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Bahrain-Rennen: Teams drohen mit Boykott

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F1-Teams wollen Bahrain-Absage

08.06.2011, 08:42 Uhr | dpa, t-online.de

Bahrain-Rennen: Teams drohen mit Boykott. F1-Weltmeister Sebastian Vettel wird in Manama wohl nicht starten. (Foto: imago))

F1-Weltmeister Sebastian Vettel wird in Manama wohl nicht starten. (Foto: imago)

Ob Sebastian Vettel in dieser Saison beim Grand Prix von Bahrain an den Start geht? Die zwölf in der FOTA organisierten Rennställe sprachen sich jetzt in einem Brief an den Internationalen Automobilverband FIA gegen gegen die Neuansetzung des umstrittenen Rennens in Bahrain aus, drohen mit Boykott.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone will das umstrittene Bahrain-Rennen verlegen oder ganz absagen. "Am besten schieben wir Bahrain auf das Ende der Saison und, wenn es sicher und in Ordnung ist, dann gehen wir hin. Wenn nicht, dann gehen wir nicht, und es gibt keine Probleme", sagte Ecclestone.

Ecclestone fordert zum Protest auf

Zuvor hatte Ecclestone die Teams per Schreiben zum Protest gegen den Weltrats-Beschluss aufgefordert. "Wir können das Datum 30. Oktober ändern, wenn nötig mit einer Fax-Abstimmung. Das ist sehr schnell möglich", erklärte der 80-Jährige. Die Teams seien für Gespräche über eine spätere Ansetzung des Grand Prix in diesem Jahr offen, hieß es angeblich in dem auch an das Formel-1-Management FOM und die Streckenbetreiber in Bahrain adressierten FOTA-Brief.

Erst am Freitag hatte der Motorsport-Weltrat, in dem auch Ecclestone sitzt, einen Nachholtermin für das wegen blutiger Unruhen im Golfstaat im Februar abgesagte Rennen abgesegnet und die Indien-Premiere dafür in den Dezember verlegt. Danach hagelte es Kritik.

Mosley: "Ich wäre sehr überrascht, wenn das Rennen stattfindet"

Ex-Weltverbandschef Max Mosley warf den Funktionären moralisches Versagen vor und erwartet eine erneute Absage. "Ich wäre sehr überrascht, wenn das Rennen stattfindet. Ich denke nicht, dass es dazu kommt", sagte Mosley dem BBC-Radio. Ohnehin müssten die Teams einer Kalender-Änderung schriftlich zustimmen. "Ich glaube nicht, dass das passiert", sagte der Brite.

Auch prominente Fahrer wie Sebastian Vettels Red-Bull-Teamkollege Mark Webber und Grand-Prix-Rekordstarter Rubens Barrichello äußerten schwere Bedenken. Der britische Sportminister Hugh Robertson warnte die Formel 1 vor einem "Desaster".

Jean Todt kündigt weitere Prüfung an

Zudem berichteten Menschenrechtler von neuen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten im Königreich. Mosleys Nachfolger Jean Todt kündigte eine weitere Prüfung der Lage im Golfstaat an. "Wenn wir klare Beweise haben, dass die Situation dort gefährlich ist, werden wir das natürlich in unsere Überlegungen einbeziehen", sagte der Franzose der britischen BBC.

Todt verteidigte allerdings die Entscheidung des Internationalen Automobilverbandes FIA. Ein Gesandter habe zuvor die Lage in Bahrain erkundet. "Er fand eine stabile und ruhige Situation vor, deshalb waren wir alle einverstanden", erklärte Todt. Der Beschluss "spiegelt den Geist der Versöhnung in Bahrain wider", betonte er.


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