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Surer: Die nächste Saison wird schwer für Vettel

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Surer: "Der WM-Titel ist nicht auf Vettel abonniert"

17.11.2010, 08:00 Uhr | Das Interview führte Björn Lücker, t-online.de

Surer: Die nächste Saison wird schwer für Vettel. Kuss auf den Pokal: Vettel nach seinem großen Triumph in Abu Dhabi (Foto: imago)

Kuss auf den Pokal: Vettel nach seinem großen Triumph in Abu Dhabi (Foto: imago)

Packende Rennaction bis zum Schluss, Sebastian Vettel als jüngster Weltmeister aller Zeiten und das Comeback von Michael Schumacher: Die zurückliegende Formel-1-Saison hatte einiges zu bieten. Im Interview mit t-online.de zieht Formel-1-Experte und Fernsehmoderator Marc Surer eine Bilanz.

Der frühere Rennfahrer glaubt nicht, dass Sebastian Vettel eine WM-Serie starten kann und erklärt, warum Red Bull diese Saison so stark war. Zudem verrät Surer, warum Michael Schumacher noch einmal aufs Podium fahren muss.

Herr Surer: Ganz Deutschland ist im Vettel-Fieber…
Es ist schon toll, wie Sebastian Vettel das Ding am Ende nach Hause gefahren hat. Er ist ein sympathischer Kerl und hat den Titel absolut verdient.

Formel 1 - Video 
Endloser Freudentaumel

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel feiert seit seinem Sieg in Abu Dhabi durch. Video

Ist Vettel der Fahrer des Jahres?
Wir haben in der Formel 1 mit Fernando Alonso, Lewis Hamilton und Sebastian Vettel drei überragende Fahrer. Alle hatten ihre Höhen und Tiefen in der Saison. Mit dem WM-Titel hat sich Vettel endgültig etabliert. Er hatte aber auch das schnellste Auto.

Was sich im Gewinn des Konstrukteur-Titels widerspiegelt. Warum war Red Bull so stark?
Gut, man redet immer über die Fahrer. Aber man muss auch hinter die Kulissen schauen. Ein Name steht für den Erfolg bei Red Bull: Und das ist Adrian Newey. Er ist der Ingenieur, der die meisten Titel in der Formel 1 eingefahren hat, eigentlich nur zu vergleichen mit dem berühmten früheren Lotus-Ingenieur Colin Chapman. Newey hat schon mit Damon Hill, Jacques Villeneuve oder Mika Häkkinen WM-Siege gefeiert. Und nun hat er Red Bull den Titel beschert. Wo Newey ist, ist Erfolg.

Ein Genie...
Ja, das muss man so sagen. Wie Chapman damals hat Newey die Tendenz, sehr fragile Autos zu bauen. Ihm ist Schnelligkeit wichtiger als Standfestigkeit. Newey ersetzt wahrscheinlich zig normale Designer.

Allerdings hätte Red Bull, obwohl das Team die ganze Saison dominant war, den Titel fast noch verschenkt – womit wir wieder bei den Fahrern wären. Hätte die Teamleitung Vettel schon früher zur Nummer eins machen müssen?
Nein. Red Bull hat das genau richtig gemacht. Es ist immer besser, zwei Eisen im Feuer zu haben. Dafür hat Vettel auch während der Saison zu viele Fehler gemacht. Beispielsweise beim Rennen in Ungarn, als er in einer Saftycar-Phase zu viel Abstand gelassen hat - ein Anfängerfehler. Anschließend fuhr er in Spa Jenson Button ins Auto. Hinzu kamen noch ein paar kleine Sachen. Hätte man ihn schon früh zur Nummer eins gemacht, wäre er der Führungsrolle nicht gerecht geworden. Und man muss auch sehen, dass sich die Strategie "freie Fahrt für Beide" für Vettel am Ende ausgezahlt hat. Hätte er Mark Webber in Brasilien freiwillig vorbeigelassen, hätten ihm nach dem Sieg in Abu Dhabi genau diese Punkte gefehlt.

Sie sagten, Red Bull hat alles richtig gemacht. Bis auf das Rennen in Istanbul, als sich Vettel und Webber gegenseitig abschossen.
Das würde mir nicht passieren. Ich war ja auch schon einmal Rennleiter bei BMW, da musste ich acht Fahrer koordinieren. Da gibt es ganz einfache Regeln, wie sie sich zu verhalten haben. Es kann nicht sein, dass man gegen den eigenen Mann Kampflinie fährt. Wenn der Teamkollege neben einem auftaucht, hat man ihn ziehen zu lassen.

Nächste Saison wird Webber wohl für Vettel fahren müssen. Kann das gut gehen bei den Querelen in dieser Saison?
Warten wir ab, wie die nächste Saison läuft. Es gibt immer Kollisionen oder Ausfälle. Vielleicht ist ja dann doch wieder Webber vorne. Wie gesagt, zwei Eisen im Feuer zu haben, ist immer besser.

Trauen Sie Vettel nun eine WM-Serie zu wie Michael Schumacher nach seinem Titel 2000?
Formel-1-Experte Marc Surer (Foto: imago) Formel-1-Experte Marc Surer (Foto: imago)Das ist schwer zu vergleichen. Als Schumacher damals seine Serie startete, war er im Grunde alleine unterwegs. Er und sein Teamkollege haben mit Ferrari fast jedes Rennen gewonnen. Das gibt es heute aus verschiedenen Gründen nicht mehr. Die Motorenleistung der Teams ist durch die lange Laufzeit fast identisch geworden, die Reifen sind dieselben, die Aerodynamik wurde beschnitten. Kurz um: Die Konkurrenz rückt immer enger zusammen. Wenn sich Mercedes noch verbessert, fahren in der nächsten Saison vier Teams um die Weltmeisterschaft. Der WM-Titel ist nicht auf Vettel abonniert.

Großer Verlierer der Saison war Ferrari-Pilot Fernando Alonso, der seine WM-Führung am Ende noch hergab. Eine gerechte Strafe für den Skandal von Hockenheim, als Teamkollege Felipe Massa ihn per Stallorder vorbeiließ?
Man kann es vielleicht so auf den Punkt bringen: In Hockenheim hat sich Ferrari mit einer illegalen Strategie zum WM-Favoriten gemacht, im Saisonfinale in Abu Dhabi hat die Scuderia mit einer falschen Strategie die WM schließlich verloren. Es gibt wohl noch so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit.

Enttäuschung pur erlebte auch Michael Schumacher, dessen Comeback nicht wie gewünscht verlief.
Enttäuschung ist das richtige Wort. Alle haben mehr erwartet. Dass das Auto nicht wirklich gut war und Mercedes nicht um Siege mitfahren konnte, hat das Ganze noch schlimmer aussehen lassen. Und womit er überhaupt nicht gerechnet hatte: Sein junger Teamkollege Nico Rosberg hat ihn klar geschlagen.

Sollte sich Schumacher noch eine Saison antun?
Ja, denn es gibt Hoffnung. Mercedes hat schon früh mit der Entwicklung des neuen Autos für die nächste Saison begonnen. Da wird vor allem darauf geachtet, dass der Wagen zum Fahrstil von Michael Schumacher passt. Zudem kommt 2011 der Pirelli-Einheitsreifen, der für alle neu ist. Ich bin sicher, dass es im kommenden Jahr besser für Schumacher läuft. Er kann auch gar nicht mit dieser schlechten Saison aufhören, er muss noch einmal aufs Podium fahren.

Das will natürlich auch Rosberg, der Aufsteiger dieser Saison. Kann er mit einem verbesserten Mercedes um den WM-Titel mitfahren?
Was Rosberg fehlt, ist ein Sieg. Es gab in der Vergangenheit nur ganz selten Fahrer, die den WM-Titel geholt haben, obwohl sie vorher noch keinen Grand Prix gewonnen haben. Er muss einmal ganz oben stehen, dann platzt auch der Knoten.

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