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Robert Enke: Fans und Freunde gedenken am ersten Todestag

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Fans und Freunde gedenken Robert Enke

10.11.2010, 13:15 Uhr | sid, sid

Robert Enke: Fans und Freunde gedenken am ersten Todestag . Theo Zwanziger (li.) und Joachim Löw am Grab von Robert Enke. (Foto: DFB)

Theo Zwanziger (li.) und Joachim Löw am Grab von Robert Enke. (Foto: DFB)

In Würde und aller Stille haben zahlreiche Menschen in Hannover des vor einem Jahr verstorbenen Torhüters Robert Enke gedacht. Bei nasskaltem Novemberwetter und Nieselregen besuchten viele Fans schon auf dem Weg zur Arbeit den Gedenkplatz, den Hannover 96 für den ersten Todestag des ehemaligen Nationalkeepers in einem Zelt an der Nordseite des Stadions eingerichtet hatte. Enke hatte sich am 10. November 2009 das Leben genommen. (Foto-Show: Gedenken an Robert Enke am Todestag)

Seit 6.00 Uhr konnten sich die Trauernden in einem "Buch der Gedanken" eintragen und einige Minuten der Besinnung nehmen. Ein steter Menschenstrom besuchte das geschmackvoll ausgestaltete Zelt, in dem hinter einem Foto von Robert Enke mit seiner Tochter Lara auf dem Arm einige Devotionalien und die Fanartikel der Trauerfeier im Vorjahr ausgelegt worden waren.

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Innere Einkehr

Einige Trauernde zündeten Kerzen an, legten Blumen nieder und verharrten in innerer Einkehr. Viele Menschen erlebten erneut die Emotionen von damals. "Sein Tod ist ein Jahr her, und eigentlich kann ich es noch gar nicht fassen. Ich finde es schön, dass der Verein uns die Gelegenheit gibt, auf so pietätvolle Weise Robert zu gedenken", sagte ein Mann mit Tränen in den Augen.

Es war ein trauriger Tag in Hannover. Allerdings legte sich die Trauer nicht mehr über die gesamte Stadt. Enke litt unter schweren Depressionen, hatte sich vor Jahresfrist in der Nähe des Bahnübergangs Eilvese auf die Gleise gestellt und war von einem Zug erfasst worden. An dieser Stelle stand am Mittwochmorgen ein Grablicht.

Teresa Enke gedenkt im Beisein von Joachim Löw und Theo Zwanziger

Auf dem Waldfriedhof Empede, wo Robert Enke neben seiner früh verstorbenen Tochter beigesetzt worden war, war die Grabfläche vor dem schlichten weißen Steinkreuz mit einem Seil abgesperrt. Teresa Enke bat mit einer handschriftlichen Notiz an einem Holzpflock alle Trauernden darum, das Grab ihres Ehemannes nicht zu betreten und Andenken auf einer Rasenfläche nebenan abzulegen. Dort lagen am Mittwoch Blumengestecke und weiße Plastikengelchen, Briefe und Gedichte.

Gegen 12.30 Uhr wurde der Friedhof abgesperrt, und Teresa Enke gedachte im Beisein von Bundestrainer Joachim Löw, Teammanager Oliver Bierhoff und des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger ihres verstorbenen Mannes. "Es war mir ein persönliches Bedürfnis, heute an Roberts Grab zu treten, um mich an diesem Tag in aller Stille an einen großartigen Menschen zu erinnern", sagte Löw.

Teresa Enke wandte sich sich an die Trauernden: "Ich möchte den ersten Todestag von Robert auch dazu nutzen, mich noch einmal bei all den Menschen zu bedanken, die heute und in den zurückliegenden Monaten in unterschiedlichster Weise an meinen Mann gedacht haben und uns somit ihren Respekt erwiesen haben", wird die Witwe des ehemaligen Nationaltorwarts in einer Mitteilung des DFB zitiert. "Auch wenn ich nicht alle der vielen Briefe, die mich noch immer tagtäglich erreichen, beantworten kann, gibt mir diese Anteilnahme sehr viel Kraft".

Frühere Mannschaftskollegen trauern in Stille

Robert Enkes frühere Mannschaftskollegen zogen sich zum Gedenken zurück und mieden die Öffentlichkeit. "Es ist unpassend, wenn wir uns an diesem Tag auch noch ablichten lassen", sagte Trainer Mirko Slomka, der bei der obligatorischen Pressekonferenz Kamerateams den Zugang verwehrt hatte. "Wir trainieren zweimal in Ruhe in der Arena. Dass wir Enke trotzdem gedenken, ist selbstverständlich", sagte Slomka. Der Wunsch nach Ruhe sei aus der Mannschaft gekommen.

Hannover 96 residiert an der Robert-Enke-Straße 1

An der WM-Arena wird künftig eine Robert-Enke-Straße an den Torhüter erinnern. Oberbürgermeister Stephan Weil schlug dem Rat der Stadt vor, einen rund 200 Meter langen Abschnitt der Straße entlang des Stadions Enke zu widmen. Demnach würde die Geschäftsstelle des Bundesligisten Hannover 96 künftig an der Robert-Enke-Straße 1 residieren, das Stadion würde die Nummer 3 erhalten. Der Rat wird über den Vorschlag am 16. Dezember noch abstimmen, ein positives Votum gilt als sicher.

'Wir wollen Robert Enke in unmittelbarer Nähe seiner langjährigen Wirkungsstätte ehren. Sein Tod hat vor einem Jahr ganz Hannover und darüber hinaus Millionen Menschen bewegt", sagte Weil. "Er war ein Star und hat dabei nie die Bodenhaftung verloren." Um 18.30 Uhr sollte ein Gedenkmarsch von der Innenstadt zum Stadion beginnen.

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