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Podolski motzt wegen Kölner Taktik

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Podolski fordert mehr Offensive

23.09.2010, 16:02 Uhr | t-online.de, dpa, dpa, t-online.de

Podolski motzt wegen Kölner Taktik. Unzufrieden mit sich und seinem Team: Lukas Podolski. (Foto: imago)

Unzufrieden mit sich und seinem Team: Lukas Podolski. (Foto: imago)

Nationalspieler Lukas Podolski kritisiert offen die zurückhaltende Taktik von Zvonimir Soldo, der Trainer kontert und will nicht von einem "Angriffsverbot" wissen: Der Haussegen beim 1. FC Köln hängt vor dem richtungsweisenden Heimspiel am Freitag gegen 1899 Hoffenheim (ab 20:15 Uhr im t-online.de Live-Ticker) mächtig schief. Soldo gerät dabei auch in der Presse wegen seiner Mauer-Taktik immer stärker unter Beschuss.

Da dürfte es wenig hilfreich sein, dass nun auch sein eigener Führungsspieler Podolski den Kölner Spielstil öffentlich kritisierte. "Wir müssen offensiver spielen und mehr nach vorne riskieren", forderte der Nationalstürmer, der zuletzt als einzige Spitze kaum Unterstützung aus dem Mittelfeld erhielt und blass blieb.

"Peinlicher Auftritt"

Die verdiente 0:2-Niederlage beim Tabellenführer FSV Mainz 05 sei ein "peinlicher Auftritt" gewesen, kritisierte Podolski: "Ohne Zweikämpfe, ohne Laufbereitschaft - so kann man nicht auftreten." Allerdings müsste sich Prinz Poldi in seine Generalkritik selbst einschließen, denn der 25-Jährige ließ alles vermissen, was ihn zuletzt bei der Nationalmannschaft in seinem Kölner "Wohnzimmer" gegen Aserbaidschan ausgezeichnet hatte.

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Trainer Soldo verzichtete zwar darauf, Podolski zurechtzuweisen, wehrte sich jedoch vehement gegen die Kritik, er vernachlässige die Offensive. "Ich würde es verstehen, wenn wir mit sechs Vorstoppern spielen würden", sagte der Kroate: "Aber ich verbiete keinem, nach vorne zu gehen. Niemand hat hier Angriffsverbot." Möglicherweise lenkt Soldo jedoch ein und bietet am Freitag neben Podolski in Milivoje Novakovic einen zweiten Stürmer auf. "Das ist eine Überlegung", sagte der FC-Coach.

Hoffen auf den Befreiungsschlag

Im Vergleich mit dem erfrischenden Mainzer Angriffsfußball wirkten die Kölner Offensivbemühungen nämlich wie Fußball von gestern. Zwar stehen die Rheinländer mit vier Punkten derzeit nicht auf einem Abstiegsplatz, allerdings heißen die Klubs in der Tabelle hinter ihnen unter anderem Schalke 04, Werder Bremen und VfB Stuttgart. Daher forderte Manager Michael Meier gegen Hoffenheim den Befreiungsschlag: "Da haben wir die Möglichkeit, den Ausrutscher schnell wieder zu korrigieren."

Dem FC könnte entgegenkommen, dass die Hoffenheimer noch an der Last-Minute-Niederlage gegen Bayern München zu knabbern haben. "Das war bitter", sagte der bosnische Nationalstürmer Vedad Ibisevic und meinte mit Blick auf die Auswärtspartie in Köln: "Für die Moral wäre es besser gewesen, einen Punkt mitzunehmen. Wir mussten das erst wegzustecken. Es gilt, Bayern zu vergessen."

Statistik spricht für 1899

Die Statistik dürfte jedoch 1899 Mut machen: zwei Siege und 7:1 Tore - bei keinem anderen Bundesligisten war das Team von Trainer Ralf Rangnick erfolgreicher als in Köln. Zudem kann Rangnick personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Bei den Gastgebern dürfte Abwehrchef Pedro Geromel trotz einer Muskelverletzung auflaufen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Köln: Mondragon - Brecko, Geromel, Mohamad, Ehret - Petit - Clemens (Novakovic), Lanig, Matuschyk (Yalcin), Jajalo - Podolski.

Hoffenheim: Haas (Starke) - Beck, Simumic, Vorsah, Compper - Weis, Luiz Gustavo, Salihovic, Rudy - Ibisevic, Ba.

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