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Rudi Völler im Interview mit t-online.de: "Michael Ballack war sehr geschockt"

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"Wir hoffen, dass Ballack Mitte November wieder dabei ist"

18.09.2010, 21:50 Uhr | t-online.de, t-online.de

Rudi Völler im Interview mit t-online.de: "Michael Ballack war sehr geschockt". LIGA total! Experte Rudi Völler analysiert den 4. Spieltag. (Foto: imago)

LIGA total! Experte Rudi Völler analysiert den 4. Spieltag. (Foto: imago)

Das Gespräch führte Julian Moering

Mainz 05 feiert die erste Bundesliga-Tabellenführung der Vereinsgeschichte, Bayern kommt nicht in Fahrt, und die Gladbacher Borussia zerfällt in ihre Einzelteile: Im Interview mit t-online.de analysiert LIGA total! Experte Rudi Völler die Geschehnisse des 4. Bundesliga-Spieltags, spricht über die Verletzung und den Heilungsprozess von Michael Ballack und bezieht Stellung zur angespannten Lage zwischen Bayer Leverkusen und Bundestrainer Joachim Löw.



t-online.de: Herr Völler, der FSV Mainz 05 stürmt in Bremen an die Tabellenspitze. Hätten Sie das dem Team zugetraut? Und welche Rolle spielt dabei Trainer Tuchel?

Rudi Völler: Nein, natürlich nicht. Dass Mainz zum Saisonstart viermal hintereinander gewinnt, damit hat niemand gerechnet. In einigen Spielen haben sie etwas Glück gehabt, gleich im ersten Spiel gegen Stuttgart, wo Cacau noch einen Elfmeter verschießt. Aber man sieht schon absolut die Handschrift des Trainers. Die Mainzer kleben an ihrem System. Die haben die Bremer heute ausgekontert und verdient gewonnen, davor muss man schon den Hut ziehen.

André Schürrle hat heute das 2:0 für Mainz gemacht, den haben sie ja kürzlich für die kommende Saison verpflichtet. Welche Entwicklung trauen Sie dem 19-Jährigen zu?

Eine tolle Entwicklung, deswegen haben wir ihn ja geholt. Wir haben ihn 12, 13 Monate permanent bei Spielen und im Training beobachtet und glauben, dass er außergewöhnliche Fähigkeiten hat, die heute im Fußball ganz wichtig sind: gute Technik, gute Ballbehandlung, Schnelligkeit und natürlich auch einen eiskalten Abschluss vor dem Tor, was er ja heute in Bremen auch wieder gezeigt hat.

So einen könnten die Bayern im Moment auch gebrauchen. Die Münchner kommen nicht in Schwung und sind nach der Nullnummer gegen Köln schon seit drei Ligaspielen ohne eigenen Treffer. War es vielleicht doch ein Fehler, im Sommer gar nicht zu investieren?

Nein, die Bayern haben Pech, dass mit Robben ein Weltklasse-Spieler verletzt ausfällt. Und gegen Mannschaften wie Köln, die mit Mann und Maus verteidigen, wird’s natürlich schwer, ein Tor zu erzielen. Gegen den AS Rom hatten sie noch viel Geduld und haben dann noch die beiden Treffer erzielt, auch verdientermaßen. Aber letztes Jahr haben die das ja auch hingekriegt und sind nach einer Durststrecke wieder in die Spur gekommen.

Leverkusen hat gegen Gladbach 3:6 verloren. Jetzt haben die Borussen 0:4 gegen Frankfurt und 0:7 gegen Stuttgart verloren. Wie erklären Sie sich das?

Das ist 'ne gute Frage. Ich glaube, da würde jeder Experte Schwierigkeiten haben, das zu erklären. Aber das spricht natürlich für die Sportart Fußball, die Faszination des Fußballs, dass so etwas passiert. Die Gladbacher haben bei uns ein Traumspiel hingelegt und haben uns fürchterlich ausgekontert. Aber in dem Spiel hatten wir auch ziemlich viele Chancen, haben drei Tore erzielt und hätten auch noch das ein oder andere machen können. Da sieht man, dass die Gladbacher im Defensivverhalten schon Probleme hatten. Und das hat sich jetzt auch in den beiden Spielen gezeigt.

Wie geht es Michael Ballack? Hat er den Schock nach der Verletzung schon verdaut?

Ja, es muss ja weitergehen. Am Tag danach, als die Kernspin gemacht wurde, war er schon sehr geschockt. Damit hat er nicht gerechnet, wir alle nicht. Das muss man jetzt akzeptieren, und nach einer gewissen Ruhephase wird er wieder angreifen, eine vernünftige Reha machen, und dann wird er so aufgebaut, dass er die Topleistungen bringt, die wir von ihm erwarten. Dann wird er für uns - das ist erstmal das Wichtigste - wieder sehr gute Spiele machen. Und dann sicherlich auch für die Nationalmannschaft.

Kann man denn schon sagen, wann er wieder auf dem Platz stehen wird?

Normalerweise dauert das bei so einer kleinen Fraktur etwa sechs Wochen. Zwei Wochen darf er erst mal gar nichts machen, sein Bein nicht belasten. Dann wird er langsam ins Training reinkommen. Wann er sein erstes Spiel machen wird, ist schwer einzuschätzen. Wir hoffen, dass er noch dieses Jahr, so Mitte November, wieder dabei ist. Aber da kann man natürlich keinen genauen Termin sagen, das hängt vom Heilungsprozess ab.

Herr Holzhäuser hat jüngst den Umgang des Bundestrainers mit Stefan Kießling kritisiert. (Zitat aus der "Bild"-Zeitung: "Ich biete eine Wette an: Löw nimmt zu den nächsten beiden Länderspielen Anfang Oktober Helmes mit, lässt aber Kießling zuhause. Er mag Stefan nicht."). Fühlt sich Leverkusen von Jogi Löw links liegen gelassen?

Bundesliga-Video 
Holzhäuser gegen Löw

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Nein, nein, nein, auf keinen Fall. Für den Stefan Kießling ist es die letzten Spiele etwas schwieriger gewesen, weil er nicht zum Einsatz gekommen ist. Aber wenn er bei uns gute Leistungen bringt, hat er immer eine Chance, deswegen ist er ja auch mit zur WM gefahren. Aber die Konkurrenz ist ja auch groß, das darf man nicht vergessen. Wir haben viele gute Stürmer in Deutschland. Wir haben ja auch noch den Patrick Helmes, der hat gegen Trondheim drei Stück gemacht. Gegen Nürnberg haben beide die Möglichkeit, dem Bundestrainer zu beweisen, dass sie dazu gehören.

Also glauben Sie, dass Herr Holzhäuser seine Wette verliert?

Ach, ich will das jetzt alles auch nicht auf die Goldwaage legen. Was Herr Holzhäuser gesagt hat, war mehr so eine kleine Ironie, ein kleiner Scherz, weil der Stefan Kießling nicht so zum Einsatz gekommen ist. Aber das sehen wir nicht so dramatisch. Für uns - und glauben Sie mir - für mich ist es viel wichtiger, dass beide in Leverkusen funktionieren. Das ist primär das Wichtigste, der Rest kommt später.

Sie haben Patrick Helmes und seine tolle Form angesprochen. Trauen Sie ihm zu, in dieser Saison die Torjägerkanone zu holen?

Naja, der Dzeko hat ja auch schon wieder vier Dinger gemacht, der ist ja immer der große Favorit auf diese Kanone, weil er einfach ein Weltklasse-Stürmer ist. Aber Helmes hat sicher auch seine Möglichkeiten. Wir spielen ja immer nach vorne, versuchen, uns Chancen zu erarbeiten. Das haben wir in dieser Saison und auch in den letzten Jahren immer wieder gezeigt. Ob der Patrick dann die Kanone holt, oder jemand anderes von uns, wird man sehen. Wichtig ist, dass wir die Spiele gewinnen.

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