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Behindertensport: Die Spiele sind eröffnet

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Die Spiele sind eröffnet

25.01.2011, 10:23 Uhr | t-online.de, t-online.de

Behindertensport: Die Spiele sind eröffnet. Reinhold Bötzel (r.) mit Trainingskameradin Lina Miethke und deren Schulkollege Tim Völkel auf dem Cathedral Square in Christchurch. (Foto: R. Boetzel)

Reinhold Bötzel (r.) mit Trainingskameradin Lina Miethke und deren Schulkollege Tim Völkel auf dem Cathedral Square in Christchurch. (Foto: R. Boetzel)

Der Hochspringer Reinhold Bötzel ist ein erfolgreicher Athlet mit Behinderung. In der Kindheit hat er seinen linken Arm bei einem Unfall verloren. Momentan befindet sich Bötzel mit dem deutschen Leichtathletik-Team bei der Weltmeisterschaft in Christchurch (Neuseeland), bei der er seinen 2009 errungenen Titel verteidigen will. Was der ehemalige Weltrekordler in den Tagen bis zu seinem Start im Hochsprung alles erlebt hat, berichtet er exklusiv bei t-online.de.

Erdbeben hält nicht vom Techniktraining ab

Drei Tage vor der Eröffnungsfeier der Leichtathletik-Weltmeisterschaft, also am 18.01., hatten wir morgens um kurz nach 6 Uhr ein Erdbeben der Stärke 5,1, was uns aus dem Schlaf gerissen hat. Ich versuchte Ruhe zu bewahren und zog mich vorsichtshalber an. Es ist ja immer möglich, das es ein Nachbeben geben könnte. Mein Zimmerkollege ging erst einmal auf die Toilette und danach wieder ins Bett. Ganz nach dem Motto: "Hat ja nur mal kurz gewackelt."

Natürlich war das eben Erlebte beim Frühstück das Gesprächsthema Nummer eins. Lange konnte ich mich nicht darüber auslassen. Nur soviel: Mein erstes Erdbeben war es nicht, dafür aber das Stärkste bis jetzt.
Nach dem Frühstück ging es für mich zum Techniktraining, was insgesamt nicht schlecht war, aber phasenweise zu wünschen übrig lies. Zum Schluss wurde es erfreulicherweise wieder gut. Eine Änderung am Ablauf des Anlaufs ermöglicht es mir jetzt, dass ich zum Absprung mehr Druck machen kann. So komme ich in eine für mich bessere Absprunglage.

Sightseeing mit Trainingskollegin

Am Nachmittag bekam ich eine SMS auf mein Handy von Lina. Sie war bei uns bis August in der Trainingsgruppe und hat sich relativ kurzfristig dazu entschlossen mit ihrem Klassenkameraden Tim ein "Work & Travel" in Neuseeland  zu absolvieren. Leider war es nicht sicher, ob die finanziellen Mittel reichen würden, um uns in Christchurch zu treffen. Freudigerweise hat es aber geklappt. Am 19.01. haben wir uns dann nach meinem Training und der Physiotherapie am Cathedral Square getroffen, was mich unglaublich gefreut hat. Wir haben natürlich über das Beben vom Vortag gesprochen. Auch an diesem Tag war noch eins, was jedoch nicht so stark war. Wir haben uns viel erzählt, und sie hat mir von ihrem Trip durch Neuseeland einige Bilder gezeigt. Natürlich konnte sie mir gute Tipps für meine Reise durch Neuseeland geben. Leider konnten die Beiden nicht länger bleiben, da sie wieder in Richtung Auckland mussten. Dort sollte das erworbene Auto verkauft und noch andere Dinge erledigt werden.

Weiterer Besuch aus der Heimat im Anflug

Schade, aber es kommt ja bald Besuch von einem Freund und seinem Neffen. Er hat eine Wette verloren, die er jetzt einlösen muss. Wir hatten gewettet, dass er, wenn ich für die Weltmeisterschaft nominiert werde, zu meinem Wettkampf kommt. Darauf freue ich mich schon.

Eröffnungsfeier und die Vorbereitungen für meinen ersten Wettkampf

Am Freitag, den 21.01., hatten wir die Eröffnungsfeier, die kurz und knackig war. Die Nationen trafen sich am Worcester Park und wurden in einer Parade zum Cathedral Square geführt. Dort wurden ein paar kurze Reden gehalten. Die Maori, die Ureinwohner Neuseelands, führten einen Zermonientanz für uns auf. Der Weg zum Cathedral Square war mit Menschen gesäumt. Schön wäre es, wenn man das auch von den Wettkämpfen sagen könnte. Leider sind kaum Zuschauer im Stadion, um uns Athleten anzufeuern.
So, nun begann der Ernst meiner Reise. Das Aufstehen wurde dem Wettkampf angepasst. Das bedeutet für mich, dass ich jetzt um 6 Uhr morgens aufstehe, um dann so gegen 10 Uhr mein Training zu beginnen. Alles als Vorbereitung für meinen Hochsprungwettkampf, den ich am 27.01. um 9:20 Uhr haben werde ( in Deutschland am 26.01. um 21:20 Uhr). Im Gegenzug für das frühe Aufstehen habe ich am Nachmittag bis auf meine Physio-Termine frei. Das nützt mir nicht viel, weil man bei dem Wetter nicht gerade raus will. So war ich nicht unterwegs, sondern die meiste Zeit auf meinem Zimmer oder im Stadion und habe den Wettkämpfen beigewohnt.

Weiterer Einsatz in der Staffel

Der erste Wettkampftag war für das deutsche Team richtig gut, dafür hing am zweiten Tag der Haussegen schief. Die erwarteten Medaillen blieben aus und zudem verletzten sich einige Athleten. Aufgrund dessen komme ich zu meinem zweiten Einsatz, der 4x100-Meter-Staffel am 29.01. Darauf bin ich gespannt, aber erstmal habe ich den Hochsprung im Fokus, dann kommt die Staffel.
Am Montag, den 24.01., habe ich meine freie Zeit nach dem Training genutzt und bin bei super Sonnenschein nach Diamand Harbour gefahren. Dort habe ich einen schönen Spaziergang an den dortigen Klippen gemacht. Eine Landschaft, die einfach traumhaft ist.
Am Dienstag steht für mich mein letztes Hochsprung-Training auf dem Plan. Der Mittwoch vor dem Wettkampf habe ich komplett frei. Da heißt es für mich nur noch ausruhen, alles vorbereiten und dann am 27.01. zuschlagen.

Bis dahin, Euer Reinhold Bötzel

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