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Behindertensport: DBS feiert 60-jähriges Jubiläum

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DBS feiert 60-jähriges Jubiläum

13.09.2011, 14:46 Uhr | sid

Behindertensport: DBS feiert 60-jähriges Jubiläum. Bundespräsident Christian Wulff war einer des Gäste bei der Jubiläumsfeier. (Quelle: dapd)

Bundespräsident Christian Wulff war einer des Gäste bei der Jubiläumsfeier. (Quelle: dapd)

Bei der Geburtstagsfeier des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) anlässlich des 60-jährigen Jubiläums hat Bundespräsident Christian Wulff ein flammendes Plädoyer für Einbeziehung gehalten und den Sport als bestes Mittel für die Gleichbehandlung von Behinderten bezeichnet. Gleichzeitig prangerte Wulff weiter bestehende Missstände in der Gesellschaft an.

"Ausgrenzung findet immer noch statt - mal mit sichtbaren, mal mit unsichtbaren Hürden. Wirklich barrierefrei sind weder alle unsere Gebäude, noch alle unsere Gedanken", sagte Wulff in Berlin: "Selten wird der Begriff Inklusion mit aller Konsequenz verwendet." Unter Inklusion versteht man, dass jeder Mensch in seiner Individualität von der Gesellschaft akzeptiert wird und die Möglichkeit hat, in vollem Umfang an ihr teilzuhaben bzw. teilzunehmen.

Wandel in den Köpfen gefordert

"Wer ihn ernst nimmt, beschreibt damit einen echten Paradigmenwechsel. Nicht mehr die Behinderten sind diejenigen, die sich anpassen oder einfügen müssen, sondern umgekehrt." Eine Gleichbehandlung der Behinderten und Nichtbehinderten müsse vor allem in den Köpfen der Menschen beginnen. "Oft ist auch Gedankenlosigkeit die Ursache für Diskriminierung, weil die Welt der sogenannten Gesunden nicht sensibel genug ist für jene, die anders sind", sagte der CDU-Politiker:

"Was der Gesellschaft an dieser Art von Sensibilität fehlt, lässt sich nicht per Gesetz oder Konvention festschreiben. Diese Lücke kann nur eine kulturelle Leistung füllen." Der Weg zur Inklusion sei eine "Marathonstrecke", sagte der Bundespräsident: "Und Deutschland sollte den Ehrgeiz haben, in Bestzeit über die Ziellinie zu laufen!" Der Sport könne hierfür zum "Schrittmacher" werden. Der DBS strahle "bei internationalen Wettkämpfen in Gold, Silber, Bronze" und er strahle im Stillen und habe "in seinen 60 Jahren so viele Menschen fürs Leben bestärkt".

"Berliner Erklärung" als Richtschnur für die kommende Arbeit

Auch DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher forderte energisch dazu auf, den eingeschlagenen Weg beharrlich weiterzugehen. Sein Verband habe eine programmatische Positionsbestimmung verabschiedet, die als "Berliner Erklärung" den bestehenden Grundsatzpapieren hinzugefügt werde. Sie soll laut Beucher "Richtschnur für die Arbeit des DBS im nächsten Jahrzehnt" sein. Wichtiger Punkt sei auch hier, das Konzept der Inklusion zu erfüllen. Weitere Basispunkte: Selbstbestimmung erreichen, bürgerschaftliche Teilhabe erkämpfen und Rechte erstreiten.

"Der DBS ist kein Bittsteller, sondern vollwertiger Entscheidungsträger in allen Belangen, die zu seinen Kompetenzen gehören", sagte der DBS-Präsident: "Und er wird nicht locker lassen, bis seine Grundgedanken von allen Menschen in der Gesellschaft und von der Politik voll anerkannt und beherzigt werden." Zu den Gästen bei der Geburtstagsfeier am Freitag in Berlin gehörte neben Wulff unter anderem DOSB-Chef Thomas Bach, Sir Philip Craven (Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees) und der frühere Außenminister und Vize-Kanzler Klaus Kinkel.

Merkel: "Rasante positive Entwicklung"

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem DBS zum 60. Geburtstag gratuliert und ihm eine "rasante positive Entwicklung" bescheinigt. "Auf das bisher Erreichte können der DBS, alle Athletinnen und Athleten sowie ihre zahlreichen Unterstützer wirklich stolz sein", sagte Merkel der im Berliner Tagesspiegel erscheinenden Paralympics Zeitung. Besonders die Leistungen bei den Paralympics seien "ein wunderbarer Beleg" der guten Arbeit.

Die gewachsene Aufmerksamkeit von Zuschauern und Medien bezeichnete Merkel als "Fortschritt". Gleichzeitig mahnte die Kanzlerin weitere Anstrengungen an: "In vielen öffentlichen Turnhallen und Sportstätten fehlen leider immer noch barrierefreie Zugänge. Kommunen, Länder und Bund müssen hier aktiv werden, um Menschen mit Behinderung nicht auszusperren und damit auszuschließen", sagte die Kanzlerin.

Hintergrund zum DBS:

Der DBS war im Laufe seiner bewegten Geschichte stets eine Stätte der Integration. Mit rund 6000 Vereinen und 600.000 Mitgliedern ist er der größte Behindertensportverband der Welt, in den vergangenen zehn Jahren hat sich die Mitgliedszahl nahezu verdoppelt. Der DBS beschäftigt 25.000 Fachübungsleiter, ist gleichzeitig Nationales Paralympisches Komitee (NPC) und beinhaltet die Deutsche Behinderten-Sportjugend (DBSJ), auch "Jugend trainiert für Paralympics" gehört zum Programm. Behinderte und Rollstuhlfahrer sind einbezogen, es gibt einen Behinderten Golf-Club oder auch einen Deutsch-Türkischen Verein zur Förderung des Behindertensports.

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