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Formel 1: 17 Rennstrecken drohen mit Boykott der Königsklasse

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Rennstrecken drohen mit Formel-1-Boykott

26.06.2011, 11:01 Uhr | Motorsport-Total.com

Formel 1: 17 Rennstrecken drohen mit Boykott der Königsklasse. Steht die Formel 1 bald ohne Rennstrecken da? (Foto: xpb.cc) (Quelle: xpb)

Steht die Formel 1 bald ohne Rennstrecken da? (Foto: xpb.cc) (Quelle: xpb)

Die Zukunft der Formel 1 hängt im Moment an einer am Montag fallenden, entscheidenden Abstimmung über die Einführung neuer Motoren im Jahr 2014. Sollten die vorgeschlagenen neuen Regeln abgesegnet werden, drohen 17 Formel-1-Strecken, darunter Monaco und Silverstone, damit, den Sport zu verlassen und stattdessen zum amerikanischen Rivalen IndyCar zu wechseln.

Die Veränderungen beinhalten eine Reduktion der Drehzahl um 33 Prozent auf 12.000 Umdrehungen pro Minute, womit man die Motoren umweltfreundlicher gestalten möchte. Ron Walker, der Vertreter der Rennstrecken, ist der Meinung, "dass dies unsere Kundenbasis ruinieren würde", da die Formel 1 nicht mehr länger der Gipfel des Motorsports wäre.

Strecken fordern mindestens 18.000 Umdrehungen

Die Attraktivität der Formel 1 für die Zuschauer ist für die Strecken entscheidend, denn ihre Haupteinnahmequelle aus dem Sport stammt aus dem Verkauf der Tickets. Nach Angaben des Fachmagazins "Formula Money" betrugen diese im vergangenen Jahr durchschnittlich 24,6 Millionen Dollar (17,3 Millionen Euro) je Strecke. Die Einnahmen aus den TV-Rechten der Formel 1, der Hospitality und dem Sponsoring fließen direkt zu Delta Topco, dem Inhaber der kommerziellen Rechte des Sports, welche wiederum mehrheitlich im Besitz der Private-Equity-Gesellschaft CVC ist.

Walker, der Vorsitzende des Großen Preis von Australien, erklärt, dass die neuen Motoren mindestens 18.000 Umdrehungen pro Minute leisten müssen und ihr Sound jenen der aktuellen Motoren entsprechen müsse, ansonsten "wird die Mehrheit der Strecken einen Vertrag mit Indy unterzeichnen. Indy würde ihre rechte Hand reichen, um in all diese Länder zu kommen".

Klang "so schlecht wie eine scheppernde Konservendose"

"Wir würden die IndyCar starten lassen, weil es sehr schwierig ist, aus einem Abstand von rund 100 Metern einen IndyCar von einem Formel 1 zu unterscheiden, und die Zuschauer würden das immer noch lieben." Er könne "zu 100 Prozent versichern, dass wir keine Formel-1-Autos einsetzen würden".

Der Australier führte weiter an, dass die Strecken eine Untersuchung durchgeführt haben, welche zeigt, dass der Klang der kleineren Motoren "so schlecht wäre, wie eine scheppernde Konservendose, und dass dies nicht das ist, was man mit dem Inhaber der kommerziellen Rechte schriftlich vereinbart hat".

Formel 1 soll Gipfel des Motorsports bleiben

Dies könnte es den Strecken erlauben, ihre Formel-1-Verträge zu brechen. Um dies jedoch zu verhindern, hat Walker alle Mitglieder der Formel-1-Kommission angeschrieben, um zu fordern, dass das neue Motorenreglement "sicherstellen muss, dass die Formel 1 im Hinblick auf die Hochtechnik und ihrem Reiz der Gipfel des Motorsports bleiben muss".

Die Formel-1-Teams scheinen sich jedoch auf die Veränderungen geeinigt zu haben. Am Freitag erklärte Mercedes-Teamchef Ross Brawn, dass "alle Automobilhersteller, welche im Moment in der Formel 1 Motoren bereitstellen, eine Vereinbarung unterzeichnet haben, wonach man diesen Motor in Zukunft unterstützen wird". Dies könnte die Strecken aus dem Formel-1-Kalender zwingen.

Lautsprecher im Heck eines Hybrid-Boliden?

Nach Aussage von Walker unterstützte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone die Ansichten der Strecken vollständig. Zuvor hatte er gesagt, dass die neue Formel mit kleineren Motoren "nicht die Formel 1 ist. Das klingt alles andere als nach der Formel 1". Er erklärte, dass der Sound der Formel 1 für die Sponsoren besonders wichtig ist, und dass dies für viele Leute jener Teil ihres Besuchs eines Formel-1 Rennens ist, an das sie sich besonders gut erinnern.

Walker warnt, dass der Wechsel der Motoren lediglich der Anfang ist: "Jean Todt (Präsident der FIA, d.Red.) hat mir in Australien gesagt, dass die nächste Sache ist, dass sie einen Hybrid-Motor haben werden. Und ich fragte 'Was ist mit dem Klang?', worauf er erwiderte, dass sie einen Lautsprecher in das Heck der Autos einbauen werden. Großer Gott!"

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