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Ferrari droht harte Strafe wegen Stallorder-Skandal

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Von Geldstrafe bis Rennausschluss ist alles möglich

07.09.2010, 15:18 Uhr | dpa, dpa

Ferrari droht harte Strafe wegen Stallorder-Skandal. Felipe Massa (li.) wirkte bei der Siegerehrung beim Großen Preis von Deutschland leicht angesäuert. Fernando Alonso, Profiteur der Stallorder, dagegen in Siegerpose. (Foto: imago)

Felipe Massa (li.) wirkte bei der Siegerehrung beim Großen Preis von Deutschland leicht angesäuert. Fernando Alonso, Profiteur der Stallorder, dagegen in Siegerpose. (Foto: imago)

Ferrari droht ausgerechnet vor seinem Heimrennen in Monza ein Rückschlag im Titelrennen. Der Motorsport-Weltrat des Internationalen Automobil-Verbandes FIA entscheidet am Mittwoch, ob es beim Stallorder-Skandal von Hockenheim bei der vergleichsweise milden Geldbuße von 100.000 Dollar bleibt oder ob das italienische Formel-1-Team doch härter bestraft wird. Für die beiden Verkehrssünder Fernando Alonso und Felipe Massa könnte ein Punktabzug den vorzeitigen K.o. im WM-Kampf bedeuten.

Ferrari hüllt sich vor der richtungsweisenden Entscheidung in Schweigen. "Wir geben keinen Kommentar ab", sagte ein Sprecher auf die Frage, mit welchen Sanktionen das Team rechne. Der Weltrat könnte im günstigsten Fall die Entscheidung der vier Rennkommissare bestätigen. Aber auch eine drastische Erhöhung der Geldbuße und im schlimmsten Fall die Streichung des Doppelerfolges beim Großen Preis von Deutschland sind möglich. Sogar ein Ausschluss von einigen Rennen könnte drohen.

Teamorderverbot ist leicht zu umgehen

Teamorder ist seit 2002 offiziell verboten. Pikanterweise hatte der damalige Ferrari-Teamchef und heutige FIA-Präsident Jean Todt mit seiner Anweisung an Rubens Barrichello, Michael Schumacher beim Großen Preis von Österreich passieren zu lassen, die Regelverschärfung ausgelöst. Allerdings lässt sich durch verschlüsselte Anweisungen dieses Verbot leicht umgehen.

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Die Rennkommissare bezichtigten Ferrari in Hockenheim, gegen Paragraf 39.1 des Sportreglements und gegen Artikel 151c des Internationalen Sport-Kodex' der FIA verstoßen zu haben. Der führende Massa hatte in jener ominösen 49. Runde Alonso durch demonstratives Abbremsen offensichtlich vorbeigelassen, so dass der Spanier den Grand Prix vor dem Brasilianer gewann. Die Teamverantwortlichen bestritten, eine Stallorder ausgegeben zu haben und auch Massa beteuerte damals: "Das war definitiv meine Entscheidung." Offensichtlich war aber, dass die Verantwortlichen den sichtlich frustrierten Fahrer vorher auf Linie gebracht hatten.

Formel 1 in Diskussion zweigeteilt

Der unsportliche Vorfall hatte zu wilden Diskussionen geführt und die Formel 1 regelrecht entzweit. Rekord-Weltmeister Schumacher sprach als klarer Befürworter und mehrfacher Nutznießer einer Stallorder von "Mumpitz". Es handle sich hier um "keine Kaffeefahrt". Red-Bull-Teamchef Christian Horner schimpfte seinerzeit: "Das ist schon eine Schande." Schließlich könnte sein in Hockenheim drittplatzierter Schützling Sebastian Vettel im Fall einer Disqualifikation des Ferrari-Duos als nachträglicher Sieger im WM- Rennen entscheidende Punkte gutmachen.

Die italienische "Gazzetta dello Sport" hofft indes auf eine Regel-Korrektur. "Vielleicht kommt ja eine Klärung heraus, die diese Heuchelei überwindet und die Stallorder zulässt, so lange diese nicht Piloten oder Autos anderer Team schadet", schrieb das Blatt am Dienstag. "Die jetzige Regelung ist doch eh leicht zu umgehen."

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