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Ferrari will sich an Vettel rächen

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Ferrari will sich an Vettel rächen

13.01.2011, 08:52 Uhr | sid, sid

Ferrari will sich an Vettel rächen. 2011 soll der WM-Titel her: Ferrari-Teamchef Domenicali setzt voll auf Alonso (Foto: dpa)

2011 soll der WM-Titel her: Ferrari-Teamchef Domenicali setzt voll auf Alonso (Foto: dpa)

Mit Wut im Bauch und einer Neuordnung des Teams will Ferrari Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel vom Thron stoßen. "2011 werden wir wieder die Sieger sein. Wir sind auf Rache aus und wollen beide Titel", sagte Teamchef Stefano Domenicali. Durch mentale Reinigung und neue Qualitätssicherung hofft die Scuderia, das Debakel vom Saisonfinale 2010 in positive Energie umzuwandeln.

"Wir haben versucht, die richtigen Entscheidungen zu treffen, und alle schlechten Dinge aus dem Kopf verbannt", sagte Domenicali: "Wir waren alle niedergeschlagen, doch wer deprimiert ist, gibt den Gegnern einen Vorteil. Wir aber gehen mit viel Enthusiasmus in die neue Saison."

Vom Start weg konkurrenzfähig

Beim Saisonfinale von Abu Dhabi hatten taktische Fehler den Spanier Fernando Alonso im Duell mit Vettel den sicher geglaubten dritten Titel gekostet. "Wir alle müssen psychologisch an uns arbeiten", sagte Domenicali, der kurzzeitige Rücktritts-Gedanken eingestanden hatte: "Aber wir haben schon nach dem schwachen Saisonstart 2010 gezeigt, wie stark wir mental sein können. Und ich bin sicher, dass wir in diesem Jahr vom Start weg konkurrenzfähig sein werden."

"Strategische Behörde" eingeführt

Von Beginn an will Ferrari den Takt vorgeben und dabei nur auf sich selbst schauen. Fast schon symbolisch nahm Domenicali die Namen Vettel und Red Bull kein einziges Mal in den Mund. Da neue Dominanz aber nicht nur durch Psychologie und Glaube zu erreichen ist, hat Ferrari sein Teamgefüge umgebaut und laut Domenicali eine "strategische Behörde" eingeführt. "Wir haben die Meisterschaft verloren, weil wir Fehler gemacht haben. Und es gab Schwierigkeiten in der Mannschaft, die man nicht verstecken kann", sagte der Ferrari-Teamchef, dessen markanteste Maßnahme die Entlassung von Chefingenieur Chris Dyer war. Dafür wurde der frühere Red-Bull-Experte Neil Martin als Chef-Stratege verpflichtet.

Domenicali kennt nur den Geist von Ferrari

Die Vorwürfe von Red-Bull-Berater Helmut Marko, Ferrari versuche, den Geist von Vettels Weltmeister-Team zu stehlen, konterte Domenicali energisch. "Wir müssen niemandem den Geist stehlen. Ich kenne nur den Geist von Ferrari, und der ist eine wunderbare Weltanschauung", sagte der 45-Jährige: "Außerdem war es so, dass wir viele Anfragen bekommen haben von Mitgliedern anderer Teams, ob sie bei uns arbeiten können. Und wir haben versucht, die besten Entscheidungen zu treffen."

Massa angeschlagen

Spannend wird sein, ob bei der Scuderia auch das Fahrerkarussell nach der kommenden Saison wieder in Schwung kommt. Felipe Massa wirkt nach der Teamorder-Affäre von Hockenheim als seitdem klare Nummer zwei schwer angeschlagen und braucht eine überragende Saison, um eine Verlängerung des 2011 auslaufenden Vertrages zu erreichen. Domenicali verweigerte am Mittwoch ein klares Bekenntnis zu dem sensiblen Brasilianer: "Wir können noch nicht sagen, was passiert. Felipe war mit dem vergangenen Jahr selbst nicht glücklich. Wichtig ist, dass er weiter motiviert ist."

Alonso war stocksauer

Dieselbe Einstellung muss auch Alonso an den Tag legen. Der Spanier, dem sein Teamchef eine "überragende zweite Jahreshälfte" bescheinigte, war nach dem Fiasko von Abu Dhabi stocksauer. Schon über den Teamfunk hatte er sich gegen die zum falschen Zeitpunkt erfolgte Aufforderung zum Boxenstopp gewehrt. Alonso wird sich heute erstmals der Presse stellen.

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