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Bundesliga: Der FC Bayern München im Teamcheck

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Teamcheck - FC Bayern München  

FC Bayern: Die nächste Jagd nach der Champions League

14.08.2010, 08:00 Uhr | Eine Analyse von Jörg Hausmann, t-online.de

Bundesliga: Der FC Bayern München im Teamcheck   . Der Sieg im Supercup war der erste Titel des FC Bayern München im Spieljahr 2010/11. (Foto: imago)

Der Sieg im Supercup war der erste Titel des FC Bayern München im Spieljahr 2010/11. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Am 20. August startet die Bundesliga in ihre 48. Spielzeit. t-online.de hat alle 18 Klubs unter die Lupe genommen. Teil 18 der Teamcheck-Serie beschäftigt sich mit dem FC Bayern München.

Mit dem Supercup - durch ein 2:0 über Vize-Meister FC Schalke 04 - gewann der FC Bayern München schon zwei Wochen vor dem Anpfiff seiner 46. Bundesligasaison den nächsten Titel. Wie in jedem Jahr steht die Konkurrenz vor dem ewigjungen Problem: Wer stoppt den Rekordmeister und Rekordpokalsieger? Nach menschlichem Ermessen niemand. Nichts anderes als die Verteidigung des Doubles ist das Ziel der Startruppe von der Isar. Die Champions League soll das Sahnehäubchen sein.

Auf einen Holperstart, der in der Vorsaison beinahe schon im Herbst den damals neuen Coach Louis van Gaal über Bord gespült hätte, deutet in der bayerischen Landeshauptstadt nichts hin: WM-Belastung hin, das Loch in Arjen Robbens Muskel her. Dass der "Trainer des Jahres" womöglich noch monatelang auf den verletzten "Fußballer des Jahres" zu verzichten hat, bereitet van Gaal zudem wenig Kopfzerbrechen. Im Vorjahr verkraftete die Mannschaft des niederländischen Originals zwischen Oktober und Januar die verletzungsbedingte Abwesenheit des als unverzichtbar geltenden Franzosen Franck Ribéry. Und nur die Champions League gewann sie nicht.

1. Die Transfers: Wer kam, wer ging?

Aus Leverkusen zum FC Bayern München zurückgekehrt: Nationalspieler Toni Kroos. (Foto: imago) (Quelle: imago)Aus Leverkusen zum FC Bayern München zurückgekehrt: Nationalspieler Toni Kroos. (Foto: imago)Zum 22. Mal Deutscher Meister, zum 15. Mal DFB-Pokalsieger, zum zehnten Mal in einem europäischen Pokalfinale, 13 WM-Teilnehmer im Kader und die ersten vier Plätze bei der Wahl zu Deutschlands "Fußballer des Jahres" eingeheimst: Eingriffe in seinen hypererfolgreichen Kader kämen beim FC Bayern blindem Personal-Aktionismus gleich. Insofern liest sich die Liste der Zugänge sehr übersichtlich: einen echten gibt es nicht. Torhüter Rouven Sattelmaier kam zwar aus Regensburg, aber eher, um den Kasten der Drittliga-Vertretung sauber zu halten. Eigengewächs David Alaba aus Österreich schnupperte bereits erfolgreich bei den Profis rein. Und Toni Kroos, Andreas Ottl, Breno, José Ernesto Sosa und Edson Braafheid kehrten auf Grund beendeter Ausleihgeschäfte in Leverkusen, Nürnberg, Buenos Aires und Glasgow samt und sonders "nach Hause" zurück. Sie finden allerdings die gleichen Bedingungen vor, die zu ihren Ausleihen führten: eine Stammelf, die ohne Verletzungsnöte keines Umbaus bedarf.

Verabschiedet haben sich mit Luca Toni (zum FC Genua), Michael Rensing (Ziel noch unbekannt), Andreas Görlitz (nach Ingolstadt) und Christian Lell (Neu-Herthaner) Akteure, die unter van Gaal keine Rolle mehr oder nie spielten. Im Gegensatz dazu stellt Mehmet Ekici, den der Klub zum Nürnberger Club auslieh, eines der Talente dar, das die Bayern im Zweifel zum Rückweg "zwingen" werden. Abwehr-Talent Georg Niedermeier hat sich derweil beim VfB Stuttgart festgespielt und sich im Sommer für die Schwaben entschieden.

2. Der Kader: Stärken und Schwächen

Die größte Stärke des Kaders der Münchner ist, dass es in der Bundesliga keinen besseren gibt. Zudem erwies sich die bekannte Ansammlung von Stars als so rasch genug lernfähig, dass nicht irgendein Nachfolger, sondern Louis van Gaal selbst in seiner zweiten Bundesliga-Saison eine eingespielte Einheit präsentiert, die seine Idee von Fußball verwirklicht: dominant zu spielen, gleichzeitig erfolgreich und für das Auge des zahlenden Zuschauers. Wenn überhaupt mal über die Qualität eines Mannschaftsteiles des FCB diskutiert wird, dann über die Deckung. Innenverteidiger Martin Demichelis war im Vorjahr seine über Jahre erworbene Konstanz abhanden gekommen, die Nebenmann Daniel van Buyten dank van Gaals Vertrauen wieder gewann. Doch auch der Belgier wackelt gerne. Mit Holger Badstuber spielt die Zukunft im Abwehrzentrum schon längst mit und ist Nationalspieler. Gleiches auf der Außenbahn, wo Diego Contento mit seinen gerade 20 Jahren das Pendant zu WM-Kapitän Philipp Lahm abgibt. Dessen Fehlen im Test gegen Real Madrid kompensierte bemerkenswert cool Nicolas Jüllich. Den früheren Waldhof-Buben zauberte van Gaal gegen den spanischen Rekordmeister aus dem Hut und ließ ihn 90 Minuten gegen Cristiano Ronaldo und Co. agieren.

Wie schnell aus einem vereinseigenen Nobody selbst im "Haifischbecken" an der Säbener Straße ein Star erwächst, beweist auch und vor allem Thomas Müller. Die dritte Neuentdeckung der Debüt-Saison van Gaals kehrte von der WM in Südafrika gar als bester Jung-Spieler und Torschützenkönig zurück. Müller gehört in der prachtvollen Offensive des FC Bayern gemeinsam mit Ivica Olic zur lauffreudigen Ergänzung der Künstler Robben und Ribéry. Wobei auch diese alles andere als schlecht zu Fuß sind. Nachdem sich Miroslav Klose während der WM zurück ins Rampenlicht netzte, liegt es an Mittelstürmer-Kollege Mario Gomez, sich wieder aufzudrängen. Immerhin: Beim DFB-Test in Dänemark traf der 25-Jährige.

3. Der Trainer: Louis van Gaal

Meistermacher des FC Bayern München und Trainer des Jahres in Deutschland: Louis van Gaal. (Foto: imago) (Quelle: imago)Meistermacher des FC Bayern München und Trainer des Jahres in Deutschland: Louis van Gaal. (Foto: imago)Wie zuvor Jürgen Klinsmann, drohte auch aus Louis van Gaal in München das Missverständnis des Jahres zu werden. Diese schmachvolle Blöße mochten sich die Bayern-Oberen nicht geben und saßen den schmerzhaft-schlechten Start des Niederländers geduldig aus. Der sich einstellende Erfolg gab dem Liga-Primus schließlich vollumgänglich Recht. Um ein Haar hätte "Feierbiest" van Gaal sich für das Vertrauen mit dem historisch einmaligen Triple bedankt. Schon im ersten Jahr fast alles gewonnen zu haben, hätte den 59-jährigen Erfolgsmenschen beinahe dazu bewogen, wieder abzutreten. Weil es aber gerade so schön ist, van Gaal von den Fans inzwischen vergöttert wird und den Höhepunkt des Gewinns der Champions League gerne noch mit ihnen auf dem Rathausbalkon des Marienplatzes genießen möchte, blieb er. Der "Trainer des Jahres" fordert von den Seinen weiterhin Dominanz ein, gepaart mit schönem Offensivfußball. Sie haben seine Forderungen längst verstanden. Wie auch die Medien, die gelernt haben, mit van Gaals Misstrauen und "Arroganz" umzugehen. Seine Ansprüche sind nicht nur an seine Spieler hoch.

4. Das Umfeld: Wie ist die Stimmung?

69.000 Zuschauer im letzten Testspiel, ausverkauftes Haus. Okay, Real Madrid gastierte in der Allianz-Arena, und nicht zuletzt galt es, Franz Beckenbauer mit 33 Jahren Verspätung als Bayern-Spieler zu verabschieden. Das Signal aber ist klar: Die Fans der Roten bekommen von Titeln nie genug. Sie sind heiß auf die nächsten Feier-Orgien auf dem Marienplatz. Personen wie Beckenbauer und sein Präsidenten-Nachfolger Uli Hoeneß haben als Spieler und vor allem auch Verantwortliche den heutigen FC Bayern gebaut und ermöglicht. In Sachen Finanzen und Infrastruktur gibt es deutschlandweit kein glänzenderes Vorbild. Und spätestens mit dem groß angelegten Umbau des zuvor schon modernen Trainingsgeländes tat der Verein bis 2009 einen weiteren wichtigen Schritt. Der letzte soll das insgesamt fünfte Handanlegen an den beiden großen "Ohren" des Pokals für den Sieger der Champions League sein. Die Stimmung gegen Real entsprach dem Königswettbewerb bereits.

5. Die Vorbereitung: So liefen die Testspiele bisher

Wer einen finalen Beweis der Fitness und Spielfreude des FC Bayern eine Woche vor dem Bundesliga-Start benötigte, bekam diesen während des erwähnten Tests gegen die Königlichen. Vor allem Franck Ribéry deutete seinen Wert für die Mannschaft aufs Neue an. "Dominant verloren" titelte anderntags die Münchner "Abendzeitung". "Ich bin sehr zufrieden", bilanzierte van Gaal im ZDF. Von wegen WM-Frust: Er könne sogar "auf höherem Einstiegs-Niveau anfangen als letztes Jahr". Davon war Mitte Juli noch keine Rede gewesen: Mit nur neun Feldspielern und zwei Torhütern der Ersten Mannschaft arbeitete van Gaal im Trainingslager am Gardasee in Riva del Garda. Der Urlaub für die 13 WM-Teilnehmer zerrupfte Kader und Vorbereitung, stellte jedoch die Chance für die Jungs aus der Zweiten dar. Die durften sich am Gardasee und im Halbfinale des LIGA total! Cups zeigen. Das dortige Finale gegen Schalke (1:3) steht als einzige Niederlage aus sieben Tests in den Statistiken - das verlorene Elfmeterschießen gegen Real mal ausgeklammert.

6. Die Startelf: So will van Gaal spielen lassen

Das spürbarste Loch in der bewährten Stammformation des Rekordmeisters klafft im Muskelfleisch des linken Oberschenkels Arjen Robbens. Dessen von der WM importierte Verletzung erhitzte und erhitzt die Gemüter bis in die Chefetage des FC Bayern. Damit klar kommen müssen vor allem aber der Trainer und die Kollegen des Vize-Weltmeisters. Van Gaal probierte gegen Real Madrid Müller auf Robbens Position aus, hat aber auch Olic und Altintop in der Hinterhand. Letzterer überzeugte in der vergangenen Rückrunde schon als Ersatz Ribérys. Van Gaal plagt angesichts seines breiten Kaders und der vorhandenen Optionen nur eine Sorge: "Wir können nicht die Form und das Niveau von Robben lösen."

So könnte die Startelf am 1. Spieltag gegen Wolfsburg aussehen

7. Unsere Prognose: Das nächste Double winkt

Alles andere als den 23. Meistertitel der Bayern zu erwarten und vorherzusagen, verbietet sich angesichts der Qualität der Mannschaft und des gesamten Vereins. Erkranken van Gaal nicht urplötzlich zehn Profis gleichzeitig oder lässt sich sein Luxus-Kader nicht über Nacht eine Palastrevolution gegen den Trainer des Jahres in den Sinn kommen, ist der Weg zur Schale vorgezeichnet. Die Form aus dem Vorjahr und eine ebensolche Fokussierung sollten dafür Gewähr bieten. Die erneute Jagd nach dem ersten Sieg in der Champions League seit 2001 sollte jedoch auf keinen Fall zu einer Verbissenheit führen, die die nationalen Ziele torpediert. Darin bestünde eine Chance der Bundesliga-Konkurrenz.

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