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Tischtennis-Star Timo Bol ist platt

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Timo Boll: Könnte "Gehirnwäsche" vertragen

01.11.2010, 12:57 Uhr | dpa, sid, sid, dpa

Tischtennis-Star Timo Bol ist platt. Timo Boll braucht eine Pause. (Foto: imago)

Timo Boll braucht eine Pause. (Foto: imago)

Deutschlands Tischtennis-Star Timo Boll ist platt. So platt, dass er seine Meinung änderte und nun doch nicht am European Super Cup in dieser Woche im russischen Jekaterinburg teilnimmt. Tags zuvor wollte Boll mit Blick auf die sehr guten Verdienstmöglichkeiten ("Wir müssen auch von irgendetwas leben") von einem Verzicht auf den mit 120.000 Dollar (86.000 Euro) dotierten Supercup nichts wissen. Der Sieger bekommt die Rekordsumme von 50.000 Dollar.

Doch Boll muss dem Kräfteverschleiß der vergangenen Wochen Tribut zollen. "Die WM 2011 in Rotterdam und längerfristig natürlich Olympia 2012 in London sind mir wichtiger als die kurzfristige Chance auf nette Geldprämien", sagte er jetzt. Beim Heim-Weltcup in Magdeburg landete der Top-Favorit nach einer deutlichen 1:4-Niederlage gegen den späteren Turniersieger und Weltmeister Wang Hao aus China nur auf Platz drei. "Nun bin ich wirklich platt, die letzten Wochen und Monate waren hart. Körperlich, aber auch mental muss ich aufpassen, um nicht in ein großes Loch zu fallen", begründete Boll die Absage auf seiner Homepage. Auch DTTB-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig erkannte: "Timo war nicht im allerfrischesten Zustand." Nun wird der 29-Jährige in Spanien Golf spielen und mit Ehefrau Rodelia noch einige Tage Ferien in Österreich machen.


Ärger über unnötiges Spiel

Die bittere Pleite gegen Wang Hao gab dem an Nummer eins gesetzten Europameister zu denken. "Wang Hao ist ein anderes Kaliber, er war nicht zu knacken. Ich habe das Maximale herausgeholt. Mein Kopf könnte jetzt eine Gehirnwäsche verkraften", sage Boll. Er holte sich gegen den Japaner Jun Mizutani immerhin Platz drei, schimpfte aber: "Ich weiß nicht, ob so ein Spiel sein muss. Der Weltverband kennt unseren Terminkalender. Da muss man auch an die Gesundheit denken."

Nach der Absage von Boll reisen Dimitrij Ovtcharov, Patrick Baum und Christian Süß zum Turnier nach Russland. Für Ovtcharov ist es fast ein Heimspiel, er ist für Fakel Orenburg aktiv.

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