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Großer Preis von Ungarn: Zwischenzeugnisse für die deutschen Piloten

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Sommerpause: Note 5 für Heidfeld - Vettels Dominanz ist dahin

01.08.2011, 06:56 Uhr | t-online.de

Großer Preis von Ungarn: Zwischenzeugnisse für die deutschen Piloten. Nick Heidfeld flüchtet mit einem ordentlichen Satz aus seinem brennenden Boliden. (Foto: dpa)

Nick Heidfeld flüchtet mit einem ordentlichen Satz aus seinem brennenden Boliden. (Foto: dpa)

Vom Hungaroring berichtet Elmar Brümmer

Ferien, endlich Ferien! Sebastian Vettel sehnt die Sonne herbei, nachdem das dritte Rennen in Folge für ihn ins Wasser gefallen ist. Platz zwei in Ungarn war die bestmögliche Schadensbegrenzung, der Formel-1-Spitzenreiter aus Heppenheim hat sogar seinen Vorsprung in der WM vergrößern können, weil mit Jenson Button derjenige in Budapest gewonnen hat, der am weitesten von ihm entfernt liegt. Für Routinier Nick Heidfeld liefen die ersten zwölf Rennen dieser Saison alles andere als zufriedenstellend. Seine Formel-1-Karriere könnte bald ein jähes Ende finden.

Vettel und Red Bull müssen ganz besonders aufpassen, wenn die Saison am letzten August-Sonntag in Belgien in die entscheidende Phase geht. Auch für die restlichen deutschen Piloten war der elfte Saison-Lauf eher ernüchternd. Zeit für die Zwischenzeugnisse.

Nick Heidfeld, Note: FÜNF

Er hat einfach kein Glück, und dann kommt auch noch das Pech eines lichterloh brennenden Renault dazu. Als Ersatzmann für Robert Kubica eingesprungen, galt der zweitälteste deutsche Formel-1-Pilot zwischenzeitlich sogar als Geheimfavorit. Doch so schnell sich der Auspufftrick der Franzosen abnutzte, so schnell ging es auch mit Heidfeld abwärts. Teamchef Boullier macht ihm wenig Mut, eher versteckte Vorwürfe. Von einem Routiner erwartet nicht nur er mehr. Was nützt es dem Deutschen, dass Kollege Petrow kaum besser dasteht? Der Russe hat Geldgeber im Hintergrund. Heidfeld hat als Alternativen nur den Wechsel in die DTM, dort aber immerhin die Wahl – Mercedes oder BMW. Versetzung ernsthaft gefährdet.

Sebastian Vettel, Note: EINS MINUS

Können Rennwagen Schnupfen bekommen? Oder hat der RB 7 sogar eine Sommergrippe? Jedenfalls ist die Dominanz von Sebastian Vettels Dienstwagen erst einmal dahin. Immer dann, wenn es für die Jahreszeit zu kühl ist. Und offenbar wirken diese Unpässlichkeiten ansteckend. Dem Team unterlaufen taktische Fehler, wie die zu späten Reifenwechsel in Ungarn, der Heppenheimer selbst dreht sich ab und zu mal. Aber er ist fahrerisch so stark und taktisch so gut unterwegs, dass er auch aus schwierigen Situationen noch das meiste herausholt. "Die anderen sind stärker geworden, wir dürfen nicht nachlassen", fordert er von seiner Mannschaft. Und von sich sagt er: "Ich fahre nicht, um nur Punkte zu sammeln. Ich will Siege."

Nico Rosberg, Note: DREI

Hundert Formel-1-Rennen und immer noch kein Sieg. Im zweiten Jahr bei Mercedes ist Nico Rosberg, in Ungarn als Neunter zweitbester Deutscher, genauso weit weg vom ersehnten obersten Treppchen wie in seinen Lehrjahren bei Williams. Das liegt nicht an ihm, sondern mehr am lahmenden Silberpfeil. Immerhin hat er sich auch in der zweiten Saison gegen Michael Schumacher emanzipiert, nach seinem zehnten Erfolg im internen Qualifikationsduell steht fest, dass ihm der Sieg in dieser Prestigewertung schon nicht mehr zu nehmen ist. Aber was Rosberg vielmehr sucht, ist eine Perspektive. Deshalb sind seine Gedanken längst im Jahr 2012.

Michael Schumacher, Note: VIER plus

Dritter Ausfall in dieser Saison, und nicht der spektakuläre Dreher war schuld, sondern ein Getriebedefekt. So läuft es im zweiten Comeback-Anlauf schon das ganze Jahr. Der Rekord-Weltmeister fährt sich im Mittelfeld die Fahrzeugschnauze ab, und ruiniert sich dabei auch das Image. Aber das ist ihm herzlich egal. Schumi fährt ums Große und Ganze, er will Mercedes GP siegfähig machen, und damit sein Ferrari-Kunststück wiederholen. Es ist nur viel schwerer als gedacht, weil die Stuttgarter bislang einen Sparkurs gefahren haben. Jetzt aber soll das Personal aufgestockt werden, um den dritten – und vorläufig letzten – Anlauf an die Spitze zu schaffen. Schumacher selbst wirkt keineswegs müde, im Gegenteil.

Timo Glock, Note: VIER minus

Irgendwann müsste der Mann eigentlich mal müde werden. Er kämpft und kämpft und kämpft, und mit viel Glück steht am Ende des Rennes keine 2 vor seiner Platzierung. Virgin Racing ist das Schlusslicht der Konstrukteurs-Wertung. Und trotzdem hat der Odenwälder gerade seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert. Er sieht eine Perspektive, und die liegt einerseits im finanziellen Engagement von Marussia begründet, vor allem aber in der Person von Pat Symonds, dem ehemaligen Benetton-Renault-Strategen, dessen Sperre abgelaufen ist. Allein das Durchhaltevermögen Glocks ist bewundernswert. Beim Sommerloch-Grand-Prix war es immerhin Platz 17. Das klingt besser als es ist, denn der Rückstand auf Sieger Button betrug vier Runden.

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Rosberg-Blog: "Neunter Platz ist doof"

Der Mercedes-Pilot über die Reifentaktik in Ungarn. Video

Adrian Sutil, Note: VIER minus

Das Mitläufertum wollte Adrian Sutil in dieser Saison, schon seiner fünften, endgültig beenden. In der Tat produziert er nicht mehr so viel Kleinholz, und der Force India scheint zur Saisonmitte auch die technische Wende zu schaffen. Der Gräfelfinger aber hängt mental noch hinterher. In Budapest ruinierte er seine Chancen vom achten Startplatz aus gleich zu Beginn des Rennens, am Ende taumelte er auf Rang 14 ins Ziel. Schlimmer noch: Force-India-Boss Mallya will über die Verträge erst zum Saisonschluss sprechen. Sutil ist gleich mehrfach in Bedrängnis. Kollege Paul di Resta, der Neuling, macht immer häufiger eine bessere Figur, wurde in Ungarn Siebter. Der deutsche Ersatzfahrer Nico Hülkenberg drängt ebenfalls auf ein Stammcockpit. Und Sutil selbst muss auch wegen der Strafanzeige wegen Handgreiflichkeiten in einer Shanghaier Disco um seinen Job zittern.

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