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Formel 1: Vettel auch als Gejagter ganz gelassen

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Vettel auch als Gejagter ganz gelassen

23.03.2011, 10:25 Uhr | t-online, sid, sid, t-online.de

Formel 1: Vettel auch als Gejagter ganz gelassen. Locker und gelöst: Sebastian Vettel auf einer Farm nahe Melbourne (Foto: imago)

Locker und gelöst: Sebastian Vettel auf einer Farm nahe Melbourne (Foto: imago)

Nun gilt es für Sebastian Vettel: Gleich vier ehemalige Weltmeister wollen dem 23-Jährigen den im vergangenen Jahr gewonnenen WM-Titel wieder abjagen. Doch der Deutsche blickt seiner ersten Saison als Champion in der Formel 1 ganz gelassen entgegen. "Ich mache nichts anders als zuvor", sagte der Red-Bull-Fahrer vor dem verspäteten Auftakt am kommenden Wochenende in Melbourne, nachdem der Große Preis von Bahrain wegen der politischen Unruhen auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste.

Dass sich Vettel im vorigen Jahr mit einer grandiosen Aufholjagd ausgerechnet nach dem letzten Saisonrennen die Krone in der Königsklasse aufsetzen konnte, gibt ihm viel Selbstvertrauen - der in der vorigen Woche bis 2014 verlängerte Vertrag bei Red Bull zusätzliche Sicherheit. Das ist wichtig, denn die starken Auftritte bei den Testfahrten machen den 23-jährigen Titelverteidiger gleich wieder zur Messlatte.

"Will den Titel so schnell nicht hergeben"

Doch Vettel bleibt seiner lockeren Art treu und lässt jeglichen Druck von sich abprallen. In Melbourne präsentiert sich der Blondschopf aus Heppenheim gut gelaunt. Er fand sogar Zeit, sich einen Wunsch zu erfüllen und auf einer Farm unter fachlicher Anleitung ein Schaf zu scheren. Bei aller Gelassenheit ist das Ziel aber klar: "Ich bin jetzt Weltmeister und will den Titel so schnell auch nicht mehr hergeben", sagte er.

Danner: "Vettel wird noch stärker sein"

Überhaupt glauben viele, dass Vettel auch dieses Jahr wieder die Konkurrenz rasiert. Sein oberster Chef und Förderer Dietrich Mateschitz traut ihm zu, dass er "noch mehrmals Weltmeister wird", Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat Vettel gefühlt schon fast adoptiert. Für den früheren Formel-1-Piloten und heutigen RTL-Experten Christian Danner wird Vettel nach der beeindruckenden Fahrt zum Titel 2010 in "diesem Jahr noch besser sein, weil ihn das Selbstbewusstsein und die Erfahrung noch stärker machen".

Schumi will seinem Freund das Leben schwer machen

Auch Mercedes-Pilot Michael Schumacher sieht seinen Freund Vettel "als Favorit in die Saison" starten. Was aber nicht heißen soll, dass sich der Rekord-Weltmeister kampflos geschlagen geben will. Im Gegenteil: Im neuen offenbar besser gelungenen Silberpfeil will der 42-Jährige erfolgreicher sein als im ersten Jahr seines Comebacks. "Mit dem Wagen werden wir um vordere Plätze kämpfen können", sagte Schumacher über seinen neuen Dienst-Mercedes.

Alonso schärfster Konkurrent

Neben Schumacher wollen noch drei weitere Ex-Weltmeister Vettel den Titel abjagen. Allen voran Ferrari-Pilot Fernando Alonso, der dem Red-Bull-Piloten den im vorigen Jahr durch Ferrari-Fehler verschenkten Titel abjagen will und nach den Testfahrten auch als aussichtsreichster Konkurrent gilt. Ob die beiden Briten Lewis Hamilton und Jenson Button auch wieder wie im letzten Jahr lange um die WM-Krone kämpfen, ist dagegen noch unklar. Zu viele Probleme hatte ihr McLaren-Team in der Vorbereitung.

Heidfeld will Chance nutzen

Eine Saison mit insgesamt fünf Weltmeistern erlebte die Königsklasse zuletzt 1970 (Jackie Stewart, Jack Brabham, Graham Hill, John Surtees und Denny Hulme), eine Saison mit vier siegfähigen Deutschen dagegen noch nie. Denn neben Schumachers Mercedes-Kollegen Nico Rosberg träumt auch Nick Heidfeld vom ersten großen Erfolg. "Quick Nick" will bei Renault die unerwartete Chance durch den Ausfall von Robert Kubica nutzen.

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Ein Spiel mit vielen Unbekannten

Wie schon 2010 machen Adrian Sutil bei Force India und Timo Glock bei Virgin aus der deutschen Abordnung wieder einen "Six Pack". Neu für alle Fahrer ist die große Ungewissheit. Kaum einer traut sich wegen der neuen, schnell abbauenden Pirelli-Reifen vor dem ersten Grand Prix eine ernsthafte Prognose zu. Selbst Rennen mit vier Boxenstopps werden derzeit nicht ausgeschlossen. Dazu bringen auch die Rückkehr des Energierückgewinnungssystems KERS sowie der auf Knopfdruck abklappbare Heckflügel weitere Unbekannte ins Spiel. Neu im Kalender ist das erste Rennen in Indien. Eines bleibt aber unverändert: Der Fahrer mit den meisten Punkten bekommt am Ende den Wanderpokal des Weltmeisters. Und den möchte Vettel eigentlich gar nicht mehr hergeben.

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