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Langstreckenschwimmer Crippen hätte nicht sterben müssen

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Schwimmen - Freiwasser-Weltcup  

Mangelhafte Organisation und zu hohe Temperaturen

16.04.2011, 17:21 Uhr | dpa, sid

Langstreckenschwimmer Crippen hätte nicht sterben müssen. Langstreckenschwimmer Francis Crippen starb während eines Wettkampfs in den Vereinigten Arabischen Emiraten. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Langstreckenschwimmer Francis Crippen starb während eines Wettkampfs in den Vereinigten Arabischen Emiraten. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Der Weltschwimmverband FINA hat nun doch seinen Abschlussbericht zum Tod des US-Amerikaners Francis Crippen veröffentlicht. Mangelnde Sicherheitsmaßnahmen sollen die Hauptursachen für das Ertrinken Crippens beim Freiwasser-Weltcup im Oktober in den Vereinigten Arabischen Emiraten gewesen sein. Der 78-seitige Report einer Untersuchungskommission wurde mit 60 Empfehlungen auf der FINA-Homepage veröffentlicht. "Es bedarf einer organisatorischen Verpflichtung, die Sicherheit der Athleten als oberste Priorität zu erachten", heißt es in dem Bericht.

Der Hauptvorwurf lautete: "Die ungenügende Überwachung und mangelnde Sicherheitsmaßnahmen machten es schwierig bis unmöglich, darauf zu reagieren, wenn ein Athlet in Schwierigkeiten während des Rennens kommt."

Nur zwei Jetskifahrer zur Begleitung

Die von dem schwedischen Juristen Gunnar Werner angeführte Untersuchungskommission bemängelte, dass bei 77 Rennteilnehmern über die olympische Zehn-Kilometer-Distanz nur zwei Jetskifahrer im Einsatz waren. Zudem wurde das Rennen kurzfristig von Sharjah nach Fujairah in den Emiraten am Persischen Golf verlegt. Ein weiterer Verstoß gegen FINA-Bestimmungen, die vorschreiben, dass eine Strecke drei Monate zuvor vom Weltverband abgenommen werden muss. "Der Technische Delegierte hat die ihm übertragenen Aufgaben und Pflichten nicht vollständig erfüllt", erhebt die Kommission weitere schwere Vorwürfe.

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Überbelastung bei ungünstigen äußeren Bedingungen

Zu den Umständen, die zu Crippens Tod führten, schreibt die Task Force: "Die Kombination von hoher körperlicher Belastung, hoher Wasser- und Lufttemperatur sowie eine Dehydrierung des Körpers dürften die vermutlichen Gründe sein, dass Crippen mehr und mehr das Bewusstsein verlor und in Ohnmacht fiel. Dies führte letztendlich zu seinem Tod." Die Expertengruppe sprach zudem von "unkontrolliertem Belastungsasthma unter ungünstigen äußeren Wettkampfbedingungen". Auch eine Herzerkrankung, die bei der Obduktion nicht festgestellt wurde, sei "nicht mit aller Wahrscheinlichkeit auszuschließen". Crippen war zwei Stunden nach Ende des Rennens am 23. Oktober 2010 von Rettungstauchern leblos im Wasser treibend an der letzten Boje gefunden worden.

Eine Sicherheitskommission ist unerlässlich

Die Kommission rät der FINA, eine Abteilung zu gründen, die sich mit Sicherheitsfragen bei Freiwasser-Wettkämpfen beschäftigt. "Das Ziel ist, die Risiken auf ein Minimum zu reduzieren", heißt es in den Empfehlungen. Derzeit seien die Sicherheits-Regeln teilweise zu vage formuliert. Unerlässlich sei ein detaillierter Sicherheits- und Notfallplan mit entsprechend ausgebildeten Rettungskräften.

Lurz: "Marathon zur Mittagszeit?"

Daneben soll die Wassertemperatur zwischen 18 und 28 Grad betragen, wie es bereits auch der neunfache Weltmeister Thomas Lurz gefordert hat: "Einen Marathon läuft man ja auch nicht um die Mittagszeit." Das Wasser in Fudschaira sei mit über 30 Grad Celsius extrem warm gewesen: "Viele Schwimmer hatten damit ein ernsthaftes Problem, einige klagten anschließend über Schwindel und Wahrnehmungsstörungen."

Die Task Force widersprach einer entsprechenden Empfehlung der sportmedizinischen Kommission des Weltverbandes, die "16 bis 31 Grad" empfiehlt. Im Rennen, das Crippen zum Verhängnis wurde, soll die Lufttemperatur bei 35 und die im Wasser bei 29 Grad Celsius gelegen haben. Vor allem die Wassertemperatur soll nach Athletenaussagen aber deutlich höher gewesen sein.

Shanghai besser aus dem WM-Kalender streichen

Als Reaktion auf den Bericht forderte Crippens Trainer Dick Shoulberg, die WM-Rennen in Shanghai (16. bis 31. Juli) wegen der dortigen hohen Temperaturen abzusagen.

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