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Christian Danner: "Schumi kann sich Realität nicht verschließen"

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Danner: "Rosbergs Fahrstil sieht einfach runder aus"

09.05.2011, 12:20 Uhr | t-online.de, sid

Christian Danner: "Schumi kann sich Realität nicht verschließen". Laut Christian Danner nicht mehr in der Form der vergangenen Jahre: Michael Schumacher. (Foto: imago)

Laut Christian Danner nicht mehr in der Form der vergangenen Jahre: Michael Schumacher. (Foto: imago)

Michael Schumacher ist nicht mehr der Alte. Mit großer Leidenschaft, aber auch einer Spur Verzweiflung kämpft der Rekord-Weltmeister gegen diese Erkenntnis an und reibt sich dabei auch im zweiten Jahr nach seinem Comeback in der Formel 1 im Mittelfeld auf.

Für Ex-Rennfahrer und RTL-Experte Christian Danner ist es vor allem der interne Vergleich, der an Schumacher nagt. 4:19 gegen Rosberg steht es im Qualifying. "Dass der Kollege schneller ist, ist nicht leicht, aber er kann sich der Realität nicht verschließen," sagt Danner und scheint eine gewisse Verkrampfung beim Mercedes-GP-Piloten erkannt zu haben: "Rosbergs Fahrstil sieht einfach runder aus, weicher, geschmeidiger. Bei Schumacher sieht es härter aus, brutaler, das ist offenbar der Unterschied."

Schumacher fehlt die Sicherheit früherer Tage

Immerhin hat Danner wohlwollend erkannt, dass Schumacher "auch um Platz elf mit viel Herzblut kämpft. Ein bisschen Spaß macht es ihm offenbar noch." Doch bei diesem Kampf fehlt dem Routinier die traumwandlerische Sicherheit früherer Tage.

Schumacher machte sich in der Türkei schon in der zweiten Runde durch eine unnötige Kollision mit Witali Petrow alle Hoffnungen auf ein gutes Resultat zunichte. Der siebenmalige Champion nahm das Missgeschick anschließend auf seine Kappe und versuchte zu retten, was zu retten war. Sebastien Buemi, Kamui Kobayashi oder Jaime Alguersuari hießen plötzlich seine direkten Rivalen. Und drei weitere leichte Kollisionen später überfuhr Schumacher die Ziellinie wieder einmal ohne WM-Punkt - ausgerechnet dort, wo er im Vorjahr als Vierter sein bestes Ergebnis eingefahren hatte.

Haug: "Da ging der Vollblut-Racer in ihm durch"

"Da ging der Vollblut-Racer in ihm durch", beschreibt Mercedes-Sportchef Norbert Haug die Situation gegen Petrow: "Er wollte sich verteidigen, er hat gepusht, vielleicht hat er etwas zu viel gepusht. Das war vielleicht der Instinkt." In jedem Fall wäre es besser gewesen, sich dem eigentlich schon vorbeigezogenen Russen in dieser Situation geschlagen zu geben: "Wenn du verletzbar bist, ist es besser, wenn du einen durchlässt."

Schumacher erklärte, er sei "nicht sehr glücklich, wie mein Wochenende verlaufen ist, dafür bin ich jedoch selbst verantwortlich." Haug verwies auf den erneut guten Start des Superstars, bei dem er Petrow von der schmutzigen Seite aus überholte. Ohne den Crash sei ein gutes Ergebnis möglich gewesen, und "wir werden auch wieder Zeiten erleben, in denen ein Podiumsplatz für ihn drin ist."

"Es tut weh, Schumacher in diesem Zustand zu sehen"

Die italienische Zeitung "Repubblica" unterstellte Schumacher gar eine Irrfahrt und schrieb: "Schumacher wird von allen Seiten überholt und ruiniert der Hälfte der Piloten das Rennen." Der "Corriere dello Sport" zeigte Mitleid: "Es tut weh, Schumacher in diesem Zustand zu sehen. Ein siebenmaliger Weltmeister dürfte sich nicht so blamieren." (Weitere Pressestimmen)

"Vielleicht bin ich nicht mehr ganz so gut wie mit 25", sagte Schumacher kürzlich in einem "Bunte"-Interview und legte unter der Woche in der "Gazzetta dello Sport" noch einmal nach. Wahrscheinlich sei er auch nicht mehr so stark wie 2002, erklärte er. Damals war er zumindest schon 33. Die Ergebnisse sind für Schumacher deshalb so frustrierend, weil sie nicht nur auf das Potenzial des Autos zurückzuführen sind. Teamkollege Nico Rosberg, in Istanbul wieder Fünfter, zeigt nämlich, was mit dem Silberpfeil möglich ist.

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