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Vor 40 Jahren: Jochen Rindts tragischer Tod

04.09.2010, 11:15 Uhr | dpa, t-online.de, dpa, t-online.de

Vor 40 Jahren: Jochen Rindts tragischer Tod. Wurde nur 28 Jahre alt: Jochen Rindt (Foto: dpa)

Wurde nur 28 Jahre alt: Jochen Rindt (Foto: dpa)

Die fragenden Blicke weichen purem Entsetzen. Wo bleibt er? Es ist der 5. September 1970. Abschlusstraining zum Großen Preis von Italien in Monza. Seine finnische Ehefrau stoppt die Zeiten mit. Doch Nina wartet diesmal vergebens. Jochen Rindt, dominierender Formel-1-Pilot, überquert die Ziellinie nicht mehr. In der Parabolica ist Rindt mit seinem Lotus 72 in die Leitplanken gekracht. Er stirbt. Mit nur 28 Jahren. Bernie Ecclestone trägt den blutverschmierten Helm. Die Formel 1 verliert eine ihrer charismatischsten Persönlichkeiten.

"Ich konnte lange Zeit nicht begreifen, dass es geschehen war. Er war mein Idol. Und ist ein Mythos geblieben", erinnert sich der Österreicher Niki Lauda. Rindt, der am 18. März 1942 in Mainz geboren wurde und seine Eltern bei einem Bombenangriff auf Hamburg 1943 verlor, war für die Alpenrepublik an den Start gegangen. Und wurde nach seinem tragischen Tod Weltmeister. Das gab es nie zuvor und nie mehr wieder. Seinem ärgsten Rivalen Jacky Ickx gelang es nicht mehr, in den drei noch ausstehenden Rennen mehr Punkte einzufahren als Rindt bis zu seinem tödlichen Unfall dank fünf Siegen in Serie gesammelt hatte.

Schillernde Figur - gerne auch mal mit Pelzmantel

Schon bei Rindts Begräbnis, zu dem rund 30.000 Trauernde kamen, hatte der schwedische Rennfahrer Jo Bonnier allen Piloten aus dem Herzen gesprochen: "Für alle von uns bist Du der Weltmeister!" Den Pokal für den Titelträger der Saison 1970 nahm im Dezember des Jahres die Witwe des Piloten entgegen. Rindt war eine schillernde Figur. Ein Fahrer, der sich auch gern mal im Pelzmantel zeigte oder mit Zigarette. Ein Geschäftsmann, der die Jochen-Rindt-Show veranstaltete und im österreichischen Fernsehen als Moderator, Präsentator und Ratgeber rund ums Auto an sich und den Motorsport im speziellen. Ein Familienvater, dessen Tochter 1968 geboren wurde. Er erlebte Natascha nur zwei Jahre. Auch sie setzte sich später als Pilotin in Rennwägen.

Vier Jahrzehnte Formel 1 - 40 Jahre Weiterentwicklung. "Heutzutage wäre er nicht gestorben", sagt Formel-1-Promoter Ecclestone unmissverständlich. Sicherheitsvorkehrungen wie heute gab es damals nicht. Rindt selbst setzte sich aber dafür ein, die Gefahr für die tollkühnen Piloten ein bisschen einzudämmen. Immerhin wurde in seiner Abschiedssaison auf Druck der Piloten der Grand Prix von Deutschland vom Nürburgring kurzfristig auf den sichereren Hockenheimring verlegt. Ein heute schier undenkbarer Vorgang, zumindest derart kurzfristig.

"Im Lotus kann ich Weltmeister werden oder draufgehen"

Nicht nur die Strecken bargen Gefahren, auch die Autos. Erst recht der Lotus, wie viele meinten. Rindt selbst war sich dessen bewusst. "Bei Lotus kann ich Weltmeister werden oder draufgehen", sagte er. Dieses Risiko gehe er ein. Nach einem spektakulären Unfall 1969 in Barcelona räumte Rindt ein: "Ich habe zu Lotus noch nie Vertrauen gehabt." Der österreichische Motorsport-Journalist Helmut Zwickl befand einmal fatalistisch über Rindts neuen Vertrag: Ein "Pakt mit dem Teufel". Lotus-Teamchef Colin Chapman wurde Jahre später vom Verdacht der fahrlässigen Tötung freigesprochen, ähnlich wie Frank Williams 24 Jahre später im Falle des Todes von Ayrton Senna in Imola.

Im legendären Lotus dominierte Rindt die Saison 1970, nachdem er 1965 bei Cooper in die Formel 1 eingestiegen war. Im selben Jahr hatte er sich mit dem Triumph bei den prestigeträchtigen 24 Stunden von Le Mans bereits weltweit im Motorsport einen Namen gemacht. Die Plätze 13, 3, 11, 12 reichten Rindt, der es insgesamt auf 60 Grand Prix' und zehn Pole Positions brachte, nicht. WM-Vierter im ersten Jahr unter Chapman, nachdem ein Abstecher zu Brabham auch nicht gewinnbringend gewesen war. Fünf Siege wurden es 1970 im Lotus, bis zu seinem tödlichen Unfall. Wenige Wochen zuvor war sein Freund Piers Courage ums Leben gekommen. Verbrannt in seinem Auto beim Rennen im niederländischen Zandvoort. Rindt gewann den Lauf, bei der Siegerehrung wirkte sein Blick leer und traurig.

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"Es gibt noch so vieles, was ich tun möchte"

Weil er selbst einen Feuerunfall fürchtete und schnell aus dem Auto flüchten wollte, legte Rindt den Gurt nicht korrekt an. Auch an diesem 5. September. Rindt überholt den Neuseeländer Denny Hulme. Der wird gleich danach zum Augenzeugen und sein ganzes Leben lang davon zu berichten haben, was anschließend passiert: Beim Einbremsen bricht die Bremswelle. Der Lotus 72 kracht links in die Leitplanke, dreht sich. Sein Vorderteil reißt ab, Rindt ragt halb heraus aus dem Wrack. Ärzte eilen herbei. Rindt stirbt aber noch am Unfallort. An seinen inneren Verletzungen. Primär zurückzuführen auf sein Durchrutschen durch den nicht korrekt angebrachten Sicherheitsgurt und den daraus resultierenden Aufprall aufs Armaturenbrett. Die als lebensrettend gedachte Maßnahme entpuppt sich auf tragische Weise als lebensverkürzend. Im selben Streckenabschnitt war neun Jahre zuvor Wolfgang Graf Berghe von Trips verunglückt und gestorben.

Der Tod gehörte damals zur Formel 1. "Immer, wenn ich ein schwarzes Kleid in einem Schaufenster sah, habe ich es gekauft", sagte Nina Rindt. "Ich wusste, ich würde es irgendwann brauchen." Rindt selbst hatte einen Rücktritt erst nach dem WM-Titelgewinn in Aussicht gestellt. "Das Rennfahren soll nur ein Abschnitt meines Lebens sein. Es gibt noch so vieles, was ich tun möchte". Seine Frau hatte es sich eher erhofft. In einem gemeinsamen Interview wünschte sie sich noch kurz vor seinem Tod: "Dass Du mit dem Rennfahren aufhörst."

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