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Großer Preis von Ungarn: Deutsche Piloten fahren mit Frust in den Urlaub

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Kolumne zum GP von Ungarn  

Deutsche Piloten fahren mit reichlich Frust in den Urlaub

02.08.2010, 07:18 Uhr | t-online.de, t-online.de

Großer Preis von Ungarn: Deutsche Piloten fahren mit Frust in den Urlaub. Hier noch vor Alonso. Auf dem Treppchen ist Vettel (vorne) schließlich hinter dem Spanier. (Foto: dpa)

Hier noch vor Alonso. Auf dem Treppchen ist Vettel (vorne) schließlich hinter dem Spanier. (Foto: dpa)

Von Elmar Brümmer

Langeweile ist ein Fremdwort in dieser Formel-1-Saison, und selbst die zu erwartende Prozession auf dem Hungaroring wurde heftig gestört. Kurz bevor vier Wochen Sommerferien für die Königsklasse beginnen, hat es nochmal richtig Aufregung gegeben – nicht nur, weil Mark Webber mit seinem vierten Sieg wieder WM-Spitzenreiter ist. Die rasende deutsche Nationalmannschaft hat sich beim Großen Preis von Ungarn nicht gerade in Urlaubsstimmung gebracht.

Sebastian Vettel hat einmal mehr einen Sieg verschenkt. In Budapest hat er zwar anders als in Hockenheim den ersten Start hinbekommen, aber dafür den entscheidenden zweiten nach Ende der Safety-Car-Phase völlig verpennt – damit war der erwartete "Spaziergang" von der Pole-Position zum Sieg und zur WM-Führung ein Horrortrip. Der Funk hat nicht funktioniert, und sein Reaktionsvermögen auch nicht, und damit hatte er sich schon eine Boxendurchfahrtstrafe eingefangen. "Sein Fehler", tadelt Red-Bull-Teamchef Christian Horner mitleidlos. Am Ende blieb Rang drei. Zu wenig zum Freuen, zu viel, um zu verzweifeln. Doch jetzt beginnt sie wieder, die Frage nach der Reife des möglichen jüngsten Weltmeisters der Geschichte. Dem war am Gesicht abzulesen, wie es in ihm kochte, hinter dem Siegerpodest diskutierte er heftig mit den FIA-Offiziellen. Aber mit der Wut, auch der auf sich selbst, kommt er nicht weiter. Er hat das beste Auto, was er mit der schnellsten Rennrunde ganz zum Schluss gezeigt hat – jetzt braucht er nur noch die besten Nerven.

Schumacher: "Das ist hier die Formel 1 und keine Kaffeefahrt"

Vielleicht ein Nervenkostüm wie das von Michael Schumacher? Vier Runden vor Schluss griff sein Erzrivale Rubens Barrichello mit frischen Reifen den Mercedes nochmal an. Schumacher wechselte einmal die Linie, was erlaubt ist. Und zog dann immer weiter nach innen. Der Brasilianer wirbelte Staub auf, drohte in der Boxenmauer zu zerschellen, kam aber durch. Und tobte über den Funk und in die Mikrofone: Prompt bekam der Rekordweltmeister nachträglich eine Strafe aufgebrummt: Zehn Startplätze zurück Ende August in Spa. "So etwas habe ich noch nicht gesehen, sich selbst und einen anderen so zu gefährden", schäumte RTL-Grantler Niki Lauda. Übertriebene Härte als Ausdruck einer verkorksten Saison? "Das ist hier die Formel 1 und keine Kaffeefahrt", rechtfertigte sich Schumi. (Foto-Show: Schumi macht gegen Barrichello die Tür zu)

Nico Rosberg und Adrian Sutil wurden zu Schicksalsgenossen im Boxenchaos, in aktiven und passiven Rollen. Beide konnten auf eine Top-Ten-Platzierung spekulieren, aber dann wurde der Mercedes-Pilot zum Dreiradfahrer – das rechte Hinterrad war nicht richtig fest und hopste gefährlich durch die Pit-Lane. Wohl auch ein Grund, warum Renault Robert Kubica zu früh wieder auf die Reise schickte – der beim Frühstart in die Radaufhängung des heranbrausenden Sutil krachte. Die Aktionen zeigen, wie aufregend und damit aufgeregt diese Formel-1-Saison ist. Nimmt man mal den tapferen Timo Glock aus, der sich ans Hinterherfahren nach bestem Wissen und Gewissen mit Virgin Racing inzwischen gewöhnt hat, diesmal auf Platz 16.

Hülkenberg mit bestem Saisonresultat

Bleibt ein Lichtblick, ein unerwarteter und damit höchst willkommener: Formel-1-Neuling Nico Hülkenberg hat sich nicht nur in der Qualifikation gegen Rubens Barrichello durchgesetzt, er fuhr mit Rang sechs auch sein bestes Saisonresultat ein. Das tut seinem Ehrgeiz gut, der schon Vettelsche Dimensionen hat. Auch nach dem kleinen Triumph mit dem Williams widmete er sich der Selbstkritik: "Heute hatten wir auch mal das Glück auf unserer Seite." Na, na, warum so bescheiden? Aber dann kommt der Nachsatz: "Aber wir haben es uns verdient: Das Team hat gut gearbeitet und ich bin fehlerfrei gefahren. Die Tendenz ist steigend." Am liebsten würde er gleich weiterfahren... Stopp. Vier Wochen Pause müssen sein. Der Endspurt wird noch reichlich Kraft kosten. Und Nerven, vermutlich.


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