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Teuber siegt vor Sportschiedsgericht

18.05.2011, 09:57 Uhr | t-online.de, t-online.de

Teuber siegt vor Sportschiedsgericht. Michael Teuber bei den Paralympischen Spielen 2008. (Foto: imago)

Michael Teuber bei den Paralympischen Spielen 2008. (Foto: imago)

Zwei Monate ist es her, dass der dreimalige Paralympicssieger Michael Teuber bei der UCI-Bahn-Weltmeisterschaft um die erfolgreiche Titelverteidigung gebracht wurde. Mit einer Begründung, die weder für ihn noch für die deutschen Verbände BDR (Bund Deutscher Radfahrer) und DBS (Deutscher Behinderten Sportverband) nachvollziehbar waren, wurde Teuber überraschend aus seiner Wettkampfklasse C1 herausklassifiziert. Nun fiel vor dem Sportgericht des IPC (Internationales Paralympisches Kommittee) eine Entscheidung zugunsten des deutschen Athleten.

Der inkomplett querschnittgelähmte Radrennfahrer hatte sich viel für die Titelkämpfe in Montichiari (Italien) im März vorgenommen, bis ihm durch einen überraschenden Protest des Schweizer Chefklassifizierers Jan Esser und die daraus resultierende Umklassifizierung alle Chancen genommen wurden. Das wollten die deutschen Funktionäre so nicht hinnehmen. BDR-Paracycling-Koordinator Heinz Kleeb rügte umgehend zahlreiche Formfehler sowie das Fehlen der für einen solchen Protest nötigen "außerordentlichen Umstände". Er brachte den Fall vor das für Klassifizierungsfragen zuständige Sportschiedsgericht BAC (Board of Appeal of Classification) des IPC.

Fehlende Fakten und heftige Kritik

Nachdem die Parteien ihre Statements zum Fall sowie Zeugenaussagen schriftlich beim BAC eingereicht hatten, kam es zu einer fast zweistündigen Anhörung mit den drei Mitgliedern des Schiedsgerichts, zwei Vertretern des Weltradsportverbandes UCI mit dem Präsidenten der Paracycling-Kommission, Louis Barbeau, sowie Teuber mit Anwalt Kleeb und zwei weiteren Vertretern. Teubers Seite bemängelte, dass nicht medizinische Fakten, sondern informelle Gespräche Barbeaus mit konkurrierenden Nationen und Klassifizierern sowie eine darauf folgende Unterredung mit Esser der Grund für den Protest waren, was durch deren Aussagen bestätigt wurde.

Der betroffene Teuber bezeichnete dieses Handeln als unethisch und intrigant. Laut Regelwerk müssten für einen Protest signifikante Veränderungen in den funktionalen Fähigkeiten des Athleten bewiesen werden, so Anwalt Heinz Kleeb. Das sei bei Teuber jedoch nicht der Fall. 24 Jahre nach seiner Querschnittlähmung lägen keinerlei Veränderungen seiner Fähigkeiten vor.

Gericht bestätigt: Umklassifizierung nicht regelkonform

In den Abschlussplädoyers bezeichneten die Vertreter der UCI die offensichtlich aufgetretenen Formfehler als nicht gravierend oder nicht relevant für die Klassifizierungsentscheidung. Der Kanadier Barbeau begründete "größere Fähigkeiten" bei Teuber und damit außerordentliche Umstände mit dessen herausragenden Leistungen bei Wettkämpfen und bezeichnete das überraschende Handeln der beteiligten Repräsentanten der UCI als legitim.

Das Gremium um den Vorsitzenden des BAC und Präsident des IPC-Ausschusses für Recht und Ethik, Alan Dickson, stellte fest, dass es keine ausreichende Begründung für den außerordentlichen Protest Essers gegen Teubers Klassifizierung gab und dass die Umklassifizierung deshalb nicht regelkonform ist. Im Urteil wurde betont, dass nachhaltiger Erfolg eines Athleten allein einen Protest nicht begründen kann. Die Umklassifizierung wurde aus diesen Gründen aufgehoben und Michael Teuber wieder in seine ursprüngliche Wettkampfklasse C1 versetzt.

Jetzt volle Konzentration auf den Sport

Michael Teuber zeigte sich in einem Statement auf seiner Homepage mit der Entscheidung zufrieden: "Ich bin sehr erleichtert und freue mich über das gerechte Urteil. Aber die Bahn-WM ist vorbei, meine Titelverteidigung ist geplatzt, dem Deutschen Team sind Qualifikationspunkte für London 2012 verloren gegangen und wir waren zwei Monate mit dem Thema belastet. Jetzt hoffe ich, dass es keine weiteren Störfeuer mehr gibt und ich mich wieder voll auf den Sport konzentrieren kann."

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