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HSV: Es kann nur besser werden

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HSV: Es kann nur besser werden

08.08.2010, 08:00 Uhr | Eine Analyse von Mark Weidenfeller, t-online.de

HSV: Es kann nur besser werden. Das Team des Hamburger SV. (Foto: imago)

Das Team des Hamburger SV. (Foto: imago)

Am 20. August startet die Bundesliga in ihre 48. Spielzeit. t-online.de hat alle 18 Klubs unter die Lupe genommen. Teil 12 der Teamcheck-Serie beschäftigt sich mit dem Hamburger SV.

Armin Veh hat auf einem Schleudersitz Platz genommen. Er ist der zehnte Trainer des Hamburger SV in den letzten neun Jahren. Kontinuität sieht anders aus. Ganz anders. Doch jetzt soll Ruhe einkehren an der Elbe. Und der neue Übungsleiter schaut sogar voller Zuversicht in die Zukunft: "Es ist eine reizvolle Aufgabe, einen großen Klub zu übernehmen. Wir haben die große Chance, etwas zu erreichen. Da wir nicht im Europapokal spielen, können wir uns voll auf Meisterschaft und Pokal konzentrieren. Deshalb bin ich felsenfest vom Erfolg überzeugt."

Doch was heißt Erfolg beim HSV? Dass Armin Veh seinen Zweijahresvertrag tatsächlich erfüllen darf? Dass die Spieler ihre Fans nicht mehr mit Flaschen bewerfen? Dass man das Stadt-Duell mit dem kleinen Nachbarn St. Pauli für sich entscheidet? Veh beschreibt seine Ziele mit einem Vergleich: "Die Situation beim Hamburger SV ist ähnlich wie beim VfB Stuttgart 2007." Oha, das sitzt! Damals wurde der Veh mit dem VfB nämlich Deutscher Meister.

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1. Die Transfers: Wer kam, wer ging?

Liefert sich ein heißes Duell mit Frank Rost: Der Neuzugang von Hertha BSC Berlin Jaroslav Drobny. (Foto: imago)Liefert sich ein heißes Duell mit Frank Rost: Der Neuzugang von Hertha BSC Berlin Jaroslav Drobny. (Foto: imago)Doch reicht der Kader für den ganz großen Angriff auf die Spitze der Bundesliga? Klar ist: Der HSV hat sich verstärkt. Mit Jerome Boateng verabschiedete sich zwar ein wichtiger Spieler in Richtung England, er ist aber der einzige Abgang, der wirklich ins Gewicht fällt.

Und die Neuzugänge haben es in sich. Jaroslav Drobny kam von Absteiger Hertha BSC Berlin. Er kämpft mit Oldie Frank Rost um die Nummer Eins. Heiko Westermann, Neuverpflichtung vom Magath-Klub Schalke 04, ist an der Seite von Joris Mathijsen in der Innenverteidigung schon jetzt gesetzt und soll zum Führungsspieler werden. Er stellt dabei im Vergleich zur vergangenen Saison, als dort noch der wacklige Tscheche David Rozehnal sein Unwesen trieb, eine klare Qualitätssteigerung dar. Ebenfalls vom Absteiger aus der Hauptstadt kam der Serbe Gojko Kacar, der die Platzhirsche im zentralen Mittelfeld - Zé Roberto und David Jarolim - herausfordern wird, aber auch in der Offensive variabel einsetzbar ist. Für die rechte Abwehrseite wurde mit Dennis Diekmeier vom 1. FC Nürnberg eine der größten deutschen Zukunftshoffnungen für diese Position verpflichtet. Alle diese Spieler sind heiße Kandidaten für einen Platz in der ersten Elf.

Und dann wäre da noch Heung Min Son. Der 18-jährige Südkoreaner ist die Entdeckung der Vorbereitung und gilt mittlerweile als größtes Nachwuchstalent der Hanseaten. "Son kann mit 18 Jahren schon so viel wie andere Profis mit 30 Jahren nicht", lobte Trainer Veh. Die hervorragenden Leistungen des Stürmers wurden prompt mit einem Fünfjahresvertrag und einem Platz im Profikader belohnt. Leider brach er sich im Testspiel gegen den FC Chelsea den linken Mittelfuß und wird dem HSV für mindestens zwei Monate fehlen.

2. Der Kader: Stärken und Schwächen

Die Ausgeglichenheit des Kaders und der enorme Konkurrenzkampf sind gleichzeitig Stärke und Schwäche. Für jede Position stehen mindestens zwei Spieler zur Verfügung, was Veh viel Spielraum lässt und eine enorme Variabilität verspricht. Im Optimalfall werden sich sich die Spieler gegenseitig zu Höchstleistungen anstacheln, da jeder spielen will und sich niemand seines Stammplatzes sicher sein kann. Doch was passiert, wenn verdiente Spieler mal auf der Bank Platz nehmen müssen oder auf ungeliebten Positionen zum Einsatz kommen? Wenn Veh es schafft, dass sich jeder dem Erfolg der Mannschaft unterordnet und seine eigenen Belange und Eitelkeiten hinten anstellt, ist der HSV für jeden Gegner schwer berechenbar.

Das Prunkstück der Hamburger ist zweifelsohne die Offensive. Mit Ruud van Nistelrooy, Mladen Petric und Paolo Guerrero stehen drei brandgefährliche Stürmer im Kader, die ausgeruht sind und die ganze Vorbereitung mitgemacht haben. Sie haben keine lange Weltmeisterschaft in den Beinen und gehören, wenn sie fit bleiben, zum Besten, was die Bundesliga zu bieten hat. Auf den Außen stehen mit Eljero Elia, Marcell Jansen und Piotr Trochowski drei Nationalspieler zur Verfügung. Vor allem von Elia erhoffen sich die Verantwortlichen ein ähnliches Feuerwerk wie in der Hinrunde der vergangenen Saison, als er die gegnerischen Abwehrreihen reihenweise schwindelig spielte.

3. Der Trainer: Armin Veh

Die Verpflichtung von Veh als neuer Cheftrainer des HSV war durchaus eine Überraschung. Nachdem Namen wie Lucien Favre, Hamburgs Ex-Trainer Martin Jol oder gar Kevin Keegan gehandelt worden waren, wirkte Veh wie eine Notlösung. Doch mittlerweile hat sich der 49-Jährige Respekt verschafft. Er hat eine klare, durchaus harte Linie. "Vorbereitung muss keinen Spaß bringen", sagte er lachend. Und so bleiben die Fußbälle dann tatsächlich oft im Schrank, Grundlagenarbeit steht auf dem Programm - mit Medizinbällen.

Doch Veh kann auch anders. Zuckerbrot und Peitsche. Nach harten Trainingseinheiten lobt er sein Team, gibt auch schon mal Nachmittage frei und verschob während der WM die Trainingszeiten, da van Nistelrooy und Zé Roberto unbedingt das Viertelfinale ihrer Nationen sehen wollten. Die Spieler danken es ihm. "Er erinnert mich an Ferguson. Er weiß, wie man Titel holt", sagte jüngst van Nistelrooy. Es sieht also alles nach Friede, Freude, Eierkuchen aus beim HSV. Doch Vorsicht: Vor dem Start der letzten Saison verstanden sich Spieler und der damalige Trainer Bruno Labbadia auch bestens. "Er erinnert mich an Hitzfeld", lobhudelte damals Zé Roberto. Zehn Monate später wurde Labbadia entlassen.

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Auch der Co-Trainer ist neu im Volkspark. Michael Oenning, in der letzten Saison noch verantwortlicher Übungsleiter beim 1. FC Nürnberg, degradierte sich selbst freiwillig ins zweite Glied. Allerdings nur auf Zeit. "Irgendwann bin ich wieder Chef", ließ er verlauten.

4. Das Umfeld: Wie ist die Stimmung?

Hinter den Kulissen brodelt es. Es gibt gleich mehrere Baustellen. Die aktuellste ist mal wieder der Posten des Sportdirektors. Der designierte Neuzugang auf dieser Position - Urs Siegenthaler - sagte drei Wochen vor Rundenstart ab. Er will lieber Joachim Löw und der Nationalmannschaft treu bleiben. Ein Leidtragender dieser Absage ist Bastian Reinhardt. Der ehemalige Innenverteidiger ist seit dieser Saison Sportchef und sollte an der Seite des erfahrenen Siegentalers lernen. Jetzt ist er auf sich alleine gestellt und muss sich unter anderem mit der Verkleinerung des Kaders auseinandersetzen. Momentan tummeln sich 31 Profis beim Training des HSV - Veh plant aber nur mit 25 Kickern inklusive der drei Torhüter. Heißt: Sechs Spieler müssen noch gehen. Dies zu vermitteln ist keine leichte Aufgabe für einen Neuling im Geschäft.

Alles andere als leicht zu vermitteln ist auch das neue Investorenmodell "Anstoß³". Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne unterstützt den HSV mit 15 Millionen, die komplett in Spielertransfers und Vertragsverlängerungen investiert werden sollen. Im Gegenzug erhält er dafür aber jeweils ein Drittel der Transferrechte von Dennis Aogo, Paolo Guerrero und Jansen. Die Hamburger bekommen also Geld, um den Kader zu verbessern, machen sich aber gleichzeitig abhängig und verscherbeln ihr Tafelsilber. Ein kontroverses Thema.

Und auch sportlich gibt es noch eine wichtige Frage, die bislang unbeantwortet ist. Nämlich die nach dem neuen Kapitän. "Es muss ein Spieler sein, der immer spielt. Torhüter kommen für mich nicht infrage, die sind mir zu weit weg. Ich hätte auch kein Problem damit, einen Neuzugang zum Kapitän zu machen, das lasse ich mir offen", sagte Veh. Neben dem alten Kapitän Jarolim, der nicht als Vehs Liebling gilt, haben vor allem van Nistelrooy und Westermann beste Aussichten auf die Binde mit der Raute.

5. Die Vorbereitung: So liefen die Testspiele bisher

Sollten sich nicht zu sicher sein: Mladen Petric (li.) und Ruud van Nistelrooy. (Foto: imago)Sollten sich nicht zu sicher sein: Mladen Petric (li.) und Ruud van Nistelrooy. (Foto: imago)Die Testspiele in der Vorbereitung verliefen durchwachsen. Gegen unterklassige Gegner konnten zwar stets ungefährdete und standesgemäße Siege eingefahren werden, sobald es aber etwas ernster wurde, war Sand im Getriebe. So teilte man sich mit Juventus Turin (0:0), Hajduk Split (3:3) und 1860 München (1:1) die Punkte. Beim LIGA total! Cup verloren die Hanseaten gegen Schalke 04 mit 1:2, entschieden dann aber das Spiel um Platz drei gegen den 1. FC Köln mit 3:0 locker für sich. Über die Aussagekraft dieser Spiele kann man - aufgrund der vielen WM-Fahrer - allerdings nur spekulieren. Den ersten wirklichen Härtetest gab es gegen den FC Chelsea. Und den bestand der HSV. Obwohl die Nationalspieler Jansen, Aogo, Trochowski und Mathijsen weiter geschont wurden. Der gefeierte Held war am Ende mal wieder der 18-jährige Son, der gehörigen Druck auf die arrivierten Spielern wie van Nistelrooy und Petric ausübte, wegen seines Mittelfußbruchs aber bis Anfang Oktober ausfällt. Besonders bitter verlief die Generalprobe gegen Energie Cottbus: Der HSV verlor gegen den Zweitligist mit 2:4 (1:1).

6. Die Startelf: So will Veh spielen lassen

Armin Veh und Michael Oenning setzen, ähnlich wie Joachim Löw bei der Nationalmannschaft, auf ein 4-2-3-1-System. Einzige richtige Sturmspitze wird van Nistelrooy, hinter ihm sollen die kreativen Guerrero, Petric, Elia und Co. für die nötigen Vorlagen sorgen. Abwehrchef Mathijsen hält die Vierer-Abwehrkette zusammen, im zentralen Mittelfeld wird wohl Zé Roberto die Zügel in der Hand haben.

So könnte der HSV am 1. Spieltag gegen den FC Schalke auflaufen.

7. Unsere Prognose: Der HSV kann sich nur selbst schlagen

Der HSV hat einen Kader, der stärker und ausgeglichener ist als im letzten Jahr. Wenn die Leistungsträger von Verletzungen verschont bleiben, muss sich die Mannschaft vor niemandem in der Liga verstecken. Wenn es Armin Veh gelingt, eine homogene Einheit zu formen, mögliche Brandherde im Keim zu ersticken und den fast schon traditionellen Absturz des HSV in der Rückrunde zu verhindern, sollte das Erreichen der Europa League kein Problem sein. Wenn alles optimal läuft, ist sogar mehr drin. Sollte es Veh allerdings nicht schaffen, auf Dauer für Ruhe zu sorgen, könnte Oenning früher die Chance auf einen Chefsessel bekommen als ihm lieb ist.

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