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FC St. Pauli siegt dank Gerald Asamoah beim HSV

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Hamburger SV - FC St. Pauli  

St. Pauli gewinnt dank Asamoah das Stadt-Derby

16.02.2011, 20:45 Uhr | dpa, dpa

Mit dem ersten Sieg gegen den HSV seit mehr als 33 Jahren hat der FC St. Pauli die Fußballwelt in Hamburg auf den Kopf gestellt und sich Luft im Abstiegskampf verschafft. 60 Minuten lang spielte im brisanten Nord-Derby nur der Hamburger SV, ehe Gerald Asamoah mit seinem sechsten Saisontor (59. Minute) dem Aufsteiger den völlig unerwarteten Siegtreffer zum 1:0 bescherte.

Mit 28 Punkten kletterte St. Pauli als bestes Team der Rückrunde auf Platz elf und hat nach dem frenetisch gefeierten Dreier im 16. Stadt-Derby bereits fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Der Erfolg im Nachholspiel vor 57 .000 Zuschauern in Hamburg war der erste St. Pauli-Sieg gegen den HSV seit dem 3. September 1977 (2:0) - und das trotz anfangs drückender Überlegenheit des großen Lokalrivalen.

Pliquett feiert Bundesliga-Debüt

Schon vor dem Anpfiff gelang dem Underdog die erste Überraschung. Pauli-Trainer Holger Stanislawski schickte Ersatz-Torwart Benedikt Pliquett zwischen die Pfosten und verhalf dem 1,99 Meter großen Keeper ausgerechnet im brisanten Stadt-Derby zu seinem Bundesliga-Debüt. "Er hat es sich verdient. Wir haben vollstes Vertrauen in unsere Leute", erläuterte der Coach seine unerwartete Maßnahme. Im Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund am Samstag werde aber wieder Thomas Kessler im Tor stehen, kündigte Stanislawski vor dem Spiel an.

Da konnte er noch nicht ahnen, dass der frühere HSV-Profi Pliquett in der ersten Hälfte stärkster Mann einer schwachen Gäste-Elf war. Nach einer Viertelstunde rettete der Hamburger Jung reaktionsschnell gegen Heiko Westermann. Weniger vorbildlich zu diesem Zeitpunkt das Verhalten der Pauli-Fans: Nach 25 Minuten brannten einige Zuschauer Rauchbomben ab. Es kam zu Auseinandersetzungen innerhalb des Fanblocks. Dabei war es vor dem Duell, das als Risikopartie eingestuft worden war, nach Polizei-Angaben ruhig geblieben.

HSV erspielt sich ein klares Chancenplus

Auf dem perfekten Rasen, der beim ursprünglichen Termin am 6. Februar nach Dauerregen unter Wasser stand, ging es vom Anpfiff weg dagegen munter zur Sache. Der HSV bestimmte das Tempo und kreierte die Torchancen. Änis Ben-Hatira verzog freistehend aus 16 Metern (42.), bei einem Kopfball von Ruud van Nistelrooy (40.) und einem Distanzschuss von Mladen Petric (44.) war Pliquett zur Stelle.

"Wir müssen früher in die Zweikämpfe gehen und den HSV jetzt von unserem Tor fernhalten", forderte St. Pauli-Sportchef Helmut Schulte zur Pause. Der 2011 noch ungeschlagene Aufsteiger enttäuschte zunächst. Kein Torschuss, keine spielerische Linie - HSV-Torwart Frank Rost erlebte in Hälfte eins einen geruhsamen Abend.

HSV-Möglichkeiten im Minutentakt

Sein Trainer Armin Veh konnte erstmals seit November wieder die gleiche Startelf aufbieten wie im Spiel zuvor (1:0 in Wolfsburg). Und auch nach dem Wechsel erst einmal das gleiche Bild: Im 16. Hamburger Stadt-Derby vergaben im Minutentakt Zé Roberto (49./Außennetz), van Nistelrooy (55./drüber) und Joris Mathijsen (56./Pliquet).

Nach knapp einer Stunde dann das Tor aus dem Nichts: Beim ersten gefährlichen Angriffszug musste Rost zunächst eine verunglückte Flanke von Moritz Volz ins Toraus lenken. Den Eckball von Max Kruse verlängerte Fabian Boll mit der Fußspitze, Asamoah vollendete aus etwa einem Meter Entfernung völlig unerwartet per Kopf zum 0:1. Der eingewechselte Marius Ebbers hätte sogar auf 2:0 erhöhen können (77.), scheiterte aber an Rost. Mit Kampf und Moral rettete der Underdog den Vorsprung über die Zeit.

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