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DFB-Team nur Remis in Dänemark

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DFB-Notelf in Dänemark nur Remis

11.08.2010, 22:30 Uhr | Aus Kopenhagen berichtet Patrick Brandenburg, t-online.de

DFB-Team nur Remis in Dänemark. Tim Wiese lässt seinem Frust freien Lauf. (Foto: dpa)

Tim Wiese lässt seinem Frust freien Lauf. (Foto: dpa)

Gut anderthalb Wochen vor Beginn der Bundesliga-Saison hat die deutsche Nationalmannschaft einen Sieg verschenkt, sich aber trotzdem ganz ordentlich aus der Affäre gezogen. Beim ungeliebten frühen Testspiel gegen Dänemark musste die ohne 16 WM-Teilnehmer angetretene DFB-Notelf nach einer Zwei-Tore-Führung noch das 2:2 hinnehmen. Mario Gomez (19.) und Patrick Helmes (72.) hatten das Team von Bundestrainer Joachim Löw vor gut 19.000 Fans in Kopenhagen in Front gebracht. Nach dem Anschlusstreffer durch Dennis Rommedahl (74.) gelang den Gastgebern in einem munteren und offenen Schlagabtausch drei Minuten vor Schluss noch der verdiente Ausgleich durch Joker Mads Junker.

"Ich habe gute Ansätze gesehen. Daher bin ich zufrieden. Es war viel Unterhaltung im Spiel, die Mannschaft war gut organisiert und hatte einige Chancen", sagte Bundestrainer . Seine Spieler ärgerten sich über den vergebenen Sieg. "Nach einer 2:0-Führung dürfen wir das Spiel nicht mehr hergeben. Aber diese Mannschaft wird so wohl nie wieder zusammenspielen", erklärte Torschütze Gomez.

Deutsches Team mit Startproblemen

Zunächst machte die durcheinander gewürfelte deutsche Mannschaft keine Anstalten, die Partie im nicht mal zur Hälfte gefüllten Parken-Stadion zu mehr als nur einem Vergnügungsausflug zu gestalten. Eine Viertelstunde brauchte das Team, um ins Spiel zu finden. Während die DFB-Elf noch in der Findungsphase war, hatten die Gastgeber gute Chancen. Liverpool-Star Daniel Agger besaß die Möglichkeit zur frühen Führung für die Dänen, doch der Kapitän köpfte direkt auf Tim Wiese. Der Bremer Torhüter bekam seinen dritten Länderspieleinsatz für die WM geschenkt, die er loyal auf der Ersatzbank verbracht hatte. Nur zwei Minuten später setzt Christian Eriksen einen Freistoß ans Außennetz.

Erste Chance zur Führung genutzt

Bei den Jungs in Schwarz und Weiß, die in dieser Formation nie zusammengespielt hatten und es wohl auch nie wieder tun werden, rumpelte es im Vorwärtsgang gewaltig. Das Mittelfeldtrio Marko Marin, Toni Kroos und Christan Träsch konnte dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken. Dafür klappte es mit der Effektivität: Die erste richtige Torchance brachte gleich den ersten Treffer. Mario Gomez stand plötzlich frei vor dem dänischen Keeper Thomas Sörensen und behielt die Nerven: 1:0 für Deutschland (19.). Das war das sehnlich erhoffte Erfolgserlebnis für den Münchner, der weder in der Rückrunde beim FC Bayern noch bei der WM richtig auf die Beine gekommen war. Auch Thomas Hitzlsperger freute sich besonders über Gomez' 13. Länderspieltreffer. Bei seinem Comeback in der Nationalelf durfte „The Hammer“ nicht nur aushilfsweise die Kapitänsbinde tragen - mit der Traumvorlage brachte er sich auch wieder eindrucksvoll in Erinnerung.

Auch Dänen mit zweitem Team

Der Treffer nahm den Gastgebern zunächst ein wenig den Wind aus den Segeln. Auch Dänemarks Trainer Morton Olsen hatte viele Stars nicht berücksichtigt und personell einen Vorgriff auf die Zukunft genommen. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit brachten die Dänen die deutsche Abwehr wieder ein wenig in Bedrängnis. Aber die neuformierte Abwehr um WM-Teilnehmer Jerome Boateng, der erstmals auf seiner Lieblingsposition in der Innenverteidigung ran durfte, machte ihre Sache bei der Premiere ganz ordentlich. Andreas Beck hatte Thomas Enevoldson auf der rechten Seite im Griff, links hielt Marcel Schäfer den dänischen Jubilar Dennis Rommedahl zunächst in Schach. In der Mitte ließen Boateng und Serdar Tasci gegen Nicklas Pedersen kaum was zu.

Wiese passt hervorragend auf

Zur Not gibt es ja auch noch Tim Wiese. Schon kurz vor der Pause hatte Deutschlands Nummer zwei in zwei Situationen hervorragende aufgepasst (40., 45.). Nach dem Wechsel blühte er so richtig auf. Erst blieb er im Eins-gegen-Eins gegen Pedersen cool (47.). Den Nachschuss erwischte Boateng noch vor der Linie. Dann tauchte Wiese reaktionsschnell ab und fischte den Ball des Wolfsburgers Simon Kjaer noch von der Linie (55.). Dass Agger den Nachschuss nur an den Außenpfosten setzte, war wohl das verdiente Glück des Tüchtigen. Nur sechs Minuten später zog Wiese dann Eriksen den Zahn – auch der agile Mittelfeldspieler kam nicht am DFB-Keeper vorbei.

Riether mit Debüt

Auch die deutsche Mannschaft konnte mit Chancen wuchern. Kroos (60.) scheiterte am Pfosten, Gomez kam etwas zu spät nach Hitzlspergers Gewaltschuss (61.). Die Partie verlor nun alle Fesseln, weil beide Trainer ihre Ankündigung wahr machten und weitere Wechsel probierten. So feierte im DFB-Team Sascha Riether sein Nationalelf-Debüt. Der Wolfsburger kam für Beck. "Es war für mich was ganz Besonderes, das erste Länderspiel. Leider haben wir nicht gewonnen. Ich freue mich aber erstmal, dass ich reinschnuppern durfte", sagte Riether.

18. Treffer im 100. Spiel

Auch Hunt (für den enttäuschenden Marin), Patrick Helmes (für Hitzlsperger) und Christian Schulz (für Boateng) durften ihr Glück versuchen. Am besten machte es der Leverkusener Helmes. Nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung erzielte der Stürmer das 2:0 (72.). Fast im Gegenzug holten sich aber auch die Dänen noch ihr Erfolgserlebnis. Jubilar Rommedahl gelang im hundertsten Länderspiel sein 18. Treffer. Nachdem Gomez und Helmes gleich zwei Mal die Entscheidung auf dem Fuß hatten, musste die DFB-Elf doch noch den Ausgleich hinnehmen. Joker Mads Junker staubte drei Minuten vor dem Ende der Partie ab, nachdem Wiese den ersten Versuch von Rommedahl noch vereitelt hatte, dabei aber unglücklich für den Torschützen auflegte.

Anfang September wird es ernst

Anfang September wird es für die deutsche Nationalmannschaft wieder richtig ernst. Dann startet die Qualifikation für die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukrainer. Beim Doppelspieltag am 3. und 7. September muss die DFB-Elf, dann vermutlich wieder mit den meisten WM-Spielern, zunächst in Brüssel gegen Belgien ran und hat dann in Köln Heimrecht gegen Aserbaidschan, das Team des früheren Bundestrainers Berti Vogts. Bis dahin will der aktuelle Cheftrainer Löw auch die schwelende Kapitänsfrage geklärt haben

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