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FC St. Pauli - FC Schalke 04  

Rangnick stichelt ganz entspannt vor Comeback

01.04.2011, 16:30 Uhr | dpa, dpa

Rangnick stichelt ganz entspannt vor Comeback. Ruhig und gelassen wollen die Schalker das Auswärtsspiel am Millerntor angehen, wie beim 3:0-Hinspielsieg. (Foto: imago)

Ruhig und gelassen wollen die Schalker das Auswärtsspiel am Millerntor angehen, wie beim 3:0-Hinspielsieg. (Foto: imago)

Ralf Rangnick kam ausgeschlafen, bestens gelaunt und völlig entspannt zur Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim FC St. Pauli (ab 20.15 Uhr im t-online.de Live Ticker). Der Stress vor einer knallharten Woche war dem alten und neuen Trainer vom FC Schalke 04 nicht ansatzweise anzusehen. Zu legerer Kleidung trug er ein mildes Lächeln im Gesicht, plauderte eloquent daher und beantwortete sämtliche Fragen bis ins kleinste Detail - kein Kamillentee, aber mehr Ruhe, kein Facebook, aber mehr Kommunikation.

Doch mit der neuen Idylle könnte es schnell wieder vorbei sein. Selten in der Bundesliga-Geschichte stand ein Trainer in seinen ersten Amtstagen vor einer ähnlichen Herausforderung: Zunächst Abstiegskampf beim FC St. Pauli, dann Champions League bei Titelverteidiger Inter Mailand, und nächste Woche das Wiedersehen mit seinem Vorgänger Felix Magath, der mittlerweile den VfL Wolfsburg trainiert. Mehr geht nicht.

Wiederkehrende Kritik an Magaths Arbeit

Zunächst, natürlich, gilt alle Aufmerksamkeit St. Pauli und den Details. Alles andere, sagte Rangnick, "spielt keine Rolle". Er leitet nicht sofort den großen Umbruch ein, sondern dreht an den kleinen Stellschrauben, leistet sich aber in schöner Regelmäßigkeit immer wieder kleine Sticheleien gegen Vorgänger Magath. Die will er so aber nicht verstanden wissen. Die Trainingsplätze jedoch seien in sehr schlechtem Zustand, "mit einer Bundesliga-Mannschaft kann man dort nicht trainieren. Und im alten Parkstadion flogen mit jedem Schritt Grasnarben, das sah aus wie beim Kugelstoßen." Mit dem Kleinbus geht es deswegen nun jeden Tag von der Umkleide zum ausfahrbaren Rasen an der Arena-Südtribüne.

Sprachhürden überwinden

Zudem sah Rangnick die Einstellung eines Dolmetschers als notwendig an. Magath hatte bei Schalke mit seiner Transferpolitik ein Sprachgewirr von babylonischen Ausmaßen hinterlassen. Klaus Lammerdinger steht deswegen nun immer am Spielfeldrand und übersetzt die Anweisungen. "Das werden wir so handhaben, bis mich alle verstehen", sagte Rangnick; wieder eine Spitze. Magath hatte stets auf Übersetzungen verzichtet. Dass dies vielleicht nicht die richtige Lösung war, zeigt ein anderes Detail: Der Sprachunterricht wird individualisiert. Hier der Japaner Atsuto Uchida, dort die riesige Fraktion aus Lateinamerika - Raul, Jose Manuel Jurado, Jefferson Farfan und Co.

Neue Chance für die "Ungeliebten"

Auch ansonsten gilt: Es wird sortiert. Spieler auf dem Abstellgleis wie Ciprian Deac und Nicolas Plestan dürfen weiter dabei sein. Ehemals von Magath ausgemusterte Spieler wie Alexander Baumjohann, ein erklärter Liebling Rangnicks, sind wieder erste Wahl. "Ich werde nicht vier, fünf oder sechs Spielern sagen: Packt eure Koffer und geht. Ich schaue mir alle an", sagte Rangnick. Der Mannschaft in acht Tagen eine neue Spielweise zu vermitteln, sei sowieso unmöglich: "Das geht nur mit Geduld und viel Fingerspitzengefühl." Autsch, Herr Magath.

Rangnick entspannt - Stanislawski angespannt

Die zweite Premiere beim FC Schalke wird für Rückkehrer Rangnick selbstverständlich "aufregend und spannend". Während der Hoffnungsträger in seine zweite Amtszeit geht, fürchtet der FC St. Pauli, seinen Erfolgstrainer zu verlieren. Holger Stanislawski verliert kein Wort über seine Zukunft, er könnte für 200.000 Euro zum Saisonende den Kiezklub verlassen. Zunächst jedoch hat er eine Mission zu erfüllen: Den Klassenerhalt. Rangnick wiederum will vom Abstiegskampf zumindest bis zum späten Freitagabend nichts wissen. "Wenn wir nicht gewinnen, müssen wir uns damit beschäftigen", sagte er jedoch. Nach dem Spiel beim FC St. Pauli ist dann aber Kontrastprogramm. Denn er will vor dem Champions-League-Viertelfinale eventuell noch spontan bei Inter Mailand vorbeischauen - ganz entspannt.

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