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Formel 1: Vettel sucht das Glück

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Vettel sucht das Glück

30.08.2010, 09:01 Uhr | t-online.de, t-online.de

Formel 1: Vettel sucht das Glück. Sebastian Vettel fährt in Jenson Button rein. (Foto: dpa)

Sebastian Vettel fährt in Jenson Button rein. (Foto: dpa)

Eine Kolumne von Elmar Brümmer

Das große Vettel-Vau, lange nicht mehr gesehen. Jedenfalls nicht das für Victory. Zwei Monate her, beim strahlenden Mittelmeer-Grand-Prix in Valencia. Beim 13. Formel-1-Rennen des Jahres war es eher ein dem schauerlichen Wetter entsprechendes kleines vau – für verschätzen, vergeben, verlieren. Zumindest diesen Großen Preis von Belgien. Vielleicht aber auch für das Vergessen des ganzen Unternehmens Weltmeisterschaft?

Für das entscheidende Drittel der Saison braucht der Heppenheimer mehr als Glück, das er sich so sehnlich wieder auf seiner Seite wünscht. Das aber auch in Spa der Konkurrenz hold war – Lewis Hamilton, als er kurz vor Schluss zwar in den Kies rauschte, aber nicht die Reifenwand touchierte. Oder Mark Webber, der zwar mit einer schlafenden Kupplung am Start liegen blieb, trotzdem aber als Zweiter ins Ziel kam. Zwei unspektakuläre, aber solide und effiziente Beispiele von den beiden Piloten, die jetzt vor dem 23-Jährigen in der WM-Wertung führen, und zwar mit zunehmendem Abstand: Hamilton mit 182 Punkten vor Webber (179) und Vettel (151). Durch den Crashkurs hat er an Boden verloren, und auch ein wenig an Renommee. Da macht sich einer, im überlegenen Auto sitzend und mit einem Überschuss an Talent gesegnet, selbst das Leben schwer.

Einsichtiger Unfallverursacher

Dass nicht auch noch Jenson Button (147) vor die deutsche Hoffnung rutschte, verhinderte Vettel hingegen selbst, als er den Briten, hinter dem er lange fest hing, ausgerechnet auf einer Bodenwelle zu überholen versuchte. Raus aus dem Windschatten, und dann ab in die Mitte des britischen Silberpfeils. Ein heftiger Schlag für Buttons Titelchancen, aber auch für die des unglücklichen Angreifers selbst. Dass Vettel sofort die Schuld auf sich nahm, ist eine deutliche mentale Verbesserung gegenüber den letzten Uneinsichtigkeiten. Aber die Boxendurchfahrtsstrafe für das gefährliche Manöver ruinierte sein Rennen noch vor dem Plattfuß, der ihn endgültig auf Rang 15 dahindümpeln ließ. Der Unglücksrabe führt zur Verteidigung an, dass er es nur an dieser Stelle probieren konnte, da überall sonst der McLaren aerodynamisch zu überlegen war. Aber musste es genau in diesem Moment sein? McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh schäumt: "Das war nicht zu fassen. Sebastian macht es sich zur Gewohnheit, mit anderen zu kollidieren. Es wäre schöner, wenn er seinem Teamkollegen reinfährt..."

Jetzt geht nur noch volles Risiko

Zum wiederholten Mal – hochgerechnet werden bereits über 140 vergebene Punkte in dieser Saison – hat sich Sebastian Vettel um den Lohn seiner Anstrengungen gebracht. RTL-Reporter Kai Ebel spricht davon, dass da einer durch "die Hölle" geht. Und er polarisiert dabei so, wie es sonst nur Michael Schumacher tut. Das ist der Preis der eigenen Kompromisslosigkeit. Und davon lässt er sich mit Blick auf die bisherige Achterbahnsaison auch nicht abbringen: "Es wird etwas schwieriger. Bisher ging es in der Meisterschaft aber die ganze Zeit drunter und drüber..." Aber Gegenspieler Whitmarsh rät Vettel zu mehr Konzentration: "Das war ein Fehler, wie er nur in den Nachwuchsformeln passiert. Wer um den Titel kämpft, darf solche Dinge einfach nicht tun." Andererseits: Da hat einer alles probiert, und von solchen Charakteren lebt die Formel 1. Vettel kann nun grundsätzlich gar nicht mehr anders als auf das volle Risiko zu gehen.

Bloß cool bleiben

Mit fortschreitender Saison aber wird, sollte Webber weiterhin die Nase vorn haben, sich das Team in Richtung des Australiers orientieren, da kann Vettel noch so sehr der Branchen-Liebling sein. Die beiden machen keinen Hehl daraus, dass sie keine Freunde mehr werden. Aber wenn Red Bull den Titel will, muss man mit Blick auf die enge WM-Situation irgendwann verhindern, dass sich die eigenen Piloten gegenseitig die Punkte wegnehmen. Das heißt: sich auf einen der beiden festlegen. Vettel hatte schon mal bessere Karten, auch wenn Teamchef Christian Horner nach der Panne von Spa relativierte: "Es war eben nicht Sebastians Tag." Und Mercedes-Sportchef Norbert Haug als stiller Beobachter glaubt im nationalen Interesse: "Für Sebastian ist es noch lange nicht aus." Die Chancen schwinden, die Hoffnung nie. Vau für Vertrauen. Das braucht Sebastian Vettel jetzt am meisten. Auch in sich selbst. In der heißen Phase der Saison gilt trotzdem: Bloß cool bleiben.

Internationale Pressestimmen zum Großen Preis von Belgien

Formel 1 - Video 
Mit Vettel im Simulator

Begleiten Sie den deutschen Red-Bull-Piloten auf einer Runde in Spa Francorchamps. zum Video

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