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Vettel ist ein Mann der Rekorde

14.11.2010, 17:12 Uhr | sid, sid

Vettel ist ein Mann der Rekorde. Lewis Hamilton (li.) und Jenson Button (re.) begießen Weltmeister Sebastian Vettel mit Champagner. (Foto: AP)

Lewis Hamilton (li.) und Jenson Button (re.) begießen Weltmeister Sebastian Vettel mit Champagner. (Foto: AP)

Sebastian Vettel ist der jüngste Formel-1-Weltmeister der Geschichte. Dieser Rekord ist nicht der erste, den er als jüngster Fahrer bricht. 2007 sammelte er gleich bei seinem Debüt in Indianapolis seine ersten WM-Punkte, wenige Tage vor seinem 20. Geburtstag. Mit 21 holte er innerhalb von 25 Stunden in Monza seine erste Pole Position und den ersten Sieg.

Dazu passt eigentlich gar nicht, dass man einige der größten Leidenschaften des 23-jährigen Jungen eher bei Menschen im gesetzteren Alter vermuten würde.

Vettel ist genau so alt wie Red-Bull

Vettel ist ein großer Beatles-Fan, wahrscheinlich der schnellste der Welt. Und er sammelt Schallplatten aus Vinyl und stöbert dabei schon mal stundenlang durch die Auslagen entsprechender Läden. Dennoch: Für seinen Arbeitgeber Red Bull ist Vettel die perfekte Inkarnation des jugendlichen Helden, des immer strahlenden Lausbubs, der 1987 im gleichen Jahr das Licht der Welt erblickte wie die blau-rote Energy-Drink-Dose aus Österreich. Vettel ist auch das beste Produkt der firmeneigenen Nachwuchsförderung. "Ohne das Red-Bull-Juniorteam hätte ich es definitiv nicht bis in die Formel 1 geschafft", sagte er rückblickend. Wie für Red-Bull-Erfinder Dietrich Mateschitz zählt auch für Vettel nur eins: Der erste Platz. "Ob man Zweiter oder Fünfter ist, das ist egal. Wichtig ist es nur, die Nummer eins zu sein", sagt Vettel, der sich vor der Entscheidung für den Motorsport auch in anderen Bereichen versucht hatte.

"Ich hasse es zu verlieren"

Als große Helden seiner Kindheit bezeichnet er gerne mal die drei Michaels: Michael Schumacher, Michael Jordan und Michael Jackson. "Als ich klein war, wollte ich wie Michael Jackson werden", verriet er einmal in einem Interview auf der offiziellen Formel-1-Webseite: "Es war schmerzhaft, als ich realisiert habe, dass mir die Stimme dafür fehlt." Ebenso wie das Talent zum Fußball-Star. "Das sitzt noch tief", beschreibt Vettel die Erinnerung an seine Kicker-Zeit in der Jugend des TSV Hambach: "Ich habe nicht viele Tore geschossen und hatte nicht viele Einsätze."

Formel 1 - Video 
Grenzenloser Jubel

Fans und Freunde feiern in Vettels Heimatort Heppenheim den WM-Titel. Video

Auch Tennis, Tischtennis oder Beachvolleyball hat Vettel gespielt. "Aber ich war nie der Beste, deshalb habe ich damit aufgehört. Ich hasse es, zu verlieren", sagte der zweite deutsche Weltmeister nach seinem Freund Michael Schumacher.

2006 schafft Vettel den Sprung zum F-1-Testfahrer

Also entschied sich Vettel fürs Rennfahren, denn dafür hatte er mehr Talent als andere. Nach dem Kart kam er in die Formel BMW und wurde im ersten Jahr gleich Vize-Meister. In der folgenden Saison feierte er unglaubliche 18 Siege in 20 Rennen und sicherte sich BMW als zweiten potenten Förderer. Obwohl Vettel in der Formel-3-Euroserie den Sprung nach ganz oben nicht schaffte, holten die Münchner ihn 2006 als Testfahrer in ihr Formel-1-Team.

Gleich beim ersten Einsatz als Freitagsfahrer fuhr er sensationell die Bestzeit und machte sich mit einem Schlag einen Namen in der Königsklasse. 2007 erhielt er wenige Wochen nach seinem Renndebüt im BMW-Sauber als Ersatz für den verletzten Robert Kubica ein Stammcockpit bei Toro Rosso und feierte bald erste Achtungserfolge.

Die Geburtsstunde von "Super-Seb"

Der endgültige Durchbruch kam dann im September 2008 im Regen von Monza. Vettel fuhr wie auf Schienen sensationell auf die Pole Position, von wo aus er im Rennen wie ein Uhrwerk zum Sieg fuhr. Spätestens mit diesem Rennen zeigte er, dass er nicht mehr der "Baby-Schumi" war, zu dem ihn die Boulevard-Presse gemacht hatte, was ihm selbst aber nie gefiel. Stattdessen war es die Geburtsstunde von "Super-Seb".

Vettel wird Vize-Champion 2009

Mit dem Wechsel vom kleinen Schwesterteam Toro Rosso zu Red Bull schloss sich 2009 endgültig der Kreis. In vielen Stunden in der Fabrik im englischen Milton Keynes feilte er nicht nur an seinem Fahrstil, der Freund britischen Humors komplettierte auch sein Repertoire an englischen Schimpfwörtern. Fast wäre Vettel gleich in seinem ersten kompletten Formel-1-Jahr Weltmeister geworden, am Ende wurde es Rang zwei hinter Jenson Button. Und es entstand sofort das bescheidene Ziel für 2010: "Ein Platz besser, bitte!"

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