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Tischtennis: Deutsche Männer stehen im EM-Finale

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Tischtennis - EM  

Dank Boll ist Gold zum Greifen nah

15.09.2010, 08:42 Uhr | dpa, dpa

Tischtennis: Deutsche Männer stehen im EM-Finale. Schlagstark: Timo Boll während des EM-Halbfinale gegen Frankreich. (Foto: dpa)

Schlagstark: Timo Boll während des EM-Halbfinale gegen Frankreich. (Foto: dpa)

Timo Boll treibt das deutsche Tischtennis-Team bei der EM in Ostrau schier unermüdlich Richtung Titel. Der deutsche Ausnahmespieler führte seine Kollegen mit grandiosen Schlägen und zwei Punkten fast im Alleingang zum 3:1-Halbfinalsieg gegen Frankreich - im Finale winkt gegen Weißrussland das vierte EM-Mannschaftsgold in Serie.

Boll kann zudem ein kleines Kapitel Sportgeschichte schreiben: Mit seinem insgesamt elften EM-Titel würde er zu Schwedens Tischtennis-Genie Jan-Ove Waldner aufschließen, der bis dato der erfolgreichste Spieler der 52-jährigen EM-Historie ist. Allerdings bangt die DTTB-Auswahl um den Einsatz des verletzten Dimitrij Ovtcharov (Verletzung im Sprunggelenk).

"Wir wollen ganz nach oben"

"Wir haben noch nicht genug. Wir wollen Gold", sagte der neue Bundestrainer Jörg Roßkopf vor dem Endspiel gegen die starken Weißrussen. Boll ist vor dem Aufeinandertreffen mit seinem Dauer-Rivalen Wladimir Samsonow nicht bange: "Wir sind klarer Favorit und wollen ganz nach oben." Der 29-Jährige ist in Ostrau bisher ungeschlagen, verdrängt den Gedanken an den Rekord aber noch. "Ich spiele immer nur für die Freude im Moment des Triumphes. Es läuft. Wir sind gut drauf."

Boll hatte seine Teamkollegen vor dem Halbfinale eindringlich gewarnt. "Die Franzosen sind ein richtiges Heißläuferteam, das sehr häufig über sich hinauswächst", sagte der Topspieler. Am blauen Tisch aber gönnte der beste Spieler Europas sich und dem Gegner keine Ruhepause. Vor den Augen des ehemaligen Bundestrainers Richard Prause besiegte Boll Emmanuel Lebesson 3:2. Zuvor hatte Russland-Legionär Ovtcharov sein Match wegen einer muskulären Verletzung beim Stand von 2:1 abschenken müssen. Ob er im Finale antreten kann, ist fraglich. Boll stand also unter besonderem Druck, denn ein Spieleraustausch ist im Tischtennis nicht erlaubt. Der zehnmalige Europameister behielt jedoch auch beim 3:1 gegen Adrien Mattenet die Nerven, nachdem Süß gegen Christophe Legout ein 3:2 vorgelegt hatte. Ovtcharov hätte nicht mehr antreten können - es wäre das Aus gewesen.

Deutsche Frauen nur auf Rang sieben

Die deutschen Frauen haben vier Monate nach Sensations-Bronze bei der WM haben einen Rückschlag erlitten. Das Team von Bundestrainer Jörg Bitzigeio musste sich mit dem siebten Rang zufrieden geben. Einen Tag nach der Viertelfinal-Niederlage mit vier vergebenen Medaillenbällen verlor die Auswahl in der Platzierungsrunde zunächst mit 2:3 gegen Ungarn, ehe ein 3:0 gegen die Türkei für ein halbwegs versöhnliches Ende sorgte. Für das Endspiel qualifizierten sich unterdessen Titelverteidiger Niederlande (3:0 gegen Weißrussland) und Deutschland-Bezwinger Rumänien mit einem klaren 3:0 gegen Polen.

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