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Die Ullrich-Fuentes-Doping-Affäre wird erneut verhandelt

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Doping - Radsport  

Ullrich droht nach wie vor lebenslange Sperre

19.08.2011, 16:09 Uhr | sid

Die Ullrich-Fuentes-Doping-Affäre wird erneut verhandelt. Jan Ullrich (li.) hatte reichlich Beutel seines Blutes bei Doping-Arzt Eufemiano Fuentes gelagert. (Montage und Fotos: dpa) (Quelle: dpa)

Jan Ullrich (li.) hatte reichlich Beutel seines Blutes bei Doping-Arzt Eufemiano Fuentes gelagert. (Montage und Fotos: dpa) (Quelle: dpa)

Jan Ullrich war ungefähr ein Jahrzehnt lang die Gallionsfigur des deutschen Radsports. Der Vorwurf, diese Ausnahmeposition habe nicht allein auf Talent beruht, steht noch immer im Raum. Wegen des Verdachts, systematisch gedopt zu haben, droht dem 37-Jährigen auch über vier Jahre nach dem Ende seiner Profi-Karriere eine lebenslange Sperre. Vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS wird ab dem 22. August ein Einspruch des Radsport-Weltverbandes UCI verhandelt. Hintergrund ist Ullrichs Verwicklung in die Affäre um den mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes.

Einen Tag vor dem Start der Tour de France 2006 war das illegale Wirken Fuentes' aufgedeckt worden. Seine Aufarbeitung abzuschließen, dauert bereits seit Jahren. Und auch "am Montag (ist) noch kein Urteil zu erwarten", sagte Falk Nier, Ullrichs neuer PR-Manager, angesprochen auf den Prozess-Auftakt in Lausanne.

Juristischer Streit um Zuständigkeiten

Stattdessen geht es zunächst einmal um Zuständigkeiten. Der Schweizer Verband, bei dem Ullrich wegen seines dortigen Wohnsitzes registriert war, war von der UCI 2006 beauftragt worden, ein Verfahren zu eröffnen. Die Ermittlungen wurden jedoch nach über drei Jahren eingestellt. Man habe keine "Disziplinargewalt", hieß es damals vom Schweizer Olympischen Komitee Swiss Olympic, das für Dopingfälle zuständig ist.

Ist Ullrich sportlich nach wie vor ein Schweizer?

Ullrich, der in der Schweiz wohnt, hatte 2006 im Wissen, nicht mehr Radfahren zu wollen, seine Rennlizenz abgegeben. Die UCI vertritt die Ansicht, dass die Schweizer sehr wohl auch nach dem Karriereende Ullrichs die Verantwortlichkeit tragen. Der CAS wird darüber befinden.

Zeitpunkt der Bekanntgabe des Urteils ist völlig offen

Sollte dem Einspruch stattgegeben werden, sind mehrere Szenarien denkbar. "Das schlimmste Urteil wäre eine lebenslange Sperre. Der beste Fall wäre, wenn der CAS entscheidet, die Schweiz ist nicht zuständig", sagte Nier, der dem Team von Ex-Tennisprofi Charly Steeb angehört, das Ullrich seit Kurzem betreut. Wann das Urteil erfolgt, ist nicht vorherzusagen. Der CAS könnte es wenige Tage nach der Anhörung verkünden, aber auch erst nach einigen Monaten. "Wir hoffen, dass es schnell geht", sagte Nier.

Einspruch beim CAS auch von Schweizer Seite

Pikant ist, dass ein weiterer Einspruch zur selben Thematik vorliegt. Die nationale Anti-Doping-Agentur der Schweiz (Antidoping) hat gleichfalls eine Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt. Der CAS hat hierfür noch keinen Termin festgelegt. Warum nicht beide Einsprüche zugleich verhandelt werden, ist rätselhaft. "Das würde alles vereinfachen", sagte Marco Steiner, stellvertretender Direktor von Antidoping. Zum eigenen Verfahren wollte er allerdings keine Auskunft geben.

Am 28. August Start in den Ötztaler Alpen

Jan Ullrich frönt indes seiner wiedergewonnenen Liebe zum Radsport. Am 28. August wird er in Österreich beim Ötztaler Radmarathon an den Start gehen. Gemeinsam mit dem früheren deutschen Slalom-Weltmeister Frank Wörndl bereitet er sich darauf vor. Zu Ende ist die Zeit des Versteckens und der privaten Probleme. "Jan hat wieder Lust auf Öffentlichkeit und wird im nächsten Jahr an einigen der größten Hobby-Radmarathons teilnehmen", sagte Nier. Zunächst muss sich der Olympiasieger von 2000 allerdings mit einer bedeutenden Altlast beschäftigen.

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