Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

Bahrain-Rennen: Politiker fordern Boykott

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

"…dann kommt es zur Katastrophe"

07.06.2011, 07:17 Uhr | sid, dpa, t-online.de, Motorsport-Total.com

Bahrain-Rennen: Politiker fordern Boykott. Die Kritik am Rennen in Bahrain wird lauter. (Foto: imago)

Die Kritik am Rennen in Bahrain wird lauter. (Foto: imago)

Hat sich der Automobil-Weltverband FIA mit seiner Entscheidung, den Grand Prix von Bahrain am 30. Oktober nachzuholen, ein Eigentor geschossen? Nachdem bereits aus dem Formel-1-Lager heftige Kritik laut geworden ist, fordern nun auch hochrangige europäische Politiker einen Boykott des Rennens.

"Es darf keine Situation geben, in der die Politik den Sport überholt", warnt der britische Sportminister Hugh Robertson im "Telegraph" und befürchtet, dass der Renntag mit seiner weltweiten TV-Übertragung für politische Zwecke missbraucht werden könnte: "Wenn das passiert, dann kommt es zur Katastrophe. Man kann verstehen, warum oppositionelle Gruppen wollen, dass das Rennen stattfindet, wenn sie Proteste planen. Das ist eine Gefahr."

Droht ein "Tag des Zorns"?

In der internationalen Presse wird schon über einen "Tag des Zorns" spekuliert. Demnach könnte die Opposition die Bühne der Formel 1 nutzen, um der Welt zu zeigen, wie sie vom sunnitischen Regime unterdrückt wird. Zuletzt hatte sich große Verwunderung darüber breitgemacht, dass die Oppositionspartei Al Wefaq vor der FIA-Entscheidung für einen Nachholtermin des Grand Prix plädierte.

"Können in Bahrain nicht zum Alltag übergehen"

Der liberale Europaparlamentarier und ehemalige belgische Premierminister Guy Verhofstadt fordert ebenfalls einen Bahrain-Boykott. "Zu erlauben, dass der Bahrain-Grand-Prix stattfindet, obwohl das Regime die friedlichen Proteste brutal niedergeschlagen hat, sendet die falsche Botschaft an diejenigen, die bereit sind, im Arabischen Frühling aufzustehen und ihr Leben für Demokratie und Menschenrechte zu riskieren. Wir können in Bahrain nicht zum Alltag übergehen. Ich fordere die Teams dazu auf, das Rennen zu boykottieren." Zuletzt hatten Red-Bull-Pilot Mark Webber und der ehemalige FIA-Boss Max Mosley den Nachholtermin heftig kritisiert.

Auch Ecclestone will nicht mehr in Bahrain fahren

Wegen der wachsenden Kritik an der Neuansetzung des Bahrain-Rennens macht nun auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone eine rasante Kehrtwende. "Am besten schieben wir Bahrain auf das Ende der Saison und, wenn es sicher und in Ordnung ist, dann gehen wir hin. Wenn nicht, dann gehen wir nicht und es gibt keine Probleme", sagte der Brite. Ecclestone habe bereits in einem Brief die Teams zum Protest gegen den Weltverbands-Beschluss aufgefordert und ein erneutes Votum ins Spiel gebracht, berichtete der "Daily Telegraph".

Todt will noch abwarten

FIA-Chef Jean Todt kündigte derweil eine weitere Prüfung der Lage im Golfstaat an. "Wenn wir klare Beweise haben, dass die Situation dort gefährlich ist, werden wir das natürlich in unsere Überlegungen einbeziehen", sagte der Franzose der BBC. Todt verteidigte allerdings die Entscheidung des Internationalen Automobilverbands FIA. Ein Gesandter habe zuvor die Lage in Bahrain erkundet. "Er fand eine stabile und ruhige Situation vor, deshalb waren wir alle einverstanden", erklärte er. Der Beschluss "spiegelt den Geist der Versöhnung in Bahrain wider", betonte Todt.

Übergriffe gehen offenbar weiter

Unterdessen sickerten weitere Berichte von gewalttätigen Übergriffen auf die Bevölkerung durch. Obwohl der Ausnahmezustand seit 1. Juni beendet ist, soll während eines religiösen Festes eine Demonstration erneut niedergeschlagen worden sein. Die Nachrichtenagentur "Reuters" berichtet unter Berufung auf Augenzeugen, dass die Polizisten dabei unter anderem Tränengas und Gummigeschosse eingesetzt haben.

Nächstes Jahr doch nur 20 Rennen

Die Weltmeisterschaft 2012 soll nun doch nur 20 statt der ursprünglich geplanten 21 Rennen umfassen. Jean Todt präzisierte den in der vergangenen Woche veröffentlichten Kalender für nächstes Jahr. "Wir haben zwar 21 Termine, aber es wird nur 20 Rennen geben", sagte der Franzose der spanischen Zeitung "Diario Sport". Ein zusätzliches Rennen werde es definitiv nicht geben.

Istanbul-GP steht auf der Kippe

Nach der Neuaufnahme des Großen Preises der USA in Austin waren alle Beteiligten von einer weiteren Aufstockung des Rennkalenders ausgegangen. Welches Rennen letztendlich gestrichen wird, steht nach Todts Aussagen noch nicht fest: "Wir wissen es noch nicht, aber es wird eine WM mit 20 Läufen." Zuletzt wurde Istanbul immer wieder als Streichkandidat gehandelt. Zwar ist der Kurs bei den Fahrern sehr beliebt, doch in den vergangenen Jahren rief das Rennen ein äußerst geringes Zuschauerinteresse hervor.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Was dieser Arzt gleich macht ist einfach unglaublich

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal