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Spanien: Brisante Indizien im Dopingskandal

13.12.2010, 11:12 Uhr | dpa, dpa

Spanien: Brisante Indizien im Dopingskandal. Im Sommer feierte die Spanierin Marta Dominguez Erfolge in Barcelona - jetzt wurde sie verhaftet. (Foto: imago)

Im Sommer feierte die Spanierin Marta Dominguez Erfolge in Barcelona - jetzt wurde sie verhaftet. (Foto: imago)

Im spanischen Dopingskandal sind offenbar heikle Indizien aufgetaucht: Auf sichergestellten Videoaufzeichnungen soll ein Sportarzt zu sehen sein, der verschiedenen Athleten verbotene Substanzen spritzt. Wie der Radiosender "Cadena" berichtet, liegen diese Aufnahmen der spanischen Polizei vor. Außerdem wurden im Haus des festgenommenen Trainer-Veterans Manuel Pascual Piqueras (77) benutzte Blutbeutel sichergestellt, meldeten die Zeitungen "El Pais" und "Marca" (Foto-Show: Die spektakulärsten Doping-Fälle).

Die Polizei geht davon aus, dass sich Sportler im Haus von Piqueras kürzlich einer Eigenbluttransfusion unterzogen hätten. Piqueras ist einer der 14 Verdächtigen, die am Donnerstag im Rahmen der "Operación Galgo" (Operation Windhund) gefasst worden waren.

Dominguez vorerst wieder frei

Festgenommen wurden auch der mutmaßliche Dopingarzt Eufemiano Fuentes und Spaniens erfolgreichste Leichtathletin Marta Dominguez. Die Weltmeisterin im 3000-Meter-Hindernislauf und fünf weitere Verdächtige sind inzwischen unter Auflagen wieder auf freiem Fuß. Die übrigen sollen bald dem Haftrichter vorgeführt werden.

Als Folge des Skandals schloss der spanische Leichtathletik-Verband (RFEA) den gebürtigen Äthiopier Alemayehu Bezabeh aus dem Team für die Crosslauf-Europameisterschaft in Portugal aus. Der 24 Jahre alte Europameister von 2009 wird von Pascua Piqueras trainiert und hatte nach dessen Festnahme beim Verband um ein Gespräch gebeten. "Seine Aussage hat uns dazu bewogen, ihn von der EM-Teilnahme auszuschließen", teilte der RFEA mit.

Keine Straflosigkeit mehr für Betrüger

Eine Gruppe von 65 Leichtathleten veröffentlichte unterdessen eine Erklärung, mit der sie die Ermittlungen der Polizei unterstützt. Dies sei der richtige Weg, um mit Doping im spanischen Sport Schluss zu machen. "Betrüger haben bislang eine Straflosigkeit genossen, die andere Sportler verzweifeln ließ", heißt es in dem Text.

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