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HSV holt glückliches Remis bei St. Pauli

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Mladen Petric rettet den Hamburger SV

16.09.2010, 18:12 Uhr | dpa, dpa

HSV holt glückliches Remis bei St. Pauli. Matthias Lehmann (li.) im Duell mit Paolo Guerrero vom HSV. (Foto: dpa)

Matthias Lehmann (li.) im Duell mit Paolo Guerrero vom HSV. (Foto: dpa)

Mit einem Traumtor drei Minuten vor dem Ende hat der eingewechselte Mladen Petric den Hamburger SV vor der ersten Niederlage gegen den FC St. Pauli seit 33 Jahren bewahrt. Vor 24.360 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Millerntor hatte Fabian Boll (76.) den überzeugenden Aufsteiger in der niveauarmen Partie in Führung gebracht. Im 15. Stadtderby enttäuschte der HSV bei seiner acht Kilometer langen Dienstreise zum Nachbarn auch in Bestbesetzung auf der ganzen Linie. Dank Petric blieb der Favorit aber auch im vierten Saisonspiel ohne Niederlage und konnte sich durch das glückliche Remis im oberen Tabellendrittel festsetzen.

Die Premiere des Stadtderbys am Millerntor elektrisierte ganz Hamburg: Weit mehr als tausend Sicherheitskräfte waren rund um die Reeperbahn im Einsatz, im Stadion herrschte Alkoholverbot. Nur 2100 HSV-Fans bekamen Karten. Trotzdem kam es vor der Partie zu Krawallen. Die Polizei musste Wasserwerfer gegen randalierende HSV-Fans einsetzen, die Flaschen warfen und Böller zündeten. Auch im Stadion war die Stimmung aufgeheizt. Im HSV-Fanblock wurden bengalische Feuer abgebrannt.

"Man braucht gute Nerven"

"Man braucht gute Nerven, aber man sollte die Brisanz auch genießen", hatte HSV-Keeper Frank Rost, nach überstandener Knieverletzung links bandagiert, vor seinem 400. Bundesliga-Einsatz prophezeit. Und: "Wir können mehr verlieren als gewinnen." Von einer Zwei-Klassen-Gesellschaft war auf dem Platz wenig zu sehen.

Der Bundesliga-Dino HSV mit einem Jahresetat von 140 Millionen Euro war wie erwartet die technisch reifere Elf, doch der kleine Nachbar St. Pauli (40-Millionen-Etat) hielt mit taktischer Disziplin, aggressiver Zweikampfführung und enormer Laufbereitschaft dagegen. Und der Aufsteiger war vor dem gegnerischen Tor zunächst sogar gefährlicher. Ein Distanzschuss von Fabian Boll (8.) segelte knapp vorbei, den Kopfball von Rouwen Hennings lenkte Rost über die Latte (11.).

Partie hält nicht, was sie versprach

Trotz hoher Intensität auf dem Platz blieben Strafraumszenen oder gar Torchancen eine Rarität. Fehlervermeidung war auf beiden Seiten die Devise. Der überraschend harmlose HSV kam erst in der 35. Minute zu seiner ersten und einzigen Gelegenheit der ersten Hälfte. Innenverteidiger Joris Mathijsen köpfte aus sechs Metern knapp drüber.

Nach dem Wechsel gingen beide Teams wenigstens etwas mehr Risiko, aber fußballerische Feinkost präsentierten sie nicht. Wenig Präzision, kaum spielerische Fantasie, kaum Aufreger vor den Toren, von Nachbarschaftshilfe keine Spur. Der favorisierte HSV enttäuschte vor allem auf den Außenbahnen mit Eljero Elia und Jonathan Pitroipa. Nach 62 Minuten hatte HSV-Coach Armin Veh genug und brachte für den schwachen Paolo Guerrero den frustrierten Petric.

Asamoah bringt Schwung in die Partie

Sein Kollege Stanislawski verhalf elf Minuten später Gerald Asamoah zu dessen St. Pauli-Debüt. Zunächst fehlten beim Gewaltschuss von Karsten Rothenbach (73.) noch Zentimeter, aber nach Asamoahs feiner Vorarbeit hämmerte Boll schließlich den Ball von der Strafraumgrenze aus zum 1:0 ins Netz. Aus Wut über sein jüngstes Bank-Dasein schlug Petric kurz vor dem Abpfiff mit einem Tor des Monats zurück.

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