der Trainer möchte "möglichst oft" in 4-4-2-System spielen lassen. In Abwehr und Mittelfeld gibt es reichlich Alternativen. Chris, Patrick Ochs, Alex Meier, Pirmin Schwegler und Marco Russ dürften gesetzt sein. Im Sturm wird Gekas wohl auf jeden Fall spielen

Diese Spieler könnten gegen Hannover auflaufen

7. Unsere Prognose: Für den Europa-Pokal reicht's (noch) nicht

Die SGE hat alle wichtigen Stammkräfte halten und Verstärkungen hinzugewinnen können. Trotzdem wird mehr als Platz acht bis elf wieder nicht drin sein. Es gibt einfach sechs bis acht Mannschaften, die besser sind. Wenn es nicht so gut läuft, landen die Hessen im hinteren Mittelfeld, aber mit dem Abstiegskampf sollten sie nichts zu tun bekommen. Ziel muss es sein, den nächsten Schritt zu machen und so lange wie möglich am oberen Tabellendrittel dran zu bleiben. Die direkte Qualifikation für den Europa-Pokal (Platz sechs) wird für die Anhänger jedoch (noch) ein Traum bleiben.

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