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Formel 1: FIA testet Kampfjet-Cockpithauben für Formel-1-Boliden

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Wird der Formel-1-Bolide zum F16-Kampfjet?

15.07.2011, 08:42 Uhr | t-online.de, Motorsport-Total.com

Formel 1: FIA testet Kampfjet-Cockpithauben für Formel-1-Boliden. Felipe Massa nach seinem Unfall in Ungarn 2009 (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Felipe Massa nach seinem Unfall in Ungarn 2009 (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die Bilder haben alle Formel-1-Fans noch vor Augen: Eine 800 Gramm schwere Feder trifft Felipe Massa beim Großen Preis von Ungarn 2009 bei Tempo 220 am Helm. Der Brasilianer verliert das Bewusstsein und kracht nach einem Ritt durchs Kiesbett in einen Reifenstapel. Dass Massa diesen Unfall überlebte, hatte er nicht zuletzt seinem Helm zu verdanken.

Doch Unfälle wie dieser sind keine Seltenheit im Motorsport. Immer wieder sorgen herumfliegende Teile für folgenschwere Crashs. Der Motorsport-Weltverband FIA ist fieberhaft auf der Suche nach einer Lösung - und könnte dieser nun einen Schritt näher gekommen sein.

Beschuss mit 20 Kilogramm schwerem Rad

Die Verantwortlichen des FIA-Instituts führten einige Versuche mit diversen Schutzsystemen durch, darunter eine Cockpithaube eines F16-Kampfjets. Diese, sowie eine halbhohe Schutzscheibe aus Polykarbonat, wurden mit einem 20 Kilogramm schweren Rad beschossen. Dieses Rad prallte mit einer Geschwindigkeit von 225 km/h auf die fix montierten Testträger und lieferte den Forschern einige sehr interessante Erkenntnisse.

Die 30 Millimeter dicke und dreilagige Schutzscheibe aus Polykarbonat schnitt nur bedingt erfolgreich ab. Die Scheibe brach beim Aufprall des Rades, lenkte den Gegenstand jedoch vom Cockpitbereich weg. Für ein klareres Ergebnis sorgte Versuch zwei. Die Kampfjet-Cockpithaube widerstand dem Radaufprall ohne erkennbaren Schaden.

Unterschiedliche Meinungen zur Haubenlösung

Ob und wann solche Lösungen in der Formel 1 eingesetzt werden, darüber lässt sich nur spekulieren. Vitantonio Liuzzi (Force India) ist jedenfalls nicht davon überzeugt, dass dies der richtige Weg ist. "Im Hinblick auf die Sicherheit wäre das eine sehr gute Sache, doch es würde das Gesicht der Formel 1 vollkommen verändern", wird der italienische Rennfahrer von "Autosport" zitiert. "Ich habe gewisse Schwierigkeiten damit, mir ein Formel-1-Auto vorzustellen, das wie ein F16-Kampfjet aussieht. Die Sicherheit ist zwar wichtig, doch die Formel 1 muss die Formel 1 bleiben."

Die reine Optik ist für James Key, Technischer Direktor bei Sauber, allerdings nur Nebensache. Der Brite sieht aber ein ganz anderes Problem: "Sicherheitstechnisch würde es einige Vorteile mit sich bringen, denn der Fahrer wäre geschützt. Was passiert aber, wenn du den Piloten bergen musst? Das ist eine knifflige Frage."

Zwei Vorfälle als Auslöser der Diskussion

Für die Bemühungen der FIA an sich fand Key lobende Worte. "Der Automobil-Weltverband leistet gute Arbeit darin, weitere Sicherheitsmaßnahmen zu ermutigen und es lohnt sich, solche Dinge anzuschauen. Man muss sich allerdings auch über die Kompromisse im Klaren sein, die eine solche Konstruktion mit sich bringen würde. Vielleicht wäre so gesehen die halbgeschlossene Variante die bessere Lösung."

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Dies würde auch der Technische Direktor von Williams, Sam Michael, unterschreiben. Der Australier erklärt die Hintergründe der FIA-Versuche und erinnerte an die jüngsten Unfälle, welche die Diskussion um die Sicherheit der Fahrer im Cockpit erneut angefacht haben: "Wir versuchen, die Probleme zu lösen, die durch den Unfall von Felipe Massa und den Ereignissen von Abu Dhabi offenbar wurden."

Schumacher wird beinahe am Kopf getroffen

Beim Saisonfinale 2010 in Abu Dhabi kam Michael Schumacher mit dem Schrecken davon. Der Rekordweltmeister hatte sich im Gewühl der Startrunde gedreht und Liuzzi konnte dem Silberpfeil nicht rechtzeitig ausweichen. Der Force India des Italieners knallte auf den Mercedes und landete auf dem Überrollbügel von Schumachers Auto. Schumacher wäre beinahe am Kopf getroffen worden. Ausgehend davon sah die FIA im Cockpitbereich Handlungsbedarf.

Ob die jüngsten Versuche in dieser Sache zielführend sind, wusste Michael nicht zu sagen. "Die Formel 1 ist eine Rennserie mit offenen Cockpits, also wollen wir keine geschlossenen Cockpits. Wichtig ist aber, dass wir uns mit den Vor- und Nachteilen dieser Angelegenheit beschäftigt haben, sollte in der Zukunft ein weiterer Unfall passieren", hielt der Technikchef des Williams-Teams abschließend fest.

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