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Phil Taylor: Das Phänomen mit den Pfeilen

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Phil Taylor - das Phänomen mit den Pfeilen

19.12.2014, 14:50 Uhr | t-online, sid, t-online.de, sid

Phil Taylor: Das Phänomen mit den Pfeilen. "Einer wie Pele": Darts-Weltmeister Phil Taylor. (Foto: imago)

"Einer wie Pele": Darts-Weltmeister Phil Taylor. (Foto: imago)

Zum Jahreswechsel kommt immer wieder Phil Taylors große Zeit: Wenn im Alexandra Palace im Londoner Norden der Weltmeister des führenden Darts-Verbandes PDC gesucht wird, flippen die Engländer regelmäßig aus. "There is only one Phil Taylor" grölen dann bis zu dreitausend bierselige Fans minutenlang zur Melodie von "Winter Wonderland". Wer dieses Schauspiel in der altehrwürdigen Veranstaltungshalle einmal erlebt hat, und sei es bei einem relativ harmlosen Erstrundenduell, wird es nie mehr vergessen.

Taylor ist der Superstar seines Fachs, der Meister aller Klassen. "The Power", so sein Spitzname, ist 15-maliger Weltmeister, Millionär und auch ein Volksheld. Den jüngsten Beweis für Letzteres lieferte vor wenigen Tagen die Wahl zu Englands Sportler des Jahres 2010: Der 50-jährige Pfeilewerfer landete sensationell auf dem zweiten Rang.

Ein Sportler "wie Pele oder Babe Ruth"

Das fachkundige Publikum im "Ally Pally" weiß Taylor sowieso hinter sich, es liebt seine Präzision und Lässigkeit ebenso wie seine Kämpferqualitäten. Niemand wirft so ausdauernd mit ähnlicher Genauigkeit in die nur 8 Millimeter hohen so genannten Dreifach-Felder wie Taylor. Keiner kommt nach vermeintlich uneinholbaren Rückständen so eindrucksvoll wieder zurück wie Taylor. Seit zwei Jahrzehnten kann ihm die Konkurrenz im Duell an der 2,37 Meter vom Wurfpunkt entfernten Scheibe nur phasenweise das Wasser reichen. "Taylor ist wie Pele oder Babe Ruth, eine Größe des Weltsports", sagt Darts-Experte Sid Waddell und zieht den Vergleich mit den Legenden des Fußballs und Baseballs. Der berühmte TV-Kommentator, der seinerseits in England als "Stimme des Darts" verehrt wird, charakterisiert den 15-maligen Weltmeister auch so: "Taylor würde dir nicht einmal das gönnen, was aus seinen Mundwinkeln tropft, wenn er in ein Bacon-Sandwich beißt."

Vom Klorollen-Monteur zum Darts-Millionär

Das Phänomen Phil Taylor ist kaum zu erklären. Der Mann, der mit 16 noch für 52 britische Pfund pro Woche Klopapier-Halterungen zusammenschraubte, hat sich mit seinen 26 Gramm schweren Unicorn Phase-5-Darts zum Millionär geworfen, ist heute mit Popstar Robbie Williams befreundet und für viele Engländer ein Idol. Selbst Sporthelden wie Steven Gerrard verehren ihn. Fußball-Ikone David Beckham ließ es sich nicht nehmen, Taylor bei der diesjährigen Wahl zum Sportler des Jahres zu gratulieren. Keine schlechte Karriere für einen ehemaligen Schulabbrecher aus dem beschaulichen Stoke-on-Trent. Ende der Achtziger Jahre begann seine außergewöhnliche Karriere, als die Darts-Legende Eric Bristow sein Talent erkannte und ihm mit einer Finanzspritze eine intensive Turniervorbereitung ermöglichte. Der gelehrige Schüler dankte es seinem Förderer auf seine Weise: Bei der WM 1990 gelang dem ungesetzten Außenseiter Taylor überraschend der Sprung ins Finale des damaligen Topverbandes BDO, das er dann sensationell gewann - ausgerechnet gegen seinen Mentor Bristow.

Aus der Kneipenecke ins Rampenlicht

Seitdem hat er 14 weitere WM- und unzählige andere Titel gesammelt und nebenher einiges für die Entwicklung seines Sports getan. So sagte er sich von der BDO los und gründete mit anderen Spielern den Verband PDC, der dem Sport auf der Insel zu einem unglaublichen Höhenflug verholfen hat. Durch den Verkauf der Übertragungsrechte an den TV-Sender "Sky" sind der englische Nationalsport und seine Helden noch viel populärer geworden als sie es ohnehin schon waren - und vor allem viel besser zu vermarkten. Sponsorengelder ermöglichen mittlerweile stolze Gewinnsummen, die Taylor in den Neunzigern und im neuen Jahrtausend zum Großverdiener machten und auch anderen Topspielern ein einträgliches Auskommen beschert. So verdient selbst ein Erstrunden-Verlierer der WM 2010 ein stattliches Handgeld von umgerechnet gut 7000 Euro. Der Titelgewinn ist gut 235.000 Euro wert.

Warten auf den großen Wurf

Auf den Bonus von knapp 12.000 Euro ist der ambitionierte Champion Taylor aber vermutlich besonders scharf: Den gibt es für den so genannten Neun-Darter*, das schnellste Finish im Wettbewerb. In seiner Karriere ist ihm dieses Kunststück schon neun Mal gelungen, unter anderen auch mit dem ersten live im Fernsehen übertragenen perfekten Auftritt. Nur eben in einem WM-Match noch nicht. In dieser Hinsicht ist ihm ausgerechnet sein Freund und großer Konkurrent der letzten Jahre, der Holländer Raymond van Barnefeld, einen Wurf voraus.

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*Neun-Darter: Das perfekte Finish im Spiel 501. Um mit nur neun Pfeilen von der Startpunktzahl am schnellsten auf Null zu kommen, gibt es verschiedene Varianten. Die gebräuchlichste: sieben Darts in Folge in das Feld der dreifachen Zwanzig, den vorletzten Pfeil in die dreifache Neunzehn und den Abschlusspfeil in die doppelte Zwölf.

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