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Trauer um Robert Dietrich: "Robert war ein ganz feiner Kerl"

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"Robert war einer von der ruhigen Sorte"

08.09.2011, 14:42 Uhr | dapd, sid, dpa

Trauer um Robert Dietrich: "Robert war ein ganz feiner Kerl". Der Deutsche Eishockey Bund verliert mit Robert Dietrich einen hervorragenden Verteidiger. (Quelle: imago)

Der Deutsche Eishockey Bund verliert mit Robert Dietrich einen hervorragenden Verteidiger. (Quelle: imago)

Erst verzweifelte Hoffnung, dann traurige Gewissheit: Das deutsche Eishockey trauert um Nationalspieler Robert Dietrich. Der Leistungsträger der Nationalmannschaft war als einer von 43 Menschen bei dem tragischen Flugzeugabsturz in Russland im Alter von nur 25 Jahren umgekommen. "Das ist eine tiefe Tragödie für das gesamte deutsche Eishockey", sagte Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), nachdem er über den Tod des 38-maligen Nationalspielers informiert worden war. Dietrich galt als eines der größten Talente des deutschen Eishockeys. (Mehr Informationen: Alle Opfer des Flugzeugabsturzes geborgen)

Stundenlang hatte der DEB nach Bekanntwerden der Flugzeug-Tragödie versucht, über die Familie Dietrichs an Informationen zu kommen. Reindl stand in engem Kontakt zu den Angehörigen des im kasachischen Ordschonikidse geborenen Spielers. "Wir konnten dann nur noch unser tiefes Mitgefühl aussprechen", sagte Reindl.

"Robert war ein ganz feiner Kerl, einer von der ruhigen Sorte, der immer alles gegeben hat", sagte der DEB-Sportdirektor. Für Reindl war Dietrich zudem ein "ausgezeichneter und ganz feinfühliger Profi". Dietrichs Nationalmannschaftskollege Simon Danner von der DEG twitterte unmittelbar nach Bekanntwerden des Unglücks: "Mir ist total schlecht!!! Ein russisches Flugzeug ist abgestürzt, mit einer Eishockey Mannschaft, in der Robert Dietrich spielt".

Uwe Krupp: "Ich finde dafür keine Worte"

Noch bei der diesjährigen WM in der Slowakei hatte Dietrich mit herausragenden Leistungen auf sich aufmerksam gemacht, Europas Topklubs standen bei Dietrich Schlange. Der sympathische Verteidiger war einer der großen Stützen des DEB-Teams, an dem sich selbst NHL-erprobte Stürmer die Zähne ausbissen. "Es tut sehr weh", sagte Reindl bei "Sport1".

Ex-Bundestrainer Uwe Krupp war gar außer Stande, sich live im Fernsehen zu der Tragödie zu äußern. Er ließ sich lediglich zitieren: "Ich finde dafür einfach keine Worte. Meine Gedanken sind bei seiner Familie." Der Trainer der Kölner Haie sei "sehr, sehr traurig" und finde keine Kraft, vor die Medien zu treten.

"Schwärzester Tag in der Geschichte des Eishockey-Sports"

Dietrich, Ex-Spieler der Adler Mannheim und DEG Metro Stars aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), war erst im Sommer zum dreimaligen russischen Meister gewechselt. Sein neues Team war auf dem Weg zum ersten Auswärtsspiel nach Minsk. Walter Köberle, Teammanager von Dietrichs Ex-Verein DEG, sagte zu "BILD": "Ich habe um 10.20 Uhr noch mit Robert telefoniert. Er hat erzählt, dass er sich wahnsinnig auf sein erstes Spiel freut". Die russische Profiliga KHL gilt hinter der nordamerikanischen Profiliga NHL als zweitstärkste Liga der Welt. "Das ist der schwärzeste Tag in der Geschichte unseres Sports", sagte Weltverbandspräsident Rene Fasel.

Trauernde Fans vor der Arena

In Russland sorgte die Tragödie für Trauer und Verzweiflung. Das Eröffnungsspiel zwischen Titelverteidiger Ufa und Vizemeister Mytischtschi wurde nach 14 Minuten abgebrochen, auf den Rängen beweinten Fans eine der größten Katastrophen des russischen Sports. Vor der Arena in Jaroslawl versammelten sich trauernde Menschen, Fans des dreifachen russischen Meisters legten an der Geschäftsstelle Blumen nieder.

Zu Jaroslawls Team zählten neben Dietrich auch einige ehemalige NHL-Spieler. Karel Rachunek, Vasicek (beide Tschechien), Ruslan Salei (Weißrussland), Karlis Skrastins (Lettland), Pavol Demitra (Slowakei) und Alexander Wasjunow (Russland) standen zusammen rund 3000 Mal in der NHL auf dem Eis. In einer ersten Reaktion regte die Trainerlegende Viktor Tichonow an, dass alle KHL-Vereine Spieler an Lokomotive abgeben sollten, um den Klub wieder aufzubauen.

Neues Team steht in "zwei bis drei Tagen"

Der Klub Lokomotive Jaroslawl wird laut Aussagen des russischen Ligapräsidenten, Wjatscheslaw Fetissow, auch in Zukunft in der Kontinentalen Hockey-Liga (KHL) antreten. "Die neue Mannschaft wird in den nächsten zwei bis drei Tagen gebildet", sagte Fetissow der Presse. Das Team werde bereits an der aktuellen KHL-Saison teilnehmen, so Fetissow weiter. Die Liga hatte zuvor den Beginn des Spielbetriebs verschoben.

Die neue Saison wird nun am Montag beginnen. Das teilte die KHL auf ihrer Homepage mit. An neuen Spielern wird es Jaroslawl dabei nicht mangeln. "Mindestens 30 Spieler haben bereits direkt nach dem Unglück angekündigt, Lokomotive zu unterstützen und die Saison für Jaroslawl spielen zu wollen", sagte Fetissow.

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