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Historisches Debakel für deutsche Dressurreiter

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Historisches Debakel für deutsche Dressurreiter

30.09.2010, 09:36 Uhr | dpa, dpa

Historisches Debakel für deutsche Dressurreiter. Isabell Werth auf "Warum nicht". (Foto: imago)

Isabell Werth auf "Warum nicht". (Foto: imago)

Mit gequältem Lächeln und fluchend verließ Isabell Werth das Viereck: Erstmals in der Geschichte der Weltmeisterschaften haben die deutschen Dressurreiter in einem Einzel-Wettbewerb keine Medaille gewonnen. Nach Jahrzehnten der Dominanz lieferte Christoph Koschel in Lexington mit Platz sechs im Grand Prix Special noch die beste Platzierung. Werth landete auf dem enttäuschenden zehnten Rang und machte damit das Debakel für die früheren Seriensieger perfekt.

"Scheiße", rief Werth, die als Titelverteidigerin an den Start ging. Ihr Nachfolger ist der Niederländer Edward Gal mit seinem Hengst Totilas (85,667). Silber und Bronze gingen an die Britin Laura Bechtolsheimer mit Mistral (81,708) und den US-Amerikaner Steffen Peters mit Ravel (78,542). Die letzte Chance auf eine Einzel-Medaille bietet die Kür am Freitag.

Werth: "Ich habe alles riskiert"

"No risk, no fun", kommentierte Werth: "Ich habe alles riskiert, denn ich hatte nur eine minimale Chance." Doch es klappte nicht. Nach starkem Beginn häuften sich die Fehler, und sie erhielt für ihren Ritt mit dem 14 Jahre alten Wallach "Warum nicht" nur 72,000 Prozent. "Ob ich nun Vierte oder Achte werde ist auch egal", kommentierte die 41-Jährige. "Jetzt greife ich am Freitag in der Kür noch mal an."

Dass die Dominanz endgültig beendet ist, war bereits mit Platz drei in der Mannschaft, der schlechtesten Platzierung der deutsche Dressur-Geschichte deutlich geworden. Aber auch im Einzel waren die Deutschen bisher beispiellos erfolgreich: Noch nie seit der ersten WM 1966 blieben sie ohne Individual-Medaille. In den vergangenen 20 Jahren gab es sogar immer eine goldene. "Diese Zeiten sind vorbei", sagte Bundestrainer Holger Schmezer.

Einziger Lichtblick: Christoph Koschel

Ein Lichtblick war vor allem Christoph Koschel. Der WM-Debütant aus Hagen bei Osnabrück überzeugte mit Donnperignon (73,292) und war überraschend bester Deutscher. "Das war spitze, die Top Ten waren mein Ziel", kommentierte der strahlende Koschel: "Das ist ein Highlight hier." Und er kündigte an: "Wir werden das ein oder andere Fläschchen aufmachen."

Sein elfjähriger Wallach wirkte locker, spulte das Programm leicht ab. "Er hat super mitgemacht, ich bin ganz begeistert", schwärmte der Neuling im Team. Der 36-Jährige ist eine der Zukunftshoffnungen der deutschen Dressur und kündigte an: "Es geht noch besser, ich bin noch nicht volles Risiko gegangen."

Balkenhol kann sich rehabilitieren

Im Kontrast zum glücklichen Koschel war Matthias-Alexander Rath überhaupt nicht zufrieden. Der 26-Jährige aus Kronberg zeigte mit Sterntaler (70,250) eine seiner schwächeren Vorstellungen und verpasste als schlechtester des deutschen Quartetts die Qualifikation für die Kür am Freitag. "Die schaue ich mir von der Tribüne aus an", kündigte der deutsche Meister von 2008 an.

Nach ihrem verpatzten Ritt im Mannschaftswettbewerb konnte sich Anabel Balkenhol (Rosendahl) mit Rang acht rehabilitieren. "Mir war es wichtig, dass ich heute noch einmal einen guten Eindruck hinterlassen konnte", erklärte sie nach ihrem Ritt mit Dablino, für den sie 72,625 Prozent erhielt. "Ich habe die letzten Tagen über den ersten Ritt viel nachgedacht, und das Ergebnis war, dass wir mehr auf Angriff reiten." Auch der Bundestrainer war zufrieden: "Das war kein Vergleich." In der Kür erhält sie eine weitere Chance.

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